Di, 19:31 Uhr
08.07.2008
Probleme mit dem Borkenkäfer
Welche Probleme der Kyffhäuserwald mit dem Borkenkäfer hat, erläutert Forstamtsleiter Uli Klüßendorf, nach Anfrage von kn...
Seit dem Supersommer 2003 verändern sich im Kyffhäuser und auf der Hainleite die Waldbilder rasant. Überall da, wo geschlossene Fichtenaltbestände standen, findet der aufmerksame Waldbesucher heute aufgelichtete Wälder oder sogar große Kahlflächen vor. Es hat sich in den vergangenen Jahren eine zahlenmäßig so starke Borkenkäferpopulation aufgebaut, dass die durch Wasserstress und die Stürme Kyrill und Emma geschwächten Fichten nicht gegen den nur wenige Millimeter großen Käfer wehren können.
Eine gesunde Fichte schließt das Insekt in Harz ein und verhindert so das Einbohren unter die Rinde und die Vermehrung. Wenn aber zu viele Käfer gleichzeitig einen Baum befallen und dieser geschwächt ist, hat er keine Chance zur Abwehr der Käfer. Es bleibt dem Forstmann und dem Waldbesitzer nur, die Bäume so schnell wie möglich zu fällen und das Holz aus dem Wald zu bringen.
Die von der Bürgerinitiative Kyffhäuserwald dem Forstamt in Unkenntnis als Rodungen und Raubbau vorgeworfenen Kahlschläge der vergangenen Jahre waren Thema auf einer gemeinsamen Exkursion am vergangenen Mittwoch. Forstamtsleiter Uli Klüßendorf konnte an noch stehenden Fichten die Anzeichen von Käferbefall und das in diesem Jahr erwartete Ausmaß aufzeigen. Von Interesse war vor allem auch die Biologie des Käfers. Den Vertretern der Bürgerinitiative wurden die Zusammenhänge schnell klar und sie zeigten Verständnis für das notwendige Handeln des Forstamtes.
Wir werden auch diesem Jahr mehrere Hektar Fichtenfläche im Kyffhäuser und der Hainleite verlieren, wir rechnen mit ca. 5.000 Festmetern Zwangsnutzung muss Uli Klüßendorf dazu feststellen. Mit moderner Holzerntetechnik geht der Einschlag schnell voran, der Absatz des Holzes ist gewährleistet. So kann der Einsatz von Bioziden eingeschränkt werden.
Die Planungen des Forstamtes haben einen Wechsel der Baumarten von der Fichte hin zu einheimischen Laubbäumen, wie Buche, Eiche oder auch Esche und Ahorn, ohnehin vorgesehen. Das Tempo, dass uns jetzt die Natur vorgibt, stellt das Forstamt aber vor große organisatorische und finanzielle Probleme. Allein in diesem Frühjahr wurden im Kyffhäuser über 120.000 Buchen und Eichen gepflanzt. Diese Aufforstungen müssen zweimal im Jahr gemäht werden, gegen die Mäuse werden Rhodendizide ausgebracht und sie müssen vor dem Verbiss der zahlreichen Rehe geschützt werden.
Für den aufmerksamen Besucher der Wälder im Kyffhäuser entstehen so völlig überraschend neue Anblicke im Wald. Diese Lücken werden aber wieder geschlossen und in wenigen Jahren kaum noch zu erkennen sein.
Autor: khhSeit dem Supersommer 2003 verändern sich im Kyffhäuser und auf der Hainleite die Waldbilder rasant. Überall da, wo geschlossene Fichtenaltbestände standen, findet der aufmerksame Waldbesucher heute aufgelichtete Wälder oder sogar große Kahlflächen vor. Es hat sich in den vergangenen Jahren eine zahlenmäßig so starke Borkenkäferpopulation aufgebaut, dass die durch Wasserstress und die Stürme Kyrill und Emma geschwächten Fichten nicht gegen den nur wenige Millimeter großen Käfer wehren können.
Eine gesunde Fichte schließt das Insekt in Harz ein und verhindert so das Einbohren unter die Rinde und die Vermehrung. Wenn aber zu viele Käfer gleichzeitig einen Baum befallen und dieser geschwächt ist, hat er keine Chance zur Abwehr der Käfer. Es bleibt dem Forstmann und dem Waldbesitzer nur, die Bäume so schnell wie möglich zu fällen und das Holz aus dem Wald zu bringen.
Die von der Bürgerinitiative Kyffhäuserwald dem Forstamt in Unkenntnis als Rodungen und Raubbau vorgeworfenen Kahlschläge der vergangenen Jahre waren Thema auf einer gemeinsamen Exkursion am vergangenen Mittwoch. Forstamtsleiter Uli Klüßendorf konnte an noch stehenden Fichten die Anzeichen von Käferbefall und das in diesem Jahr erwartete Ausmaß aufzeigen. Von Interesse war vor allem auch die Biologie des Käfers. Den Vertretern der Bürgerinitiative wurden die Zusammenhänge schnell klar und sie zeigten Verständnis für das notwendige Handeln des Forstamtes.
Wir werden auch diesem Jahr mehrere Hektar Fichtenfläche im Kyffhäuser und der Hainleite verlieren, wir rechnen mit ca. 5.000 Festmetern Zwangsnutzung muss Uli Klüßendorf dazu feststellen. Mit moderner Holzerntetechnik geht der Einschlag schnell voran, der Absatz des Holzes ist gewährleistet. So kann der Einsatz von Bioziden eingeschränkt werden.
Die Planungen des Forstamtes haben einen Wechsel der Baumarten von der Fichte hin zu einheimischen Laubbäumen, wie Buche, Eiche oder auch Esche und Ahorn, ohnehin vorgesehen. Das Tempo, dass uns jetzt die Natur vorgibt, stellt das Forstamt aber vor große organisatorische und finanzielle Probleme. Allein in diesem Frühjahr wurden im Kyffhäuser über 120.000 Buchen und Eichen gepflanzt. Diese Aufforstungen müssen zweimal im Jahr gemäht werden, gegen die Mäuse werden Rhodendizide ausgebracht und sie müssen vor dem Verbiss der zahlreichen Rehe geschützt werden.
Für den aufmerksamen Besucher der Wälder im Kyffhäuser entstehen so völlig überraschend neue Anblicke im Wald. Diese Lücken werden aber wieder geschlossen und in wenigen Jahren kaum noch zu erkennen sein.