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Mi, 11:32 Uhr
09.01.2008

Entlassung aus Unwissenheit?

Der Winter ist auf dem Bau die traditionelle Zeit der Kurzarbeit. Das muß nicht sei, meint die Nordthüringer IG Bau...


Arbeitslos im Winter: Trotz des neuen Saison-Kurzarbeitergeldes finden sich immer noch Bauarbeiter in Nordthüringen zu Beginn der kalten Jahreszeit auf der Straße wieder. „Eigentlich sollten diese Entlassungen mit dem neuen Kurzarbeitergeld der Vergangenheit angehören“, so Wilfried Grams von der IG BAU Nordthüringen. Zwar sei die Winterarbeitslosigkeit merklich zurückgegangen. „Einige wenige Unternehmen scheinen aber immer noch nichts von der neuen Regelung zu wissen – oder haben sich nicht die Mühe gemacht, sich darüber zu informieren. Sie haben ihre Beschäftigten trotzdem vor die Tür gesetzt“, bedauert der IG BAU-Bezirksverbandsvorsitzende.

Anstatt den Beschäftigten zu kündigen, könne seit vergangenem Jahr das Saison-Kurzarbeitergeld beantragt werden, das an die Stelle des früheren Winterausfallgeldes getreten sei. „Jeder Bauarbeiter erhält damit von Dezember bis März ein Ausfallgeld von 60 Prozent des Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kindern steigt dieser Betrag auf 67 Prozent“, erklärt Wilfried Grams. Einzige Voraussetzung: Der Betrieb kann seine Bauarbeiter auf Grund fehlender „Winter-Aufträge“ nicht beschäftigen – sei es, weil das Wetter nicht mitspiele oder weil in den Auftragsbüchern Ebbe herrsche. „Die Unternehmen kostet das Ganze nicht einen Cent mehr. Das Kurzarbeitergeld zahlt die Bundesagentur für Arbeit“, erklärt Grams. Einzig die Sozialabgaben würden aus einem Umlagetopf bezahlt, der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam getragen werde. „Diese Abgaben sind aber für den Betrieb ohnehin fällig“, so Grams. Ähnliche Regelungen gebe es im Garten- und Landschaftsbau sowie bei den Dachdeckern.

Warum einige Unternehmen ihre Beschäftigten trotzdem „aufs Amt“ schickten, sei für ihn unbegreiflich. „So eine Kündigung ist ja nicht nur für den Arbeitnehmer ein schwerer Schlag. Auch der Arbeitgeber schneidet sich ins eigene Fleisch“, sagt Wilfried Grams. Gute Fachkräfte seien knapp – „und der Chef kann sich nicht sicher sein, ob der Arbeitnehmer im kommenden Frühjahr nicht lieber bei einem anderen Unternehmen anheuert“, betont Grams. Der Gewerkschafter sieht jetzt die Arbeitgeberverbände in der Pflicht. „Es kann doch nicht sein, dass die Verbände nicht in der Lage sind, ihre Mitglieder umfassend über die Neuregelung zu informieren“, sagt Grams.

Das Saison-Kurzarbeitergeld sei eine Erfolgsgeschichte. „Für die ganzjährige Beschäftigung hat die IG BAU lange gekämpft. Diesen Erfolg werden wir uns nicht von einigen Arbeitgebern kaputt machen lassen. Winterschlaf beim Saison-Kurzarbeitergeld gibt´s nicht. Das kann sich keiner leisten“, betont der Gewerkschafter.
Autor: nnz

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