Fr, 18:23 Uhr
03.10.2008
Festakt im Ratssaal
Gemäß alljährlicher Tradition fand auch in diesem Jahr am Vormittag des 3. Oktober 2008, dem Tag der Deutschen Einheit, um 11.00 Uhr, im Ratssaal Sondershausen ein Festakt statt, Warum der diese jährige Feiertag ein besonderer Tag für den Bürgermeister war, erfahren sie hier....
Während es bei der Feier zum Tag der deutschen Einheit im benachbarten Landratsamt im Freien recht frisch war, brauchte man im restlos gefüllten Ratssaal nicht zu frieren. Bürgermeister Joachim Kreyer begrüßte zahlreiche Gäste aus der Wirtschaft, von Vereinen und viele Stadtratmitglieder, an der Spitze der Stadtratsvorsitzender, Wolfgang Wytrieckus (FWV).
Im Mittelpunkt stand die Ansprache des Vorsitzenden des Verbandes Alter SVer (Sondershäuser Verband) Friedhelm Hassel, bild unten. In seiner Rede zum Festakt sagte Hassel u.a., die Wurzel der Teilung Deutschlands sei der Nationalsozialismus gewesen, der durch den Weltkrieg die Teilung hervorgerufen habe. In seiner Rede schilderte er viele Eindrücke der Wendezeit aus der Sicht eines Bürgers der alten Bundesrepublik Deutschland.
Er schilderte aber auch die Ereignisse wie sich Gerd Meißner 1990 an ihn wandte, ob er mit dem Sondershäuser Verband nicht wieder an alte Wurzel zurückkehren wolle. Am 5. Mai 1991 war es dann im Achteckhaus so weit und seit dem findet jedes 2. Jahr eine Tagung statt und alle fünf Jahre der Verbadstag.
Interessant dabei seine Sicht zur deutschen Einheit. Mit dem Ergebnis könne man nicht zufrieden sein. Es seien zwei gravierende Fehler gemacht worden. Sie damalige Bundesregierung hatte zuviel auf die westdeutsche Wirtschaft vertraut. Die westdeutsche Wirtschaft hat statt zu helfen, die ostdeutsche Wirtschaft als zu große Konkurrenz betrachtet. Mutig seine Meinung, die teils noch bestehenden krassen Lohnunterschiede als Ausbeutung zu bezeichnen. Er betonte extra, dass er als Unabhängiger seine Meinung so äußern dürfe. Er betrachtet die Lohnunterschiede nicht mehr als gerechtfertigt.
Als zweiten Fehler bezeichnete er die zu schnelle Einführung der D-Mark und der westdeutschen Sozialsysteme. Dadurch sei der DDR-Bürger und die Wirtschaft deutlich überfordert worden. Er schilderte es plastisch aus seinen Erfahrungen im Raum Brandenburg. Nicht als Fehler eingestuft, aber als falsche Einschätzung bezeichnete er die Tatsache, dass die damals Regierenden nicht das Wegbrechen der Ostmärkte vorhergesehen hätten, was für großen Teile der Ostwirtschaft endgültig verheerend wirkte.
Auch kritisierte er das mangelnde Geschichtsbewusstsein der Erwachsenen. An die gute Zeiten der DDR erinnere man sich, aber an die vielen Missstände nicht. Auch das Wissen der Jugendlichen um die Geschichte der beiden deutschen Staaten bezeichnete er als erschreckend.
Aus der Hand von Friedhelm Hassel erhielt Bürgermeister Joachim Kreyer Bilder vom Besuch eines bedeutenden Denkmals der deutschen Kultur des SV. Eingehende auf die Worte von Friedhelm Hassel sagte Kreyer, Deutschland sei mit seinen 18 Jahren zwar volljährig geworden, aber lange noch nicht erwachsen.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Musiker des Sondershäuser Verbandes. Genauer gesagt, von den Blauen Sängern aus Göttingen. Der Name stimmt schon, auch wenn auf dem Foto in der Bildergalerie (links) nur Bläser zuerkennen sind.
Bei den Dankesworten an Friedhelm Hassel lüftete Bürgermeister Kreyer ganz stolz ein besonderes Geheimnis. Für ihn ist der Tag der deutschen Einheit auch in zweiter Hinsicht ein unvergesslicher Tag, denn sein viertes Enkelchen wurde geboren. Seine Ehefrau verriet anschließend noch den Namen (Benedikt) und die Geburtsstunde (02:15 Uhr).
Autor: khhWährend es bei der Feier zum Tag der deutschen Einheit im benachbarten Landratsamt im Freien recht frisch war, brauchte man im restlos gefüllten Ratssaal nicht zu frieren. Bürgermeister Joachim Kreyer begrüßte zahlreiche Gäste aus der Wirtschaft, von Vereinen und viele Stadtratmitglieder, an der Spitze der Stadtratsvorsitzender, Wolfgang Wytrieckus (FWV).
Im Mittelpunkt stand die Ansprache des Vorsitzenden des Verbandes Alter SVer (Sondershäuser Verband) Friedhelm Hassel, bild unten. In seiner Rede zum Festakt sagte Hassel u.a., die Wurzel der Teilung Deutschlands sei der Nationalsozialismus gewesen, der durch den Weltkrieg die Teilung hervorgerufen habe. In seiner Rede schilderte er viele Eindrücke der Wendezeit aus der Sicht eines Bürgers der alten Bundesrepublik Deutschland.
Er schilderte aber auch die Ereignisse wie sich Gerd Meißner 1990 an ihn wandte, ob er mit dem Sondershäuser Verband nicht wieder an alte Wurzel zurückkehren wolle. Am 5. Mai 1991 war es dann im Achteckhaus so weit und seit dem findet jedes 2. Jahr eine Tagung statt und alle fünf Jahre der Verbadstag.
Interessant dabei seine Sicht zur deutschen Einheit. Mit dem Ergebnis könne man nicht zufrieden sein. Es seien zwei gravierende Fehler gemacht worden. Sie damalige Bundesregierung hatte zuviel auf die westdeutsche Wirtschaft vertraut. Die westdeutsche Wirtschaft hat statt zu helfen, die ostdeutsche Wirtschaft als zu große Konkurrenz betrachtet. Mutig seine Meinung, die teils noch bestehenden krassen Lohnunterschiede als Ausbeutung zu bezeichnen. Er betonte extra, dass er als Unabhängiger seine Meinung so äußern dürfe. Er betrachtet die Lohnunterschiede nicht mehr als gerechtfertigt.
Als zweiten Fehler bezeichnete er die zu schnelle Einführung der D-Mark und der westdeutschen Sozialsysteme. Dadurch sei der DDR-Bürger und die Wirtschaft deutlich überfordert worden. Er schilderte es plastisch aus seinen Erfahrungen im Raum Brandenburg. Nicht als Fehler eingestuft, aber als falsche Einschätzung bezeichnete er die Tatsache, dass die damals Regierenden nicht das Wegbrechen der Ostmärkte vorhergesehen hätten, was für großen Teile der Ostwirtschaft endgültig verheerend wirkte.
Auch kritisierte er das mangelnde Geschichtsbewusstsein der Erwachsenen. An die gute Zeiten der DDR erinnere man sich, aber an die vielen Missstände nicht. Auch das Wissen der Jugendlichen um die Geschichte der beiden deutschen Staaten bezeichnete er als erschreckend.
Aus der Hand von Friedhelm Hassel erhielt Bürgermeister Joachim Kreyer Bilder vom Besuch eines bedeutenden Denkmals der deutschen Kultur des SV. Eingehende auf die Worte von Friedhelm Hassel sagte Kreyer, Deutschland sei mit seinen 18 Jahren zwar volljährig geworden, aber lange noch nicht erwachsen.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Musiker des Sondershäuser Verbandes. Genauer gesagt, von den Blauen Sängern aus Göttingen. Der Name stimmt schon, auch wenn auf dem Foto in der Bildergalerie (links) nur Bläser zuerkennen sind.
Bei den Dankesworten an Friedhelm Hassel lüftete Bürgermeister Kreyer ganz stolz ein besonderes Geheimnis. Für ihn ist der Tag der deutschen Einheit auch in zweiter Hinsicht ein unvergesslicher Tag, denn sein viertes Enkelchen wurde geboren. Seine Ehefrau verriet anschließend noch den Namen (Benedikt) und die Geburtsstunde (02:15 Uhr).




