Sa, 12:03 Uhr
01.03.2008
Vom Bergbautechnologen zum Geschäftsführer
Geschäftsführer Ralph Haase (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Ralph Haase, einer der Geschäftsführer der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES), wurde nach der Verabschiedung von Dr. Helmut Springer in sein Amt eingeführt. Hier mehr über den Neuen bei der GSES und möglicher Lehrstellen im Unternehmen...Nach den ersten Wochen seiner neuen Tätigkeit besuchte ihn der für seine vielen Veröffentlichungen mit Thema Bergbau bekannte Hans-Jürgen Schmidt und plauderte mit ihm über seine berufliche Entwicklung. Aber auch das Thema Lehrausbildung wurde angesprochen, ein Thema dass wegen der prekären Arbeitsmarktsituation immer interessant ist.
Als Ralph Haase seine Lehre zum Bergbautechnologen mit Abitur abschloss, hat er sich nicht träumen lassen, dass er in den späteren Jahren zum Geschäftsführer berufen wird. Mit der Verabschiedung von Dr. Springer am 10.01.2008 als Geschäftsführer der GSES übernahm Haase die Aufgabe eines Geschäftsführers in der GSES. Gemeinsam mit Jaap van Engers leitet er die GSES.
Nach dem Abitur und der Armeezeit studierte Ralph Haase an der Technischen Universität in Clausthal-Zellerfeld.
Das Studium umfasste die Gebiete Geotechnik – Bergbau – Entsorgung mit der Spezialisierung auf die Abfall- und Deponietechnik. Es war dabei logisch, dass seine Diplomarbeit sich mit dem Bergversatz und der Festigkeitsprüfung von Versatz mit bergbaufremden Abfällen in stillgelegten Salzbergwerken beschäftigte. Seine ausgezeichneten Studienergebnisse wurden unter anderen mit dem Kemperpreis für den Jahrgangsbesten der Fakultät bewertet.
Heute als Verantwortlicher für den technischen Bereich stehen neben den Aufgaben der Verwertung und Beseitigung von Abfällen unter Tage, der Bewirtschaftung der Kalirückstandshalde und die Steinsalzproduktion auf dem Programm.
Immerhin ist geplant, bis 130 000 t/Jahr zu produzieren. Dazu sind Investitionen von 8 Mio. Euro notwendig. Es werden u.a. eine zirka 800 m lange Bandanlage Richtung Südfeld installiert, die erforderlichen Aufbereitungsanlagen und die Umstellung von Gestellförderung auf Gefäßförderung (Skip) auf Schacht I neu geschaffen.
Über Tage werden 4 Silos mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 1000 t aufgebaut. Der Reinheitsgrad der Steinsalze beträgt mindestens 97 % NaCl. Eine Behandlung mit einer chemischen Substanz - Antibackmittel soll garantieren, dass das Steinsalz langfristig fließfähig bleibt und nicht durch Feuchtigkeitseinfluss zusammenbackt. Die Vorräte unter Tage sind für mindestens 20 Jahre nachweislich ausreichend. Weitere Vorräte an Steinsalz werden nach und nach erschlossen. Der Absatz ist auch gewährleistet. Vorwiegend wird das Steinsalz als Streusalz innerhalb Deutschlands geliefert, jedoch haben Österreich und Tschechien auch Interesse bekundet.
Mit dieser Erweiterung sowie dem Bedarf anderer Bergbauunternehmen Thüringens soll auch die Ausbildung zum Bergmechaniker bei der GSES und in Sondershausen wieder aktiviert werden. Damit werden Traditionen wieder belebt, so Haase. Jährliche werden dann aus ganz Thüringen und Sachsen-Anhalt mindestens 15 Bergmechaniker ausgebildet. Die Betriebsschule auf dem Schachtgelände und das ehemalige Lehrlingswohnheim in Sondershausen können dazu wieder aktiviert werden. Die Ausbildung wird 3 Jahre betragen. Das heißt allerdings, dass unter Tage auch eine Art Lehrrevier geschaffen werden muss, was zur Zeit in der Planung ist.
Man sieht, es geht vorwärts. Neben den Gebäuden für die Aufbereitung von Leichtmetallen werden die 4 Silos die Silhouette auf dem ehemaligen Schachtgelände des Kaliwerkes verändern. Die dazugehörige Verbesserung der Infrastruktur mit der Umgehungsstraße in Sondershausen wird sich dabei positiv auswirken.
Hans-Jürgen Schmidt