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Fr, 17:09 Uhr
07.03.2008

Übergabe Abtsbessinger Fayencen

Heute Vormittag erhielt das Schlossmuseum drei Abtsbessinger Fayencen zur Vervollständigung der Sammlung im Schlossmuseum Sondershausen. KN war bei der Übergabe und der Unterzeichnung der Verträge der Dauerleihgabe dabei....


Eile war geboten. In einem Auktionskatalog waren interessante Stücke erschienen, die besonders gut zu der bisherigen Sammlung im Schlossmuseum Sondershausen passen würde (Bilder untere Reihe). Wer kennt sie nicht, die Klammheit der Stadt Sondershausen, kein beschlossener Haushalt und dann noch mitbieten, ohne zu wissen, was es kostet wird. Museumsleiterin Christa Hirschler wandte sich mit der Bitte um Hilfe an die Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis. Dort prüfte man das Anliegen, sprach sich mit der Leitung des Regionalmuseums Bad Frankenhausen, von dem auch die Zustimmung kam, und handelte schnell. So konnte bei der Auktion am 23. Februar mitgeboten werden.

Unterschrift zu Dauerleihvertrag 1 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Unterschrift zu Dauerleihvertrag 1 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Die Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis hat kurzfristig Finanzmittel zur Verfügung gestellt, die ein Mitbieten für drei Abtsbessinger Fayencen auf einer Verkaufsauktion im Februar ermöglichte.

Zwei Blumenpyramiden und ein Walzenkrug aus der Manufaktur Abtsbessingen konnten so für die Region gesichert werden. Das Schlossmuseum Sondershausen, für das Abtsbessinger Fayencen einen Sammlungsschwerpunkt bilden, verfügt derzeit über 28 Stücke im eigenen Besitz, weiter 12 Objekte stehen der Öffentlichkeit durch Dauerleihgaben der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen (9 Objekte) und des Förderkreis Schloss und Museum Sondershausen e.V. (3 Objekte) in der Ausstellung des Museums zur Verfügung.
Am heutigen Tag werden die drei jüngst erworbenen Fayencen dem Schlossmuseum als Dauerleihgaben der Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis übergeben und der Leihvertrag unterschrieben.

Unterschrift zu Dauerleihvertrag 2 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Unterschrift zu Dauerleihvertrag 2 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung Museumsleiterin Christa Hirschler, der Vorstandsvorsitzende der Kyffhäusersparkasse Karl-Heinz Langhorst und Vorstandsmitglied Ulrich Heilmann von der Sparkassenstiftung.
Christa Hirschler dankte für die schnelle Hilfe und zeigte sich sehr zufrieden über die neuen Stücke in der Sammlung, die ca. 10.000 Euro gekostet haben.


Hintergrund.
Abtsbessinger Fayencen zeichnen sich durch eine hohe malerische Qualität und durch eine Vielfalt ihrer Modelle aus. Jedes Stück der Sammlung erweitert unser Wissen um diesen Dekor- und Formenreichtum der in der Manufaktur im 18. Jahrhundert hergestellten Fayencen. So sind insbesondere die beiden zirka 20 cm hohen Blumenpyramiden echte Raritäten. Wenngleich nicht signiert, ist die Zuschreibung beider Stücke zu Abtsbessingen durch ein K-signiertes Vergleichsstück in der staatlichen Galerie Moritzburg halle gesichert. Bekannt sind heute nur ganz wenige, wohl zu einem Ensemble gehörige, Exemplare.

Man kann davon ausgehen, dass diese bisher in drei Museen erhaltenen Blumenpyramiden als Teile eines Tafelaufsatzes für die Schwarzburgische Hofhaltung gefertigt wurden. In einem im Jahr 1800 angefertigtem Porzellan-Inventar des Schlosses Ebeleben, einer Sondershäuser Nebenresidenz und Wohnsitz des Begründers der Abtsbessinger Manufaktur, sind mehrere Pyramiden unterschiedlicher Größe verzeichnet. Hauptstück diese Tafelaufsatzes dürfte die heute dem Schloss Arnstadt gehörende 105 cm hohe Blumenpyramide sein, die mit dem Schwarzburger Staatswappen, Fürstenmonogrammen und der Devise „Tunc floreat Schwartzburg“ (Möge Schwarzburg blühen) geschmückt ist. Die Fayence befindet sich als Leihgabe in der Ausstellung des Schlossmuseums Sondershausen (untere Bildreihe).
Mit den Neuerwerbungen sind nun zwei sehr gut erhaltene Blumenpyramiden an den Ort der ursprünglichen Auftraggeber zurückkekehrt.

Der ebenfalls von der Sparkassen Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis erworbene, mit „K“ und Gabel signierte Walzenkrug ist ein interessantes Belegstück aus der seriellen Produktion der Manufaktur. Sein Dekor ist in bunten Scharffeuerfarben sehr qualitätsvoll ausgeführt und zeigt eine ostasiatische Gebirgslandschaft mit Felsen, Palmen und pagodenartiger Architektur. Die Deckelgravur mit der Datierung 1767 ist wahrscheinlich später als der Krug entstanden. Ein Vergleichsstück aus Privatbesitz befindet sich derzeit auch in der Ausstellung.

Die drei Neuzugänge werden, bevor sie ihren Platz in der ständigen Ausstellung des Schlossmuseums finden, der Öffentlichkeit erstmals in der Sondersausstellung des Hauses „Hinter Schloss und Riegel. Kostbarkeiten aus den Museumsdepots“ gezeigt, die am 18. Mai 2008, dem Internationalen Museumstag, eröffnet wird.

Übergabe Dauerleihgaben (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Die Dauerleihgaben 1 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Die Dauerleihgaben 2 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Älteres Ausellungsstück 1 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Älteres Ausellungsstück 2 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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