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So, 07:05 Uhr
27.07.2008

Kaliwerk Oberheldrungen

In unserer Reihe Schachtgeschichten (11) kommen wir heute zum Kaliwerk in Oberheldrungen, mit den Gewerkschaften "Heldrungen I und II" und den Gewerkschaften "Sachsenburg", "Walter" und "Irmgard"...

Die Gewerkschaft "Heldrungen I und II"

Gegründet als Bohrgesellschaft im Jahre 1897 wurde das Unternehmen im Jahre 1901 in die Gewerkschaftsform überführt. Die Anlage befand sich in der Nähe von Oberheldrungen. Die Gerechtsame hatte zusammen eine Größe von 42.890.219 m² (Heldrungen I: 10.983.182 m², Heldrungen II: 23.907.037 m²), was etwa 16 preuß. Normalfeldern entsprach. Dies war das Ergebnis eines Gewerken- Versammlungsbeschlusse vom April 1908, denn beide verfügten über eine Gerechtsame von zirka 50 preußischen Normalfeldern. Von Heldrungen I wurden 44.214.289 m² an die Gewerkschaft Walter übergeben. Von Heldrungen II waren es 29.026.933 m², die an die Gewerkschaft Sachsenburg übergeben wurden.
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt) Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)

Die Gewerkschaft Heldrungen I besaß weder einen Schacht noch irgendwelche Tagesanlagen. Es bestand lediglich ein
Interessen-Gemeinschaftsvertrag. Der Schacht "Anna" der Gewerkschaft Heldrungen II in Oberheldrungen hatte eine Teufe von 490 m. Die Arbeiten zum Abteufen begannen 1902. Als Fabriken gab es eine Chlorkalium-, Kalimagnesia-, Kieserit-, Sulfat und Bromfabrik. Es bestand ein Grubenanschluss zum Bahnhof Heldrungen. Als Hausbesitz waren angegeben: 5 Beamten- und 6 Arbeiterwohnhäuser. Eine Kantine war ebenfalls vorhanden. Die Anzahl der Kuxe betrug jeweils für Heldrungen I und II 1.000 Stück. Die Gewerkschaften gehörten zum Emil Sauer- Konzern. Demzufolge war der Vorsitzende des Grubenvorstandes EMIL SAUER aus Berlin-Grunewald. Der Bergwerksdirektor DIPL. ING. FRITZ SCHNADT und der kaufmännische Leiter MAX ANTON leiteten das Unternehmen vor Ort. Beide stammten aus Oberheldrungen. Gefördert wurde seit 1905. Im Jahre 1913 betrug der Absatz 27.335 dz K2O. Während des ersten Weltkrieges ruhte die Förderung. Die Quoten wurden an andere Werke übergeben und Beteiligung an Fabrikaten zugekauft. Im Jahre 1919 gab es noch eine Belegschaft von 63 Personen. Im Jahre 1925 und später wurden das Kaliwerk demontiert, so dass man heute nur noch einige Zeugnisse der damaligen Zeit sehen kann.

Gewerkschaft "Sachsenburg"

Gegründet wurde diese Gewerkschaft durch Abtrennung von der Gewerkschaft "Heldrungen II" im Jahre 1912. Die Gerechtsame betrug 15.164.437 m², in den Gemarkungen Oberheldrungen, Forst Heldrungen, Gorsleben, Cannawurf und Sachsenburg, also im Bereich der Thüringer Pforte. Die Anzahl der Kuxe betrug 1.000. Sie waren im Besitz der Gewerkschaft "Heldrungen II" und damit zugehörig zum Emil Sauer- Konzern. Mit den Abteufarbeiten wurde 1912 begonnen. Seit August 1913 ruhten die Arbeiten. Die niedergebrachten Bohrungen hatten eine Teufe von 365,60 m. Bei 428,50 m wurde eine Carnallititsalzlagerstätte mit einer guten Mächtigkeit erreicht. Geleite wurde die Gewerkschaft von der Direktion der Gewerkschaft "Heldrungen I und II".

Gewerkschaft "Walter"

Gegründet wurde die Gewerkschaft im Jahre 1910 durch Erwerb der Gerechtsame von "Heldrungen I" und gehörte somit zum Emil Sauer- Konzern. Die Anzahl der Kuxe betrug 1.000. Die Gerechtsame befand sich in der Gemarkung von Oberheldrungen, Hauteroda und Kleinroda (Kreis Eckartsberga). Der Schacht hatte eine Teufe von 432 m. Begonnen wurde mit dem Abteufen im August 1910. Das Rohsalz wurde in den Fabrikanlagen der Gewerkschaft "Heldrungen II" verarbeitet. Dafür gab es eine 4,5 km lange Verbindungsbahn gemeinsam mit der Schachtanlage "Irmgard". Die Vermahlung des Rohsalzes erfolgte ebenfalls in den Rohsalzmühlen der Gewerkschaft Heldrungen II. Als Hausbesitz gab es ein Beamtenwohnhaus und zwei Arbeiterwohnhäuser. Die Förderung wurde 1912 aufgenommen. Im Jahre 1913 gab es einen Absatz von 42.233 dz K2O. Es wurde Hartsalz und Carnallitit. Das Hartsalzlager hatte einen KCL-Gehalt von zirka 21 % und der KCL-Gehalt des Carnallitits schwankte zwischen 14 und 18 %. Geleitet wurde die Schachtanlage von der Direktion der Gewerkschaft "Heldrungen I und II". Die Belegschaft hatte Ende1919
eine Stärke von 292 Mann.

Gewerkschaft "Irmgard"

Die Gewerkschaft wurde durch Abtrennung von der Gewerkschaft "Walter" im Jahre 1911 gegründet. Sie gehörte ebenfalls zum Emil Sauer-Konzern und verfügte über 1.000 Kuxe. Die Größe der Gerechtsame betrug 22.107.144 m², die in den Gemarkungen Heldrungen, Bretleben, Reinsdorf und Hauterode lag. Mit dem Schachtabteufen wurde 1911 begonnen. Er hatte eine Teufe von 405 m. Das Rohsalz wurde über eine 4.5 km lange Verbindungsbahn in den Fabrikanlagen der Gewerkschaft "Heldrungen II" gemahlen und verarbeitet. Gefördert wurden Hartsalz und Carnallitit seit 1913. Geleitet wurde die Bergwerksanlage von der Direktion der Gewerkschaft "Heldrungen I und II". Die Belegschaft umfasste Ende 1919 29 Mann.

Bildtexte:

Bild 1: Das Kaliwerk in Oberheldrungen
Bild 2: Lageplan der Schächte
Bild 3: Postkarte mit dem produzierenden Kaliwerk
Bild 4: Belegschaft beim Aufbau des Kaliwerkes
Bild 5: Fahnenweihe des Bergmannsvereins - 1908
Bild 6: Postkarte - unter anderen mit dem Direktionsgebäude
Bild 7: Das Direktionsgebäude heute
Bild 8. Abdeckung des Schachtes "ANNA"
Bild 9: weitere Postkarten mit Hinweisen, wo die Gebäude heute stehen
Bild 10: Schachtanlagen der Gewerkschaft "Walter" und "Irmgard"
Bild 11: Die Schachtanlage "Irmgard"
Bild 12: Die Abteufmannschaft des Schachtes "Walter"
Bild 13. Abdeckung des Schachtes "Walter"

Text und Bilder: Archiv Hans-Jürgen Schmidt
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Kaliwerk Oberheldrungen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

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