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So, 06:00 Uhr
30.03.2008

Schachtgeschichten (2) Schachtanlage Göllingen

Die Region um Sondershausen hatte früher mehr Schachtanlagen, als mancher Jüngere vermuten könnte. Heute stellen wir Göllingen vor...

Die Gewerkschaft „Günthershall“, Göllingen wurde am 3.7.1902 gegründet. Sie basierte auf der Bohrgesellschaft Robertshall, die sich 1899 konstituierte. Die Anlagen der Gewerkschaft lagen im Westteil von Göllingen und befanden sich im Fürstentum Schwarzburg – Rudolstadt. Die Gerechtsame betrug 57.598.200 m²,
was 26,3 preußischen Normalfeldern entsprach. Mit dem Abteufarbeiten des Schachtes wurde im Januar 1904 begonnen. Die Endteufe war bei 630 m erreicht. Gefördert wurde ab Juli 1907. Als Grundbesitz waren angegeben:
3 Beamtenwohnhäuser mit insgesamt 11Wohnungen,7Arbeiterwohnhäuser mit 42 Wohnungen und eine Grundfläche von 23 ha und 63 a. Die Anzahl der Kuxe betrug 1.000, davon befanden sich 450 im Besitz von Krügershall.

Ehemaliges Kaliwerk Göllingen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt) Ehemaliges Kaliwerk Göllingen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)


Der Schachtanlage stand eine Chlorkaliumfabrik mit einer Bromfabrik zur Verfügung, die eine Durchsatzleistung von 4.000 dz pro Schicht hatte. Die Gewerkschaft gehörte zum Burbach-Konzern. Geleitet wurde die Gewerkschaft von Direktor HEILMANN. Technischer Leiter war DR. ING. ALBRECHT. Die Fabrikleitung hatte DR. MERKWITZ inne. Die kaufmännische Leitung lag in den Händen von A. WEBER. Sie alle stammten aus Göllingen. Gefördert wurden 1919 99.608 dz K2O, 1920 85.268 dz K2O. Die Belegschaft hatte Ende 1919 eine Stärke von 501 Personen. Das Kaliwerk wurde 1925 demontiert. Heute ist dort in einigen Restgebäuden eine Elektoschrottaufbereitung unter gebracht. Die Arbeiterwohnhäuser und die Beamtenwohnhäuser stehen immer noch. Sie findet man am Ortsausgang Richtung Hachelbich.

Ehemaliges Kaliwerk Göllingen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Ehemaliges Kaliwerk Göllingen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Ein Bild der Redaktion von einem der Gebäude, die heute noch in Göllingen stehen, vermutlich das alte Schachtgebäude. – khh – August 2005.


Hans-Jürgen Schmidt

Bilder: Archiv Hans-Jürgen Schmidt

Hinweis zum Begriff Gewerkschaft
Zur bergbaulichen Bewirtschaftung wurden zumeist sogenannte Gewerkschaften gegründet. „Im Hellpolierten Bergbauspiegel „ die Gewerkschaft wie folgt definiert:
„Gewerkschaft / sind Personen/welche eine Zechen bauen / und ihre gewissenTheiledaran haben /uff die dieselben Zubuß geben / und nach Gelegenheit Ausbeute heben.“ Dies hat also nichts mit Gewerkschaften in heutigem Sinne zu tun. Die Gewerkschaft stellte im damaligen Bergrecht eine Unternehmensform dar. Sie bestimmte über kein nominelles Grundkapital, wie eine Aktiengesellschaft. Das Kapital ist viel mehr in quotenmäßige Anteile, sogenannten Kuxen eingeteilt, die auf einen Bruchteil des Gesamtkapitals lauten.


Bilder untere Reihe:
- Das Kaliwerk während der Produktionszeit.
- Man sieht, auch zur Zeit der Produktionszeit des Kaliwerkes führte die Wipper in Göllingen Hochwasser.
- Das Kaliwerk während der Demontage 1925.


Ehemaliges Kaliwerk Göllingen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Ehemaliges Kaliwerk Göllingen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Ehemaliges Kaliwerk Göllingen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

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