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Mo, 08:00 Uhr
03.03.2008

Zu Kinderarmut in Thüringen

Die 16. Tagung der 2. Kreissynode der Superintendentur Bad Frankenhausen - Sondershausen – Frühjahrstagung – fand am Freitagabend in Sondershausen statt. Schwerpunkt dabei die Kinderarmut...

Präsidium Kreissynode (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Präsidium Kreissynode (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Die Tagung wurde vom Vorsitzender der Kreissynode, Matthias Kopka, geleitet, im Bild 2. von rechts. Dabei ging es um ein Votum zur gemeinsamen Verfassung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die Jahresrechnung 2007 und den Haushaltsplan für 2008.

Zu einer heftigen Debatte in der traditionell öffentlichen Tagung kam es, als es um den Punkt mögliches Zusammengehen mit dem Kirchenkreis Sömmerda ging. Superintendent Roland Voigt wies eindringlich darauf hin, dass sowohl die Superintendur Bad Frankenhausen – Sondershausen als auch die in Sömmerda getrennt nicht bestandsfähig sind. Bei der Abstimmung setzten sich die Befürworteter durch und die Gespräche mit Sömmerda werden wieder aufgenommen.

Thema Kinderarmut
Den Schwerpunkt der Tagung bildete jedoch ein Vortrag von Prof. Dr. Roland Merten (Institut für Erziehungswissenschaften der Friedrich Schiller Universität Jena) zum Thema Kinderarmut in Deutschland.

Prof. Mertens (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Prof. Mertens (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


In seinem Vortrag machte er auf ein in der Öffentlichkeit noch sehr ignoriertes Thema aufmerksam:

„Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde. Die Tatsache, dass es in einem derart reichen Land überhaupt Kinderarmut gibt, ist an sich schon beschämend. Stellt man jedoch die Tatsache in Rechnung, dass in den neuen Bundesländern seit Jahren extrem niedrige Geburtenziffern zu verzeichnen sind und trotzdem die Zahl der Kinder, die in Armut aufwachsen müssen, beständig ansteigt, dann wird der eigentliche sozialpolitische Skandal deutlich.“

An Hand der Auswertung amtlicher Statistiken wies er nach, dass in 2004 immerhin schon 9,9 % aller Kinder in der Sozialhilfe befanden. Mit den Hartz-Gesetzen hat sich das noch verschärft. Erschreckend dabei, dass die Kinder in den betroffenen Familien mit dem zustehenden Regelsatz nicht mehr entsprechend der Empfehlungen der gesunden Ernährung versorgt werden können. So sagte Prof. Merten:

„Wie zu erkennen ist, darf für ein Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr pro Tag 2,62 Euro
für sämtliche Lebensmittel und Getränke ausgegeben werden – für Frühstück, Mittagessen
und Abendbrot sowie für alle dazugehörigen Getränke. Stellt man in Rechnung, dass Kinder
sich in diesem Zeitraum in einer starken Entwicklung mit erheblichen Wachstumsschüben befinden, dann wird auch ohne akribische statistische Arbeit deutlich, dass diese Beträge für eine gesunde und hinreichende Ernährung unzureichend sind.“

Für den Kyffhäuserkreis sind die Belastungen durch das Sozialgeld (2005) für Kinder unter 15 Jahren durch die Hartz-IV-Gesetzgebung, fast doppelt so hoch wie im Eichsfeldkreis. Der Kyffhäuserkreis ist zwar kein Spitzenreiter, aber "ganz weit vorn" dabei. Ein Grund auch, warum der Kyffhäuserkreis mit seinen Finanzen nicht klar kommt.

Umso erstaunlich eigentlich, dass sich kaum Politiker aus dem Landkreis diesen Vortrag mal angehört hat. Ob ihn wirklich schon alle gehört haben? Zweifel sind angebracht. Wen der Vortrag interessiert, der kann ihn sich hier nochmals durchlesen.
Autor: khh

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