eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mi, 22:33 Uhr
30.04.2008

Landwirtschaftsminister in Donndorf

Die erste Reaktion als der Thüringens Minister für Landwirtschaft, Natur und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, in Donndorf eintraf war die Feststellung: Bei euch ist der Raps aber schon wesentlich weiter. Was sonst noch bei dem Besuch passierte, erfahren Sie hier...

Noch bevor der Minister eintraf, antwortete Landrat Peter Hengstermann (CDU) auf die Frage, ob es einen bestimmten Grund für die Einlandung des Ministers gab: „Nein. Wir versuchen zusammen mit dem Bauernverband den Minister mindestens einmal in den Landkreis zu holen.“ Dabei betonte er, dass es dieses Mal eben in den östlichen Teil des Kreises ging, und die besuchte Agrar- und Handels-GmbH kein extra ausgesuchter Vorzeigebetrieb sei.

Zur Einstimmung wurde erst mal ein Betriebsrundgang durch die insgesamt ca. 10 ha große Anlage gemacht. Dieses Agrarunternehmen, so Geschäftsführerin Cornelia Leißner, hat sich hauptsächlich auf die Milchproduktion spezialisiert, von etwas Bullenaufzucht mal abgesehen. Dabei wird eine Landwirtschaftsfläche von 1.446 ha bewirtschaftet. Im späteren Gespräch mit dem Minister konnte man doch mit Stolz berichten, dass seit Jahren ca. 49 Beschäftigte in dem Unternehmen arbeiten. Des halb war die Forderung der Unternehmensführung an den Minister klar: In so einer strukturschwachen Region sollte man wenigstens die Landwirtschaft erhalten.

Damit war man natürlich sofort bei einem Kernthema der Diskussion, dem Milchpreis. Bei den gestiegenen Preisen für Dünger und Kraftstoff ist bei einem Milchabnahmepreis von 32 Cent / Liter kaum noch rentabel zu produzieren, von notwendigen Investitionen ganz zu schweigen. Nach Ansicht des Unternehmens wäre ein Preis von ca. 41 Cent ein akzeptable Größe, um ordentlich wirtschaften zu können. In Wahrheit sieht die Sache anders aus. Die großen Discounter bestimmen die Preise und auch ein Landwirtschaftsminister kann da keine Abhilfe schaffen, denn die Probleme liegen bei den Verträgen mit den Molkerein. So lange dort drin steht, es ist ein angemessener Preis für die Milch zu zahlen und die Molkerein recht frei festsetzen können, was angemessen ist, wird es immer zu Problemen kommen.

Aber auch in anderer Hinsicht konnte der Minister nicht helfen. Die Agrarunternehmen haben immer größere Probleme geeignete Azubis zu finden. Die Berufe in der Tierproduktion stehen im Ruf, so das Letzte zu sein, wenn man sich um einen Ausbildungsberuf bewirbt. So fehlt sogar geeigneter Nachwuchs in einer Region die erheblich mit Arbeitsplatzproblemen zu kämpfen hat. Da bei arbeiten wir schon lange nicht mehr nur mit der Mistgabel, so Geschäftsführer Holger Brandt. Auch bei uns hat die Computertechnik Einzug gehalten, wir werden später darüber berichten.

In der weiteren Diskussion wurde eine weitere Problematik angesprochen, für die auch keine geeignete Lösung in Aussicht ist, die Eiweißversorgung der Tierproduktion. Tierkörpermehl darf nicht mehr verfüttert werden. Das auf dem Weltmarkt vorhandene Soja für die Zufütterung wird bald zu 90% aus genmanipulierten Material bestehen, was wir eigentlich nicht wollen. Aber Futtereiweiß mit Erbsen oder Bohnen zu erzeugen würde die Preise noch deutlich nach oben treiben. Damit muss der Bürger bald entscheiden: Teurere Milch und Fleisch oder der Einsatz von genmanipulierten Futter.

Harte Kämpfe erwartet der Minister, wenn die Flächenbeihilfen einheitliche werden sollen. Damit konnte der Minister auch hinsichtlich der Förderung kein Erhöhung versprechen, sondern im Gegenteil, es wird sogar weiter nach unten gehen. Und die ganze Diskussion um den Einsatz von landwirtschaftlichen Produkten für die Energiegewinnung vereinfacht die ganze landwirtschaftliche Produktion nicht.

Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Cornelia Leißner mit Minister Sklenar, im Hintergrund Manfred Pilch, Amtsleiter Landwirtschaftsamt Bad Frankenhausen.

Wenn der Minister schon nicht mit dem großen Scheck kommen konnte, dann gab es wenigstens vom Agrarunternehmen eine Aufmerksamkeit aus der heimischen Produktion. Aber schon das man bei so einem Besuch des Ministers mal die Sorgen und Nöte loswerden konnte, war die Sache allemal wert.

Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Minister Sklenar in Donndorf (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)