eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
So, 07:00 Uhr
29.06.2008

Bergbau bei Lossa

Die Serie von Schachtgeschichten aus der Region um Roßleben setzen wir fort mit den Gewerkschaften Reichskrone und Richard bei Lossa...

Wenn man von Wiehe nach Lossa fährt und hält am Ende der Serpentinen an, hat man zunächst einen herrlichen Blick auf Roßleben mit den Gebiet des ehemaligen Kaliwerkes und der dominierten Halde. Fährt man weiter, so sieht man kurz vor Lossa auf der rechten Seite eine Ruine. Es sind die letzen Zeugnisse des Kesselhauses der Schachtanlagen „Richard“ und „Reichskrone“. Der Wege zu dieser Ruine führt von der Straße kurz vor Lossa rechts ab. Vor einem Schlagbaum kann man parken und das Gelände der ehemaligen Schachtanalgen begehen. Man findet neben der bereits erwähnten Ruine des Kesselhausen noch die Abdeckplatten der beiden Schachtanlagen mit den Lotungslöchern (siehe Bilder). Eine ordnungsmäßige Verwahrung erfolgte nicht. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde Munition vom Flugplatz Kölleda durch die Lotungslöcher versenkt. Bei der Versenkung von Phosgenbomben im Jahre 1947 kam es zu einer Explosion, so dass die Betondeckel zerstört, die später erneuert wurden. Ansonsten sind noch einige Fundamentreste zu sehen. Doch zu den geschichtlichen Aspekten:

Die Gewerkschaft „Reichskrone“ wurde am 7.März 1907 und die Gewerkschaft „Richard“ am 14. Dezember 1909 gegründet. Die Basis waren fündige Tiefbohrungen die von der Heinrich Lapp Aktiengesellschaft durch geführt wurden. Die KCL-Gehalte lagen zwischen 18 und 21 %.

Der Beginn der Abteufarbeiten war für beide Schächte der 28.Dezember 1908. Die Schachtansatzpunkte lagen beim Schacht „Reichskrone“ bei + 343,77 m NN und beim Schacht „Richard“ bei + 344.02 m NN. Sie lagen nur 30 m von einander entfernt. Die Endteufe beider Schachtanlagen lagen bei 576 m, die Anfang 1913 erreicht wurde. Das Kalilager, vorwiegend aus Carnallitit bestehend, wurde bei beiden Schachtanlagen bei 528 m angefahren. Im Schacht „Richard“ wurden 2 Sohlen angefahren, jeweils bei 537 m und bei 545 m. Bei 545 m wurde das Füllort angehauen. Beim Abteufen gab es erhebliche Probleme mit dem Wasserzufluss. Im Juni 1913 wurden Schächte in 545 m Teufe miteinander verbunden. Der Schacht „Richard“ erhielt ein eisernes Fördergerüst und konnte somit als Förderschacht genutzt werden. Der Schacht „Reichskrone“ wurde als Seilfahrts – und Materialschacht ausgelegt und behielt das hölzerne Fördergerüst.

In der Zeit von 1913 bis 1916 wurden überwiegend Strecken mit einer Länge von ca.7 km zur Lagerstättenerkundung aufgefahren. Es wurden lediglich in 3 Abbauen vorwiegend Carnallitit gewonnen. Die Schachtförderung erfolgte mit einer einetagigen Gestellförderung, wobei die Förderleistung 100 t pro Tag betragen haben soll. In der Zeit von 1913 bis 1916 sind zirka 176. 000 teff gefördert wurden. Diese Fördermenge ist nach der Hohlraumbilanz der Verwahrungsakte mit 80. 000 qm berechnet worden. Das Rohsalz wurde mit einer Feldbahn zur Fabrik der Gewerkschaft „Rastenberg“ gefahren. Ein eigenen Fabrik wurde von Bezirksausschuss in Merseburg untersagt. Die Konzession für eine Verarbeitung 8000 dz Carnallitit war beantragt.

1916 wurde die Förderung eingestellt. Die endgültige Stilllegung erfolgte im Jahr 1922. Die Tagesanlagen waren gemeinsam für beide Schachtanlagen gebaut. Es waren ein Kesselhaus mit einem 52 m hohen Schornstein, Werkstattgebäude, Kauen – und Verwaltungsgebäude, Betriebsführerwohnheim, eine Elektrozentrale und die Einrichtungen zur Beschickung der Feldbahn. Davon ist heute nicht mehr zu sehen, wenn man von der Ruine des Kesselhauses und den Abdeckplatten der beiden Schächte absieht.

Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt
Schächte bei Lossa (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Schächte bei Lossa (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Schächte bei Lossa (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Schächte bei Lossa (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Schächte bei Lossa (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Schächte bei Lossa (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)