So, 07:02 Uhr
25.05.2008
Schachtgeschichten (10): Der Esserschacht oder Schacht V
In einem Artikel vom April wurde berichtet, dass aus der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen auf Beschluss der Gewerkschaft vom 28.03.1908 insgesamt 6 neue Gewerkschaften gebildet wurden. Heute soll zur Gewerkschaft Ost und hierbei speziell zur Entwicklung des Esserschachtes oder Schacht V berichtete werden...
Der Schachtansatzpunkt liegt Gemeindeland von Großfurra zwischen Schacht Iund Schacht VI. Die Abteufarbeiten begannen am 15.Juli 1912. Bei 727,5 m wurde das Hartsalzlager erreicht und bei 752 m die Endteufe des Schachtes. Dies war am 6.Dezember 1914. Die Förderung wurde im Mai 1914 aufgenommen. Das Rohsalz wurde mit der Werksbahn zur KCl-Fabrik auf Schacht I gefahren. Dies war bis zur Stilllegung der Förderung im Jahre 1991der Fall. Das bedeutete , dass das Rohsalz nach der Schachtförderung in einer Mühle auf eine Korngröße gemahlen werden musste, um es in den Talbotwagen transportieren zu können.
Schacht V um 1913
Im Jahre 1927 wurde auf Schacht V der Spülversatz eingerichtet. Am Ende des 2 Weltkrieges wurde de Förderung eingestellt. Am 18 Dezember 1945 wurde die Förderung unter schwierigen Bedingungen wieder aufgenommen. Die Amerikaner hatten in die Süßwasserleitung im Bereiches des Schachtes geschossen, so dass 5 Tage und Nächte Wasser in den Schacht floss. Bergleute aus Großfurra dichtete die schadhafte Stelle wieder ab, so dass der Schacht gerettet war.
Im Bereich der Schachtanlage wurden immer wieder technische Erneuerungen vorgenommen, so kam 1957 die erste Streckenvortriebsmaschine zum Einsatz. Markant war die Umstellung in der Abbau – und Streckenförderung auf gleislose Technik. Mi dieser Technik wurde im Jahre 1966 im Südfeld der Grube begonnen. Es kamen Tiefschaufellader oder ST8 zum Einsatz. Dieter Schröder war der Erste, der so ein Fahrzeug mit einem Schaufelinhalt von 6 t gefahren hat. Das Rohsalz aus den Abbauen wurde mit Hilfe von sogenannten Tracks zum Schacht gefahren. In den späteren Jahren wurde das Rohsalz mit Hilfe von Brechern gemahlen und über Bandanlagen zum Schacht transportiert. Das erste Band wurde ebenfalls im Südfeld installiert. Für die Instandhaltung und Montage der Großgeräte wurden Werkstätten aufgefahren.
Am 8.Oktober 1973 wurde die Gestellförderung demontiert und ab 19.Oktober eine rollengeführte Gefäßförderung mit einer Tagesleistung von 3800 t in Betrieb genommen. Das bedeutet auch, dass die die Mühle auf Schacht V rekonstruiert wurde.
Mit der Einstellung der Kaliproduktion im Kaliwerk Glückauf Sondershausen ergaben sich für Schachtanlagen neue Aufgaben. Im Rahmen Privatisierung wurde die GSES gegründet, die den Schacht V umgebaut hat. Der Schacht wurde jetzt ab für die Förderung von Altstoffen und Filterstäuben genutzt. Das heißt früher wurde das Rohsalz von unter Tage nach über Tage gefahren, dagegen heute werden die Altstoffe von über Tage nach unter Tage zur Deponie gefördert. Damit wurde die Schachtanlage am Leben erhalten.
Wer sich für Details interessiert, dem werden folgende Bücher empfohlen:
Hans-Jürgen Schmidt, Die Gewerkschaft Glück auf Sondershausen (1893 – 1926) und
Hans-Jürgen Schmidt, Die Geschichte der Kaliindustrie in Sondershausen (1926 – 1995)
Dies Bücher sind erhältlich im Erlebnisbergwerk in Sondershausen, Telefon: 03632-655280.
Hans-Jürgen Schmidt
Bilder: Archiv Hans-Jürgen Schmidt
Bild 1: Die Grube V 1978
Bild 2: Schacht V um 1915
Bild 3: Tiefschaufellader ST8 im Einsatz
Bild 4: Anlage der Grube V im Jahr 2007
Bild 5: Fördergerüst Grube V im Jahr 2007
Bild 6: Die Bahnentladestation im Bereich Grube V
Autor: khhDer Schachtansatzpunkt liegt Gemeindeland von Großfurra zwischen Schacht Iund Schacht VI. Die Abteufarbeiten begannen am 15.Juli 1912. Bei 727,5 m wurde das Hartsalzlager erreicht und bei 752 m die Endteufe des Schachtes. Dies war am 6.Dezember 1914. Die Förderung wurde im Mai 1914 aufgenommen. Das Rohsalz wurde mit der Werksbahn zur KCl-Fabrik auf Schacht I gefahren. Dies war bis zur Stilllegung der Förderung im Jahre 1991der Fall. Das bedeutete , dass das Rohsalz nach der Schachtförderung in einer Mühle auf eine Korngröße gemahlen werden musste, um es in den Talbotwagen transportieren zu können.
Schacht V um 1913
Im Jahre 1927 wurde auf Schacht V der Spülversatz eingerichtet. Am Ende des 2 Weltkrieges wurde de Förderung eingestellt. Am 18 Dezember 1945 wurde die Förderung unter schwierigen Bedingungen wieder aufgenommen. Die Amerikaner hatten in die Süßwasserleitung im Bereiches des Schachtes geschossen, so dass 5 Tage und Nächte Wasser in den Schacht floss. Bergleute aus Großfurra dichtete die schadhafte Stelle wieder ab, so dass der Schacht gerettet war.
Im Bereich der Schachtanlage wurden immer wieder technische Erneuerungen vorgenommen, so kam 1957 die erste Streckenvortriebsmaschine zum Einsatz. Markant war die Umstellung in der Abbau – und Streckenförderung auf gleislose Technik. Mi dieser Technik wurde im Jahre 1966 im Südfeld der Grube begonnen. Es kamen Tiefschaufellader oder ST8 zum Einsatz. Dieter Schröder war der Erste, der so ein Fahrzeug mit einem Schaufelinhalt von 6 t gefahren hat. Das Rohsalz aus den Abbauen wurde mit Hilfe von sogenannten Tracks zum Schacht gefahren. In den späteren Jahren wurde das Rohsalz mit Hilfe von Brechern gemahlen und über Bandanlagen zum Schacht transportiert. Das erste Band wurde ebenfalls im Südfeld installiert. Für die Instandhaltung und Montage der Großgeräte wurden Werkstätten aufgefahren.
Am 8.Oktober 1973 wurde die Gestellförderung demontiert und ab 19.Oktober eine rollengeführte Gefäßförderung mit einer Tagesleistung von 3800 t in Betrieb genommen. Das bedeutet auch, dass die die Mühle auf Schacht V rekonstruiert wurde.
Mit der Einstellung der Kaliproduktion im Kaliwerk Glückauf Sondershausen ergaben sich für Schachtanlagen neue Aufgaben. Im Rahmen Privatisierung wurde die GSES gegründet, die den Schacht V umgebaut hat. Der Schacht wurde jetzt ab für die Förderung von Altstoffen und Filterstäuben genutzt. Das heißt früher wurde das Rohsalz von unter Tage nach über Tage gefahren, dagegen heute werden die Altstoffe von über Tage nach unter Tage zur Deponie gefördert. Damit wurde die Schachtanlage am Leben erhalten.
Wer sich für Details interessiert, dem werden folgende Bücher empfohlen:
Hans-Jürgen Schmidt, Die Gewerkschaft Glück auf Sondershausen (1893 – 1926) und
Hans-Jürgen Schmidt, Die Geschichte der Kaliindustrie in Sondershausen (1926 – 1995)
Dies Bücher sind erhältlich im Erlebnisbergwerk in Sondershausen, Telefon: 03632-655280.
Hans-Jürgen Schmidt
Bilder: Archiv Hans-Jürgen Schmidt
Bild 1: Die Grube V 1978
Bild 2: Schacht V um 1915
Bild 3: Tiefschaufellader ST8 im Einsatz
Bild 4: Anlage der Grube V im Jahr 2007
Bild 5: Fördergerüst Grube V im Jahr 2007
Bild 6: Die Bahnentladestation im Bereich Grube V






