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Sa, 07:01 Uhr
18.10.2008

Wezelsymposium 2009

Etwas ungewohnt zum Feiertag findet dieses Jahr das auf einen Tag verkürztes Wezelsymposium 2009 statt, weil es eine Verschiebung des Termins des Jahresprogramms gab ...

Wie Vorstandsmitglied Michael Grahmann auf Anfrage mitteilte, hatte man sich dieses Jahr doch noch zu einer Verkürzung entschlossen, weil es im Vorjahr eine dreitägige Veranstaltung gab.

Die auf einen Tag verkürzten Sondershäuser Wezeltage beginnen in Abänderung des Jahresprogramms am 31. Oktober 2006 um 19:30 Uhr im Carl-Corbach-Klub Sondershausen.

Den Festvortrag hält PD Dr. Rainer Godel von Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Alle Mitglieder und interessierten Bürger sind herzlich zur Veranstaltung eingeladen.

Der Inhalt des Festvortrages befasst sich mit dem Thema:

"Toren, Dummköpfe, Schlachtopfer des Lasters." Leserlenkung in Johann Karl Wezels „Tobias Knaut"

Literatur braucht Leser. Literatur spricht Leser an. Literatur kommuniziert mit Lesern. Doch wie tut sie das" Wie wird der Leser beim Lesen eines literarischen Textes mit an Bord genommen" Wie wird der Leser beeinflusst" Was soll Literatur beim Leser bewirken" Seit der Antike denken Schriftsteller und Philosophen darüber nach. Doch ist es nicht dabei stehen geblieben, dass Literatur nur "nutzen und erfreuen" soll, wie schon Horaz meinte.

Eine besondere und wohl auch provozierende Form der Leser-Beeinflussung versuchte der Sondershauser Autor Johann Karl Wezel (1747-1819) in seinem Roman Lebensgeschichte Tobias Knauts, des Weisen, sonst der Stammler genannt (1773): die Publikumsbeschimpfung. In der Vorrede des Romans werden die potenziellen Leser als " ohne Ausnahme " "Toren", als "Dummköpfe" oder als "unglückliche Schlachtopfer des Lasters" bezeichnet. Ein Skandal!

Privatdozent Dr. Rainer Godel (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) wird in seinem Festvortrag anlässlich der Wezel-Tage zeigen, dass diese Publikumsbeschimpfung nicht einfach eine Provokation ohne tieferen Sinn ist. Es geht Wezel darum, die Leser aufzurütteln, sie zum Nachdenken zu bringen, ihr Gespür für das Wie und das Wieso eines literarischen Textes zu wecken. Und es geht ihm darum, sie dadurch letztlich "aufzuklären". "Aufzuklären" im Sinne des 18. Jahrhunderts: es ihnen zu ermöglichen, durch eigene Initiative aus dem, was Immanuel Kant (übrigens einige Jahre nach dem Erscheinen von Wezels Roman) "selbstverschuldete Unmündigkeit" nennen sollte, zu entkommen, zu eigenem Nachdenken, zu eigenen Meinungen und eigenen Urteilen zu gelangen. Aufklärung durch Provokation also " vielleicht auch eine Möglichkeit, in der heutigen Zeit Menschen zum Mit-, Nach- und Selberdenken zu bringen"


Autor: khh

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