Mo, 17:37 Uhr
28.07.2008
Rentner ... haben das Sagen
Mit dem Problem eines möglichen Alterskonflikts im Kreistag des Kyffhäuserkreises beschäftigt sich eine Leserzuschrift von Dr. Günther Meyer, VIBT-Fraktion im Kyffhäuser-Kreistag,...
Seit rund einem Jahrzehnt wird in der Gesellschaft ein Kollisionskurs von Jung gegen Alt gepflegt, der als Generationenkonflikt im Sprachgebrauch verankert worden ist.. Ging es in dieser Neiddebatte noch um das Verfrühstücken der Rentenbeiträge der Jungen durch die länger lebenden Alten an fernen Gestaden, so ist per 18. Juli 2008 ein neues, qualitativ schlimmeres Merkmal dieser Altershabgier in einer großen Tageszeitung auszumachen. Da wird dem verdutzten Leser doch tatsächlich vorgeführt, dass rund ein Drittel der Kreisräte im Kyffhäuserkreistag einfach Rentner sind und denen, oh Graus, oftmals die Zusammenhänge der Beratungspunkte erst erläutert werden müssen.
Zur Auflockerung der Gemüter sei nun an dieser Stelle folgendes angemerkt: Noch müssen die Rentner-Kreisräte nicht in den Sitzungssaal getragen werden, es werden auch keine Herzschrittmacher eingeschaltet und Wir sind die junge Garde... auch nicht gesungen. Diese politische Anekdote kennen wieder nur – die Alten.
Die Altersstruktur der VIBT-Fraktion zeigt sich durchwachsen, wir stellen den zweitjüngsten und auch den ältesten Kreisrat. Und die Probleme junger Mandatsträger mindestens in Kommunalparlamenten wird auch gleich mitgeliefert. Die bzw. der Betrieb des relativ jungen Abgeordneten lässt maximal Freistellungen für Kreistagssitzungen zu. Diese Zusammensetzung der VIBT-Fraktion ist das Votum der Wähler in freier Entscheidung gewesen. Es darf somit, wenn auch zähneknirschend, durchaus akzeptiert werden.
Die umworbene Altersgruppe der 19- bis 49-Jährigen bleibt selbstredend aufgefordert, sich in die Kommunalpolitik einzubringen und ihre Mitarbeit in Parteien oder Bürgerinitiativen auf langfristiger Basis zu organisieren. Es bleibt dabei immer die Frage, ob denn geeignete Akteure überhaupt noch in der Region verblieben sind. Die Abwanderung an Rhein, Mosel, Donau oder auch ins Ausland wegen fehlender Arbeitsplätze fällt ja selbst der Landesregierung auf. Durch diese Vertretungen in den Kommunalparlamenten könnten dan glaubwürdig die Forderungen nach Investoren und Industrieansiedlungen vorgetragen werden, denn Wirtschaftspolitik findet z.B. im Kyffhäuserkreistag kaum statt.
Und die Alten? Die stellen 20 Millionen der Bevölkerung in Deutschland und sie haben ein Recht auf angemessene eigene Interessenvertretung auf allen Politikfeldern.
Dr. Günther Meyer
VIBT-Fraktion im Kyffhäuser-Kreistag
Autor: khhSeit rund einem Jahrzehnt wird in der Gesellschaft ein Kollisionskurs von Jung gegen Alt gepflegt, der als Generationenkonflikt im Sprachgebrauch verankert worden ist.. Ging es in dieser Neiddebatte noch um das Verfrühstücken der Rentenbeiträge der Jungen durch die länger lebenden Alten an fernen Gestaden, so ist per 18. Juli 2008 ein neues, qualitativ schlimmeres Merkmal dieser Altershabgier in einer großen Tageszeitung auszumachen. Da wird dem verdutzten Leser doch tatsächlich vorgeführt, dass rund ein Drittel der Kreisräte im Kyffhäuserkreistag einfach Rentner sind und denen, oh Graus, oftmals die Zusammenhänge der Beratungspunkte erst erläutert werden müssen.
Zur Auflockerung der Gemüter sei nun an dieser Stelle folgendes angemerkt: Noch müssen die Rentner-Kreisräte nicht in den Sitzungssaal getragen werden, es werden auch keine Herzschrittmacher eingeschaltet und Wir sind die junge Garde... auch nicht gesungen. Diese politische Anekdote kennen wieder nur – die Alten.
Die Altersstruktur der VIBT-Fraktion zeigt sich durchwachsen, wir stellen den zweitjüngsten und auch den ältesten Kreisrat. Und die Probleme junger Mandatsträger mindestens in Kommunalparlamenten wird auch gleich mitgeliefert. Die bzw. der Betrieb des relativ jungen Abgeordneten lässt maximal Freistellungen für Kreistagssitzungen zu. Diese Zusammensetzung der VIBT-Fraktion ist das Votum der Wähler in freier Entscheidung gewesen. Es darf somit, wenn auch zähneknirschend, durchaus akzeptiert werden.
Die umworbene Altersgruppe der 19- bis 49-Jährigen bleibt selbstredend aufgefordert, sich in die Kommunalpolitik einzubringen und ihre Mitarbeit in Parteien oder Bürgerinitiativen auf langfristiger Basis zu organisieren. Es bleibt dabei immer die Frage, ob denn geeignete Akteure überhaupt noch in der Region verblieben sind. Die Abwanderung an Rhein, Mosel, Donau oder auch ins Ausland wegen fehlender Arbeitsplätze fällt ja selbst der Landesregierung auf. Durch diese Vertretungen in den Kommunalparlamenten könnten dan glaubwürdig die Forderungen nach Investoren und Industrieansiedlungen vorgetragen werden, denn Wirtschaftspolitik findet z.B. im Kyffhäuserkreistag kaum statt.
Und die Alten? Die stellen 20 Millionen der Bevölkerung in Deutschland und sie haben ein Recht auf angemessene eigene Interessenvertretung auf allen Politikfeldern.
Dr. Günther Meyer
VIBT-Fraktion im Kyffhäuser-Kreistag