Di, 14:58 Uhr
29.04.2008
Aufbauen, Abreißen und Neubauen
Bei der gestrige Einwohnerversammlung der Wohngebiete Hasenholz/Östertal/Stadtmitte ging es hauptsächlich um die Problemkreise Rückbau von Wohnungen und neue Skaterhalle...
Zuerst informierten Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) und Fachbereichsleiter Bau und Ordnung Manfred über die Baumaßnahmen der Stadt insgesamt, wie das baldige Einziehen der ersten Decke in das zukünftige Bürgerzentrum Cruciskirche, die Wiedereröffnung des Anschlussbahnhofes zusammen mit der Bundeswehr oder der Fertigstellung der Trauerhalle Thalebra, wir berichteten teilweise bereits.
Danach stellte Manfred Kuksch das Projekt der neuen Skaterhalle im Hasenholz vor und illustrierte das Ganze per Beamer mit entsprechenden Projektunterlagen. So wird die neue Skaterhalle eine Größe von ca. 36 x 23 m haben. Der eigentliche Skaterteil wird eingeschossig sein (lichte Höhe ca. 6,50 m), während ein kleiner Teil an einem Giebel im Eingangsbereich 2-geschossig sein wird, unter anderem einer kleinen Tribüne für Besucher. Das Projekt, so Kuksch, wird bei 600.000 Euro Kosten zu ca. 66% aus Sonderprogrammen gefördert. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch, dass eine neue Skaterbahn aus Beton im Freien auch nicht viel billiger geworden wäre, als die projektierte Indoor-Bahn. Die Halle im Freien umschließen wird eine Asphaltstrecke als ca. 3m breite Bahn für Inliner. Inliner, dass sind die schnellen Dinge mit den vier Rollen an den Schuhen, mit denen manche Jugendliche zum Schrecken der Fußgängerzone werden. Auf der Inliner-Bahn können sie sich mal so richtig austoben.
Bürgermeister Kreyer betonte nochmals die Wichtigkeit eines solchen Projekts, um die Jugendlichen für etwas sinnvolles zu begeistern. Betreut wird das ganze Projekt vom Fachbereich Soziales, Jugend und Sport, vom Stadtjugendring und dem Verein Roll Projekt 07, in dem vor allem Jugendlich im Alter von 19 bis 25 Jahre mitarbeiten. Wie die Leiterin des Fachbereiches Soziales, Jugend und Sport, Karin Strödter, mitteilte, wird es Schnupperkurse und Einführungskurse (unterstützt vom Sozialamt) geben. Nägel mit Köpfen macht man in der Form, dass auch eine Stelle für einen kompetenten Betreuer ausgeschrieben wird, der mindestens Sportlehrer ist, und die nötigen Zusatzqualifikationen (Lizenzen) für Inline-Skating hat, um später selbst die Prüfung für Jugendliche abnehmen kann.
Die Wohngebiete Wohngebiete Hasenholz/Östertal und das Gebiet am Wippertor zählen ja zu den bekannten Rückbaugebieten für die Verminderung von Wohnraum. Neben Bürgermeister Kreyer waren auch die Geschäftsführer der drei Wohnungsgesellschaften Sondershausens, Wolfgang Menzel (Glückauf), Horst Mehler (Fortschritt) und Eckhard Wehmeier (Wippertal) , anwesend und informierten über anstehende Probleme.
Kernpunkte der Diskussion waren der notwendige Rückbau von 1150 Wohnungen bis 2010, von denen erst 740 zurzeit realisiert wurden und das Thema Altschulden, die aus Krediten resultieren, die noch zu DDR-Zeiten gewährt wurden und immer noch die Wohnungsgesellschaften belasten. Obwohl durch die Bundesregierung verschiedene Anpassungsgesetze zum Schuldenerlass wirksam wurden, sind längst noch nicht alle Altschulden erlassen. Bürgermeister Kreyer mahnte die Politiker an, endlich die Altschulden völlig zu streichen, damit die Wohnungsgesellschaften auch wieder effektiv arbeiten können.
Obwohl alle drei Wohnungsgesellschaften weitere Wohneinheiten leerziehen, wollte keiner sagen, welche Blöcke als nächste abgerissen werden. Nach Anfrage eines Bürgers gab es von der Wippertal den Rat, vor eigenen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen unbedingt nochmals vorher bei der Wohnungsgesellschaft nachzufragen, ob so eine Maßnahme noch sinnvoll ist.
Man war zwar sich zwar hinsichtlich des in der Crucisstraße geschaffenen umgebauten Wohnblocks einig, dass es auch architektonisch eine gelungen Variante sei, die auch zurzeit vollständig vermietet ist, aber nicht auf das ganze Wohngebiet Wippertor angewendet werden kann. Dazu sei der Markt für hochpreisige Wohnungen einfach zu gering in Sondershausen. Auch Wolfgang Menzel (Glückauf) gab zu bedenken, dass dem Abriss von Wohneinheiten Grenzen gesetzt sind, weil es eine ganze Menge Bürger gebe, die sich einfach höhere Mieten nicht leisten können. Deshalb betonte auch Bürgermeister Kreyer, dass es auf keinen Fall Ziel sei, den Wohnungsmarkt von preiswerten Mieten künstlich zu verknappen, um die Mieten hochzutreiben. Auch wenn die betroffenen Personen das Geld vom Kreis bekommen würden, über die Kreisumlage würden die Kommunen automatisch wieder höher belastet. In diesem Zusammenhang freute sich Kreyer, dass die drei Wohnungsgesellschaften der Stadt noch gut zusammenarbeiten. In anderen Städten sei es teils schon üblich, dass man sich nur noch über die Anwälte unterhält.
In der Diskussion wies Eckhard Wehmeier (Wippertal) den Vorwurf eines Bürgers von sich, man würde in der Wezel-Straße versuchen, zu hohe Mieten für die Gewerbeflächen zu verlangen. Selbst bei 3,5 Euro / qm seien die Gewerbeflächen nicht zu vermieten und er ist sich sicher, dass selbst bei 0,50 Euro / qm nicht mehr Läden eröffnen würden. Es können aber auch nicht sein, dass bei solchen geringen Mieten, noch umfangreiche Umbauten vorher verlangt werden. Das können man nie refinanzieren. Unterstützung erhielt er dabei von Bürgermeister Kreyer, der einwarf, dass einfach die Kaufkraft fehle und auch die Einwohnerzahl der Kernstadt von ca. 24.000 auf 18.000 gesunken sei. Es sei sogar ein Kaufkraftverlust dahingehend zu verzeichnen, dass das Niveau von 76% des Westniveaus jetzt sogar schon auf 72% gesunken sei. Auch eine Folge des demografischen Wandels in der Stadt.
Autor: khhZuerst informierten Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) und Fachbereichsleiter Bau und Ordnung Manfred über die Baumaßnahmen der Stadt insgesamt, wie das baldige Einziehen der ersten Decke in das zukünftige Bürgerzentrum Cruciskirche, die Wiedereröffnung des Anschlussbahnhofes zusammen mit der Bundeswehr oder der Fertigstellung der Trauerhalle Thalebra, wir berichteten teilweise bereits.
Danach stellte Manfred Kuksch das Projekt der neuen Skaterhalle im Hasenholz vor und illustrierte das Ganze per Beamer mit entsprechenden Projektunterlagen. So wird die neue Skaterhalle eine Größe von ca. 36 x 23 m haben. Der eigentliche Skaterteil wird eingeschossig sein (lichte Höhe ca. 6,50 m), während ein kleiner Teil an einem Giebel im Eingangsbereich 2-geschossig sein wird, unter anderem einer kleinen Tribüne für Besucher. Das Projekt, so Kuksch, wird bei 600.000 Euro Kosten zu ca. 66% aus Sonderprogrammen gefördert. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch, dass eine neue Skaterbahn aus Beton im Freien auch nicht viel billiger geworden wäre, als die projektierte Indoor-Bahn. Die Halle im Freien umschließen wird eine Asphaltstrecke als ca. 3m breite Bahn für Inliner. Inliner, dass sind die schnellen Dinge mit den vier Rollen an den Schuhen, mit denen manche Jugendliche zum Schrecken der Fußgängerzone werden. Auf der Inliner-Bahn können sie sich mal so richtig austoben.
Bürgermeister Kreyer betonte nochmals die Wichtigkeit eines solchen Projekts, um die Jugendlichen für etwas sinnvolles zu begeistern. Betreut wird das ganze Projekt vom Fachbereich Soziales, Jugend und Sport, vom Stadtjugendring und dem Verein Roll Projekt 07, in dem vor allem Jugendlich im Alter von 19 bis 25 Jahre mitarbeiten. Wie die Leiterin des Fachbereiches Soziales, Jugend und Sport, Karin Strödter, mitteilte, wird es Schnupperkurse und Einführungskurse (unterstützt vom Sozialamt) geben. Nägel mit Köpfen macht man in der Form, dass auch eine Stelle für einen kompetenten Betreuer ausgeschrieben wird, der mindestens Sportlehrer ist, und die nötigen Zusatzqualifikationen (Lizenzen) für Inline-Skating hat, um später selbst die Prüfung für Jugendliche abnehmen kann.
Die Wohngebiete Wohngebiete Hasenholz/Östertal und das Gebiet am Wippertor zählen ja zu den bekannten Rückbaugebieten für die Verminderung von Wohnraum. Neben Bürgermeister Kreyer waren auch die Geschäftsführer der drei Wohnungsgesellschaften Sondershausens, Wolfgang Menzel (Glückauf), Horst Mehler (Fortschritt) und Eckhard Wehmeier (Wippertal) , anwesend und informierten über anstehende Probleme.
Kernpunkte der Diskussion waren der notwendige Rückbau von 1150 Wohnungen bis 2010, von denen erst 740 zurzeit realisiert wurden und das Thema Altschulden, die aus Krediten resultieren, die noch zu DDR-Zeiten gewährt wurden und immer noch die Wohnungsgesellschaften belasten. Obwohl durch die Bundesregierung verschiedene Anpassungsgesetze zum Schuldenerlass wirksam wurden, sind längst noch nicht alle Altschulden erlassen. Bürgermeister Kreyer mahnte die Politiker an, endlich die Altschulden völlig zu streichen, damit die Wohnungsgesellschaften auch wieder effektiv arbeiten können.
Obwohl alle drei Wohnungsgesellschaften weitere Wohneinheiten leerziehen, wollte keiner sagen, welche Blöcke als nächste abgerissen werden. Nach Anfrage eines Bürgers gab es von der Wippertal den Rat, vor eigenen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen unbedingt nochmals vorher bei der Wohnungsgesellschaft nachzufragen, ob so eine Maßnahme noch sinnvoll ist.
Man war zwar sich zwar hinsichtlich des in der Crucisstraße geschaffenen umgebauten Wohnblocks einig, dass es auch architektonisch eine gelungen Variante sei, die auch zurzeit vollständig vermietet ist, aber nicht auf das ganze Wohngebiet Wippertor angewendet werden kann. Dazu sei der Markt für hochpreisige Wohnungen einfach zu gering in Sondershausen. Auch Wolfgang Menzel (Glückauf) gab zu bedenken, dass dem Abriss von Wohneinheiten Grenzen gesetzt sind, weil es eine ganze Menge Bürger gebe, die sich einfach höhere Mieten nicht leisten können. Deshalb betonte auch Bürgermeister Kreyer, dass es auf keinen Fall Ziel sei, den Wohnungsmarkt von preiswerten Mieten künstlich zu verknappen, um die Mieten hochzutreiben. Auch wenn die betroffenen Personen das Geld vom Kreis bekommen würden, über die Kreisumlage würden die Kommunen automatisch wieder höher belastet. In diesem Zusammenhang freute sich Kreyer, dass die drei Wohnungsgesellschaften der Stadt noch gut zusammenarbeiten. In anderen Städten sei es teils schon üblich, dass man sich nur noch über die Anwälte unterhält.
In der Diskussion wies Eckhard Wehmeier (Wippertal) den Vorwurf eines Bürgers von sich, man würde in der Wezel-Straße versuchen, zu hohe Mieten für die Gewerbeflächen zu verlangen. Selbst bei 3,5 Euro / qm seien die Gewerbeflächen nicht zu vermieten und er ist sich sicher, dass selbst bei 0,50 Euro / qm nicht mehr Läden eröffnen würden. Es können aber auch nicht sein, dass bei solchen geringen Mieten, noch umfangreiche Umbauten vorher verlangt werden. Das können man nie refinanzieren. Unterstützung erhielt er dabei von Bürgermeister Kreyer, der einwarf, dass einfach die Kaufkraft fehle und auch die Einwohnerzahl der Kernstadt von ca. 24.000 auf 18.000 gesunken sei. Es sei sogar ein Kaufkraftverlust dahingehend zu verzeichnen, dass das Niveau von 76% des Westniveaus jetzt sogar schon auf 72% gesunken sei. Auch eine Folge des demografischen Wandels in der Stadt.