eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 11:28 Uhr
02.10.2008

Die letzte Chance

Da gibt es einen Paragraphen im Arbeitsgesetzbuch II, der Unternehmen dazu verleiten soll, schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen eine Chance, vielleicht die letzte Chance für einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhalten. Ein Nordhäuser Unternehmen hat sechs von ihnen den Weg zur Chance eröffnet.


Andreas Hesel (Foto: Daniel) Andreas Hesel (Foto: Daniel)

Früher, ganz früher, fuhr Andreas Hesel Gabelstapler in einem bayerischen Unternehmen. Seit 2005 war der heute 38jährige arbeitslos. Seine Voraussetzungen für einen erneuten Einstieg waren einfach nicht gegeben. Bis zur Aufnahme des Paragraphen 16a in das Sozialgesetzbuch mit der Nummer 2.

Der Name des neuen Programms ist gleichzeitig Programm: „Jobperspektive“. Um gefördert zu werden, müssen mindestens zwei Vermittlungshemmnisse vorliegen. Die Vielzahl der Kriterien reicht vom Alter der Frauen und Männer über fehlende Schul- oder Berufsabschlüsse oder gesundheitliche Einschränkungen, bis hin zur Überschuldung oder einer vorhandenen Suchterkrankung.

Personen, die für eine Förderung in Frage kommen, stellt die ARGE interessierten Unternehmen der Region vor. Eine erste Phase der finanziellen Unterstützung erstreckt sich bis zu zwei Jahren, danach kann unbefristet weiter gefördert werden. Die Unternehmen können max. 75 Prozent der Lohnkosten erhalten, wenn sie für diesen Personenkreis einen Arbeitsplatz schaffen. Für die ersten Monate nach der Einstellung ist auch ein Zuschuss für die begleitende Qualifizierung möglich. Dieses Programm wart auch dem Geschäftsführer der Autohaus Peter Gruppe, Helmut Peter, vorgestellt worden. Und der Mann sagte zu. Sechs Neue hat der Unternehmer eingestellt. Die müssen nun ihren Mann stehen. Der Wechsel in ein geordnetes Arbeitsleben, das Erledigen der gestellten Aufgaben, das Unterordnen und Eingliedern fällt nicht allen und nicht immer leicht.

Aber, es ist die vielleicht letzte Chance, mit der eigenen Hände Arbeit eigenes Geld zu verdienen. Unkonventionell wird auch schon mal geholfen. Einem neuen Mitarbeiter, der seine Fahrerlaubnis verlor und kein Geld für einen Führerschein-Neuanfang hatte, dem wurde zum Beispiel der erforderliche „Idiotentest“ bezahlt, jetzt gilt es für die Prüfung zu büffeln. Das kann dem Mann niemand abnehmen – es ist für ihn eine Herausforderung.

Das Programm „Jobperspektive“ trifft nach Aussagen von Helmut Peter bislang in der Unternehmerschaft der Region auf wenig Interesse. Das kann der Mann nicht verstehen. Zum einen rechnen sich die neuen Mitarbeiter aus betriebswirtschaftlicher Sicht, zum anderen hätten Unternehmen auch eine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Anders als viele Politiker läßt Peter seinen Worten auch Taten folgen, er ermöglicht eine sechsfache Chance.

Informationen zu den Programm gibt es in der Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Nordhausen (ARGE).
Autor: nnz/kn

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)