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Mi, 18:00 Uhr
09.04.2008

Alles Paletti am Kyffhäuser?

Nach dem das vorläufige Aus für die Abholzung am Kyffhäuser kam (wir berichteten bereits), ist dann hier alles geregelt? So ganz kann man das nicht sagen. Es gibt noch eine ganze Reiher offener Fragen ....

Neue Bäume am Kyffhäuser (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Neue Bäume am Kyffhäuser (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Um es gleich vorn weg zu sagen, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, am Kyffhäuser wird nur Holz eingeschlagen, hier das Bild einer sehr aufwendigen Neuanpflanzung auf dem Kyffhäusergebirge. Die Pflanzung befindet sich links des Barbarossaweges, wenn man vom Panorama Richtung Waldkante läuft.
Bei der Besichtigung vor Ort (im Bild unten rechts Dr. Thöne, Landrat Peter Hengstermann, Landtagsmitglied Gudrun Holbe und Elke Pauligk) und der anschließenden Podiumsdiskussion mit Experten der Forstverwaltung, Vertretern der Bürgerinitiative, Politikern, Vertretern des BUND und Bürgern (wir berichteten bereits) gab es doch noch einige Meinungsverschiedenheiten, wie mit den Kahlschlägen (z.B. Bildreihe unten Mitte) verfahren werden soll. Mächtig ins Schwimmen kamen der Abteilungsleiter Forst und Ländliche Räume vom Erfurter Ministerium Landwirtschaft, Forst..., Dr. Karl Friedrich Thöne, seinem Stellvertreter Volker Gebhardt, bei der Frage, warum in zwei Antwortbriefen der Landesregierung behauptet wurde, am Kyffhäuser seien keine Fehler gemacht worden. Vor der konkreten Antwort, wer die vom Minister unterschriebenen Briefe wirklich bearbeitet hat, drückte man sich geschickt herum, ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Unverständnis, ja sogar Sorge, rief die Meinung von Forstamtsleiter Uli Klüßendorf hervor, der meinte, dass sich der völlig kahl geschlagene Steilhang an der B85 in 3 bis 4 Jahren ohne Probleme mit Haselnuss, Birke und einigen Selbstaustrieben begrünen würde. Denn wenn man sieht, wie kaum noch eine vorhandene Pflanzendecke zum Halt zur Verfügung steht, reichen ein paar intensive Starkniederschläge, um den ganzen Hang ins Rutschen zu bringen (Letzte Bildreihe links), so die Sorge der Bürger. Auch das Breitmachen von Hasel und insbesondere Birke wird von den Pollenallergikern ungern in der Nähe eines anerkannten Kurortes gesehen. Wer allergisch gegen dies Pollen ist, kann die Sorge bestimmt nachvollziehen.

Im Herbst waren von den Bürgern der Region zwei Tonnen Eicheln gesammelt worden. Die wurden in einer Baumschule ausgelegt und werden vollständig als Pflanzgut wieder in die Region zurückkommen, so Klüßendorf. Die Forstleute riefen in diesem Zusammenhang auf, weiter wieder Eicheln zusammeln. Auf die Frage von Elke Pauligk (Bürgerinitiative Kyffhäuserwald), ob auch aus diesen Samen alle Pflanzen in die Region zurückkämen, war das Ja nicht mehr ganz so klar, denn der Thüringer Wald würde auch große Mengen Setzlinge brauchen, so dass eventuell ein kleiner Teil abgezweigt werden könnte.

Aber auch hinsichtlich der Aufforstung wollen die Forstleute enger mit der Bürgerinitiative (www.kyffhaeuserwald.de) zusammenarbeiten. Es gibt aber auch hinsichtlich Aufforstung weitere interessante Aufforstungsarbeiten. So sollen im Bereich der Schweinsköpfe (Foto Galerieleiste links) noch einige Buchen rausgenommen werden, um in diesem Bereich gezielt die Eichen besser entwickeln lassen zu können, einschließlich der Neupflanzung von Eichen. Eichen brauchen zu ihrer Entwicklung mehr Licht, sonst werden sie von den Buchen zu stark unzerdrückt. Hintergrund dabei, die in diesem Bereich einzigartige Käferwelt, nicht nur für den Kyffhäuser, sondern für ganz Deutschland.

Wanderweg schwer begehbar (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Wanderweg schwer begehbar (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Aber auch hinsichtlich der zerschundenen Wege gibt es einen Lichtblick. Vor wenigen Tagen wurden 2 Mio. Euro für die Beseitigung von Schäden durch Sturm Kyrill freigeben, von denn lt. Dr. Thöne, Mittel für den Wegebau im Kyffhäuser genutzt werden können. Wie nötig es ist, zeigt das Bild, da auf dem zertifizierten Kyffhäuserweg ein Laufen auf einigen Teilen nicht mehr möglich war. Und das war sogar noch eine recht harmlose Stelle. Am Wanderweg Nr.2 waren die Spurrillen so tief, dass von Forstleuten und Naturschützern sogar die Meinung kam, die Wanderer sollten gefälligst drum herumlaufen, weil die mit Wasser gefüllte tiefe Spurrille bereits wieder ein Biotop im Naturschutzgebiet sei. Auch hier ist Konfliktpotential schon wieder vorprogrammiert.

Genau wie bei der Sache, dass viele Baumkronen und Astwerk nach den Baumfällarbeiten in großen Mengen im Wald liegen bleiben. Was für Wanderer vor allem jetzt, wo noch kaum Grün nachwachsen konnte, nicht gerade ansehenswert ist, erfreut den Naturschützer, weil viel Totholz den Waldboden besser schützt, weil Tiere nicht so schnell an keimende oder austreibende Baumspitzen kommen und Totholz auch ein wichtiger Lebensraum für Käfer und andere Tierarten darstellt.

Umso erboster waren Naturschützer, dass bei diesem stellenweisen Kahlschlag auch viel Altbäume umgehauen wurden, für die Holzgewinnung kaum verwendbar, aber wegen ihrer Hohlräume ideal für viele Tiere sind. Gerade diese Altbäume sind wichtig für das Gesamtfunktionieren des Biotops Wald. Deshalb ist ja auch der Konsens bei der Podiumsdiskussion zu befürworten, dass Forst (Dr. Thöne), Bürgerinitiative und BUND (Dr. Burghardt Vogel) enger zusammenarbeiten wollen. Deshalb sollten auch die Verantwortlichen für Tourismus in die Zusammenarbeit einbezogen werden. Denn wie sagte Bad Frankenhausen Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) zur Eröffnung der gestrigen Podiumsdiskussion: Der Tourismus sichert 990 Arbeitsplätze im Tourismusbereich des Kyffhäuserkreises und bringt 18,5 Mio. Einnahmen aus Übernachtungsgästen und 22 Mio. aus Tagesgästen im Jahr. Für diese Gäste muss nicht nur der Kyffhäuser im ganzen Kreis attraktiv bleiben. Eine Tatsache die leider allzu oft vergessen wird.


Im Kyffhäuserwald (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Kahlschlagfläche (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Besichtigung der Schäden vor Ort (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Steilhang an B85 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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