Sa, 09:18 Uhr
23.02.2008
Arterner Ansichten (7): Seeleute in der Unstrutstadt
Das Herrenhaus im Oberen Hof, wie die Arterner das einstige Rittergut zwischen der heutigen Straße der Jugend und Ritterstraße nennen, steht unter Denkmalschutz und gehört zu den ältesten Häusern unserer Stadt Es stammt aus der Zeit um Mitte des 17. Jahrhunderts, kann man auf der Arterner Homepage nachlesen.
Unter Denkmalschutz (Foto: Henze)
Mit viel Einsatz und Engagement wurde zu Beginn der 90er Jahre dieses historische Haus von seinem Putz befreit, das Fachwerk freigelegt und in großem Umfang restauriert, wobei dieses Gebäude zu einem der Schmuckstücke von Artern wurde. Am 12. September 1993 wurde es der Öffentlichkeit übergeben, damals vor allem als Wirkungsstätte der Musikschule. Heute ist hier bekanntester Mieter das ehrenamtlich gestaltete und betreute Hütten-Museum.. Doch darüber bereichten wir noch ausführlich in einer späteren Folge.
In den Kellerräumen hat inzwischen die Marinekameradschaft Kyffhäuser ihr Marineheim. Am 7. November 1992 erfolgte die Gründung der Marine-Kameradschaft Kyffhäuser unter Leitung von Walter Hallensleben, der auch ihr erster Vorsitzender wurde, mit Hilfe des damaligen Bundesschatzmeisters Heinz Schmidt sowie Walter Hupe aus Bad Sachsa. Viele interessante Treffs und Fahrten gab es von Anfang an. Das kann man im Bordbuch nachlesen. Ein toller Höhepunkt war als zum 3. Barbarossa-Stadtfest im Mai 1994 unter großer Anteilnahme der Arterner die Fahne der Marinekameradschaft Kyffhäuser Artern geweiht wurde.
Am 26. Januar 1996 ging dann mit der Übergabe des Marineheimes auf dem Boden der einstigen Arterner Berufsschule in der Kirchstraße 2, an die Marinekameradschaft Kyffhäuser ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Aber auch viel Arbeit wurde hier investiert. Die Frauen hatten bei der Ausgestaltung ihren Seemännern tüchtig unter die Arme gegriffen und waren natürlich nicht weniger stolz. Sicherlich wurde in den folgenden Jahren hier manch stürmische Situation gemeistert. Doch dann kam wieder das Aus. Ein neues Domizil wurde gesucht und mit Hilfe des Bürgermeisters im Oberen Hof gefunden. Am 9. September 2006 zogen die Marinekameraden hier ein, nachdem vorher erneut viele Stunden fleißige und unendgeldlich gewirkt wurde. Ein Schmuckstück entstand. Eine Zeitungsreporterin schrieb kürzlich dazu: Das Vereinsheim in den Kellergewölben des Oberen Hofs ist allerdings mindestens so maritim eingerichtet wie einst die Fernseh-Hafenbar bei Klock acht, achtern Strom. Na, wenn das kein Lob ist.
Artern ist keine Hafenstadt, wenn auch die Unstrut einst schiffbar war und heute von Hobbyschiffern wieder befahren wird. Das erklärt sicherlich die Nachwuchsprobleme der Marinekameradschaft, deren Vorsitzender Peter Köpp, obwohl von der Insel Rügen, nie selbst zu See gefahren ist. Von einst 38 Mitgliedern sind noch 17 übrig. Da liegt der Gedanke an eine Verbindung mit den Unstrutschiffern schon nahe und vielleicht wird aus den ersten Kontakten etwas. Verbindung der Stadt Artern zur Seefahrt gab es auch einmal durch einen Frachter der Deutschen Seereederei Rostock unter dem Namen "Artern". Dazu wurde am 24. August 1973 ein Patenschaftsvertrag zwischen Schiff, Stadt und Kyffhäuserhütte abgeschlossen. Das Schiff ist leider bei schwerem Unwetter vor dem marokkanischen Hafen Safi am 3. November 1993 gesunken. Es fuhr inzwischen unter der Flagge von Honduras und dem Namen "Arnal" und von dieser Besatzung wusste wahrscheinlich niemand mehr etwas von Artern.
Vielleicht finden sich ja noch Fans der Seefahrt, welche die Reihen der Marinekameraden stärken, auch wenn sie nie auf See gewesen sein sollten. Schiff ahoi – und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünschen die Kyffhäuser Nachrichten!
Text und Fotos: Klaus Henze
Autor: kn
Unter Denkmalschutz (Foto: Henze)
Mit viel Einsatz und Engagement wurde zu Beginn der 90er Jahre dieses historische Haus von seinem Putz befreit, das Fachwerk freigelegt und in großem Umfang restauriert, wobei dieses Gebäude zu einem der Schmuckstücke von Artern wurde. Am 12. September 1993 wurde es der Öffentlichkeit übergeben, damals vor allem als Wirkungsstätte der Musikschule. Heute ist hier bekanntester Mieter das ehrenamtlich gestaltete und betreute Hütten-Museum.. Doch darüber bereichten wir noch ausführlich in einer späteren Folge.In den Kellerräumen hat inzwischen die Marinekameradschaft Kyffhäuser ihr Marineheim. Am 7. November 1992 erfolgte die Gründung der Marine-Kameradschaft Kyffhäuser unter Leitung von Walter Hallensleben, der auch ihr erster Vorsitzender wurde, mit Hilfe des damaligen Bundesschatzmeisters Heinz Schmidt sowie Walter Hupe aus Bad Sachsa. Viele interessante Treffs und Fahrten gab es von Anfang an. Das kann man im Bordbuch nachlesen. Ein toller Höhepunkt war als zum 3. Barbarossa-Stadtfest im Mai 1994 unter großer Anteilnahme der Arterner die Fahne der Marinekameradschaft Kyffhäuser Artern geweiht wurde.
Am 26. Januar 1996 ging dann mit der Übergabe des Marineheimes auf dem Boden der einstigen Arterner Berufsschule in der Kirchstraße 2, an die Marinekameradschaft Kyffhäuser ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Aber auch viel Arbeit wurde hier investiert. Die Frauen hatten bei der Ausgestaltung ihren Seemännern tüchtig unter die Arme gegriffen und waren natürlich nicht weniger stolz. Sicherlich wurde in den folgenden Jahren hier manch stürmische Situation gemeistert. Doch dann kam wieder das Aus. Ein neues Domizil wurde gesucht und mit Hilfe des Bürgermeisters im Oberen Hof gefunden. Am 9. September 2006 zogen die Marinekameraden hier ein, nachdem vorher erneut viele Stunden fleißige und unendgeldlich gewirkt wurde. Ein Schmuckstück entstand. Eine Zeitungsreporterin schrieb kürzlich dazu: Das Vereinsheim in den Kellergewölben des Oberen Hofs ist allerdings mindestens so maritim eingerichtet wie einst die Fernseh-Hafenbar bei Klock acht, achtern Strom. Na, wenn das kein Lob ist.
Artern ist keine Hafenstadt, wenn auch die Unstrut einst schiffbar war und heute von Hobbyschiffern wieder befahren wird. Das erklärt sicherlich die Nachwuchsprobleme der Marinekameradschaft, deren Vorsitzender Peter Köpp, obwohl von der Insel Rügen, nie selbst zu See gefahren ist. Von einst 38 Mitgliedern sind noch 17 übrig. Da liegt der Gedanke an eine Verbindung mit den Unstrutschiffern schon nahe und vielleicht wird aus den ersten Kontakten etwas. Verbindung der Stadt Artern zur Seefahrt gab es auch einmal durch einen Frachter der Deutschen Seereederei Rostock unter dem Namen "Artern". Dazu wurde am 24. August 1973 ein Patenschaftsvertrag zwischen Schiff, Stadt und Kyffhäuserhütte abgeschlossen. Das Schiff ist leider bei schwerem Unwetter vor dem marokkanischen Hafen Safi am 3. November 1993 gesunken. Es fuhr inzwischen unter der Flagge von Honduras und dem Namen "Arnal" und von dieser Besatzung wusste wahrscheinlich niemand mehr etwas von Artern.
Vielleicht finden sich ja noch Fans der Seefahrt, welche die Reihen der Marinekameraden stärken, auch wenn sie nie auf See gewesen sein sollten. Schiff ahoi – und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünschen die Kyffhäuser Nachrichten!
Text und Fotos: Klaus Henze



