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Do, 23:12 Uhr
04.09.2008

„Hier ist Großes geleistet worden“

Mit dieser Aussage kennzeichnete Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus die Arbeit der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung stillgelegter Bergwerksbetriebe – kurz GVV – in den bestehenden 15 Jahren...

Über die Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen hatte kn schon kurz berichtet. Wie sah ein ehemaliger Bergmann, wie Hans-Jürgen Schmidt die ganze Sache. Denn er ist ja ein anerkannter Kenner der Geschichte der Kaliindustrie unserer Region. Hier seine Gedanken:

Im „Handelsblatt“ Ende August stand geschrieben: „Der führende deutsche Rohstoffkonzern (gemeint ist K +S in Kassel) prüft dabei unter anderem die Reaktivierung eines Kalibergwerks in Roßleben an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt, dessen Verkauf die bundeseigene Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben (GVV) ausgeschrieben hat. Für dieses Projekt werde K+S in den nächsten Wochen wohl einen Vorschlag unterbreiten. Darüber hinaus verfolgen wir auch Kaliprojekte im Ausland. Wir werden uns dazu aber erst äußern, wenn die Dinge klar sind, so ein Hinweis aus Kassel. Roßleben ist eines von sechs ostdeutschen Kalibergwerken, die in den 90er-Jahren stillgelegt wurden. Sie galten damals als nicht konkurrenzfähig gegenüber Produzenten aus Russland und Nordamerika.“, so steht die GVV im Focus des Geschehens, wenn gilt Entscheidungen zu treffen. Ein Fakt, der am heutige Tag , an dem die GVV ihr 15-jähriges Bestehen feiert, nicht außer Acht gelassen werden soll..
Doch zu einigen geschichtlichen Aspekten. Mit der Stilllegung von den Kali- und Spatgruben des ehemaligen VEB Kombinat Kali in den Jahren 1990/1991, wenn man von Zielitz, Unterbreizbach und Bernburg absieht, ergab sich die Aufgabe, die Bergwerke nach bergrechtlichen und umweltrechtlichen Vorschriften stillzulegen und zu verwahren. Gleichzeitig galt es, die wirtschaftlichen nachnutzbaren Vermögensteile zu privatisieren, erinnert sei dabei an die GSES in Sondershausen.

15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) 15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)


„Von der Treuhandanstalt mit diesem Gesellschaftsauftrag ausgestattet, nahm die GVV im Januar 1993 zunächst mit Sitz in Erfurt ihre operative Arbeit auf. Mit Jahresbeginn 1995 wurden unsere Geschäftsanteile von der Treuhandanstalt auf die Beteiligungs-Management Gesellschaft Berlin übertragen; gleichzeitig wurde die GVV institutioneller Zuwendungsempfänger des Bundesfinanzministeriums.“, betonte Hans-Joachim Hartwig, der Chef der GVV in seiner Laudatio zum 15-jährigen Bestehens der GVV. Im Januar 1998 wurde der Firmensitz nach Sondershausen verlegt. Das Ensemble der im Jugendstil errichteten Gebäude mit dem denkmalsgeschützten Fördergerüst des Petersenschachtes bot sich dafür an. Damit waren die Wege für die überwiegenden Mitarbeiter, die sich hauptsächlich aus dem Personalbestand der ehemaligen Kombinatsleitung des VEB Kombinat Kali und der Kaliwerke resultierten, nicht mehr so weit.

15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) 15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Um einige Fakten aus der Erfolgsbilanz der GVV zu nennen, sei aus den Ausführungen von Hartwig (Foto) zitiert:
„Das Spektrum der untertägigen Verwahrmaßnahmen unserer 18 Bergwerksstandorte ist aufgrund der geologischen und hydrologischen Rahmenbedingungen, der gewählten Abbauverfahren und der jeweils zu berücksichtigenden Situation an der Tagesoberfläche sehr breit gefächert. Grundsätzlich kann jedoch zwischen den Verwahrmaßnahmen des Kalibergbaus und denen des Erz- und Spatbergbaus unterschieden werden. Regional konzentrieren sich die Verwahrmaßnahmen des Kalibergbaus auf das Südharz-Revier hier im Norden Thüringens. Die Verwahrstandorte des Erz- und Spatbergbaus hingegen sind räumlich weit verstreut auf die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Unser eindeutiger Verwahrschwerpunkt und damit auch besonders kostenintensiv waren die Versatzarbeiten auf den Kalibergwerken Sondershausen, Bleicherode, Sollstedt und Bischofferode zur Abwehr von Gemeinschäden im Einwirkungsbereich dieser Bergwerke.

In den Reden der Gäste wurde übereinstimmend Lob und Anerkennung für die Leistungen der GVV ausgesprochen. Der Ministerpräsident des Landes Thüringen, Herr Althaus, hob hervor, dass mit der Arbeit der GVV sich die Arbeitsvitalität erhöht habe und bewies das an Hand der Minimierung der Arbeitslosigkeit im Kyffhäuserkreis. Immerhin sei die Arbeitslosigkeit um 4 % gesunken. In seine weiter Ausführungen sprach er allen Mitgliedern den Dank aus. „Hier ist Großes geleistet worden“, stellte er am Anfang seiner Rede. Ein Grund, dass der Chef der GVV, Hans-Joachim Hartmann, mit dem „Ehrenbrief des Freistaates Thüringen“ geehrt wurde (mit Anstecknadel). Der Landrat Peter Hengstermann, der auch im Namen vom Bürgermeister Kreyer sprach, betonte, dass mit Hilfe der GVV die notwendigen Versatzarbeiten im unter Tage Bereich des ehemaligen Kaliwerkes „Glück auf“ Sondershausen realisiert werden konnte und somit in Sondershausen größere Bergschäden vermieden werden konnten. Sein Blick habe er auf Roßleben gerichtet, in der Hoffnung, dass wieder neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Herr Dr. Kuyumcu, der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende, würdigte die Arbeit der GVV als „eine der größten Erfolgsgeschichten nach der Wiedervereinigung“, immerhin seien 5880 Arbeitsplätze in den Bergbauregionen entstanden. Die GVV wird noch bis 2011 bestehen. Danach werde entschieden, ob noch eine Weiterführung der Arbeiten notwendig sei, war zu vernehmen. Die Mitarbeiter sind von 1700 Mitarbeiter zu Beginn der Tätigkeit der GVV auf 155 Mitarbeiter gesungen, waren interessante Zahlen vom Aufsichtratsvorsitzenden.

Dr. Kuyumucu dankte allen Mitarbeiter für ihre aufopferungsvollen Arbeit. Dies gelte auch für die Lehrlingsausbildung, die wieder mit 85 Auszubildenden eine Perspektive für die Zukunft bietet.

Nach Einzug der Bergmannskapelle mit der „Nationalhymne“ der Bergleute „Glück auf der Steiger kommt...“ wurde mit den Gästen das 15-jährige Bestehen der GVV gefeiert.

Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt


15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
15 Jahre GVV (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

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