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Sa, 07:10 Uhr
19.04.2008

Arterner Ansichten (15) - Geschichtsausflug

Eines Tages kam ein Mitarbeiter der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) zum Arterner Bürgermeister. Er hätte einen Container voll Material über die Kyffhäuserhütte, ob er Verwendung dafür hätte. Wolfgang Koenen hatte. Lesen Sie mehr nach einem Klick…


Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern) Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern) Paul Reuß war es, der 1881 „auf einem halben Morgen Feld „Am Pflaumenweg" nach Voigtstedt in der Nähe des Bahnhofs zu Artern eine 80 qm große Blechschmiede mit Schlosserei gründete“, kann man einer im Arterner Amtsblatt veröffentlichten Zusammenfassung der Betriebsgeschichte der Kyffhäuserhütte Artern von den Anfängen bis 1945 von Ing. Volkmar Künne (unser Foto), dem seit 6 Jahren ehrenamtlicher Betreuer der Ausstellung zur Geschichte der Kyffhäuserhütte, lesen.

Ausflug in die Geschichte (Foto: Ulla Recke) Ausflug in die Geschichte (Foto: Ulla Recke)


Unser zweites Bild, eine Montage von Ulla Reck, Artern aus Anlass es 50-jährigen Bestehens der AWG - heute Arterner Wohnungsbaugenossenschaft e. G., ursprünglich Arbeiter Wohnungsbaugenossenschaft – ein Kind der einstigen Kyffhäuserhütte, vermittelt einen kleinen Einblick in die Geschichte des Betriebes. Die Montage findet man in der Jubiläumsbroschüre der AWG und in der zur Ausstellung gehörigen Galerie mit Fotos und Zeichnungen zur Stadt Artern.

Aus der Blechschmiede wurde ein führender Molkereimaschinenbetrieb im Rahmen des RWG (Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe) und weit darüber hinaus. Und doch überlebte er die Wende nicht lange.

Als die AWG 2006 ihren 50. Geburtstag feierte lebte ihre einstiger Trägerbetrieb längst nicht mehr. Die Genossenschaft steht auf festen Füßen.
Nicht nur, dass der Betrieb Generationen aus Artern und Umgebung Brot und Lohn gab, er strahlte auf vielfältige Art und Weise auf die Stadt aus, nahm ganz besonders in der DDR-Zeit wesentlich Einfluss auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in der Region.

Da ist die AWG nur ein Beispiel. In Artern entstanden das Schwimmbad, Stadion, das Kulturzentrum, die Rekonstruktion des Stadtzentrums ganz maßgelblich mit der Hilfe der Kyffhäuserhütte. Kultur, Sport, Jugendarbeit waren eng mit dem Betrieb verbunden. Die Verbindungen zu Schulen, Kindergärten, vielfältige Patenschaften sprechen für das soziale Engagement. Ein Betriebsambulatorium, Ferienheim, Ferienlager für Kinder und Lehrlinge der eigenen Lehrausbildung, waren weitere Zeugnisse des sozialen Engagements.

Natürlich gibt es auch andere Zeugnisse, zum Beispiel die Forderung des Betriebsdirektors alles in den Dienst des Endsieges zu stellen, in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Diese und viele andere Zeugnisse, der über 100jährigen Betriebsgeschichte im Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem 1000-jährigen Reich, der DDR und nur kurze Zeit im wiedervereinigten Deutschland, kann man in der Ausstellung der ehemaligen Kyffhäuserhütte im Oberen Hof sich ansehen und Volkmar Künne sowie auch Hans Pietschmann geben gern auf Fragen Antwort.

Es sind vor allem langjährige Belegschaftsmitglieder, die gern mal auf einen Plausch reinkommen, oftmals Bilder, Dokumente und Aufzeichnungen mitbringen. Es gibt aber auch Schüler und Studenten, die Material für ihre Arbeiten suchen, erzählt Künne. Von den jungen Menschen, die nach offiziellen Einschätzungen ja so wenig über die DDR-Zeit wissen, wünschte er sich mehr Interesse, mehr Besuche. Hier können sie sich anhand originaler Dokumente eine Meinung bilden.

Auf dem Gelände der einstigen Kyffhäuserhütte sind neue kleiner Betriebe entstanden, die zum Teil aus ihr hervorgingen. Besonders sehen ihre Wurzeln in dem alten Betrieb die KSA – Kyffhäuser Service & Anlagentechnik GmbH, die KMA – Kyffhäuser Maschinefabrik Artern (letzten beiden Bilder in der Galerie) und die KPA – Kyffhäuser Pumpen Artern GmbH, inzwischen mit Sitz in Ringleben. Von ihnen kamen übrigens auch bereits ausländische Kunden in die Ausstellung, da sie die „Hütte“ aus alten Geschäftsverbindungen kannten und schätzten.

Zurück zur Einleitung: Bürgermeister Koenen übernahm das Material, stellte die oberen Räume des sanierten einstigen Herrenhauses auf dem Oberen Hof zur Verfügung, nicht unbedingt ideal durch die Treppen, doch besser wie nichts. Mit Volkmar Künne gewann er einen kompetenten Mann, der die Ausstellung betreut – ehrenamtlich! Jede Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr und 15 Uhr bis 17 Uhr erwartet er die Besucher. In Absprache mit Frau Löschmann Tel.: 03466 325530 oder Herrn Künne Tel.: 03466 320649 kann man auch individuell einen Termin vereinbaren.
Text: Klaus Henze; Fotos: Ulla Reck (Montage), Klaus Henze
Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern)
Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern)
Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern)
Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern)
Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern)
Ausflug in die Geschichte (Foto: Klaus Henze, Artern)
Autor: khh

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