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Fr, 10:07 Uhr
31.10.2008

Bebra-Ausbau kann schwierig werden!

Gestern Abend beschäftigte sich der Hauptausschuss der Stadt Sondershausen mit dem Thema weiterer Ausbau der Bebra...

Ein Teil des kleinen Flüsschens Bebra, die in der Nähe der Feuerwehr SDH-Mitte in die Wipper mündet, wurde bereits in den letzten 12 Jahren für den Hochwasserschutz fit gemacht. Auch durch den Ausbau der Wipper wird es nach einstimmigen Aussagen von Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) und dem Ingenieurbüro König Sondershausen (Wasserbau) kein Hochwasser durch Rückstau der Wipper geben. Der weitere Ausbau der Wipper wird jedoch an Bedingungen geknüpft.

Fördergelder werden in den weiteren Ausbau nur fließen können, wenn das Füßchen Bebra auch für ein „Jahrhundert-Hochwasser fit gemacht“ wird. Dazu fordert der Gesetzgeber die Schaffung von so genannten Retensionsräumen. Retensionsräumen sind Gebiete, die zum Schutz vor Hochwasser kurzzeitig überflutet werden können, um größere Wohnbebauungen schützen zu können. Retensionsräumen sind in frei von fester Wohnbebauung zu halten, dürfen aber voll für Ackerbau, Kleingartenflächen usw. wie bisher genutzt werden. Ein Haken hat die Sache allerdings: Wenn wegen Starkniederschlägen eine Überflutung eingeleitet werden muss, so steht nach Aussage von Gerald König, Geschäftsführer des Ingenieurbüro König Sondershausen, keine Entschädigungszahlung zu

Zur ganzen Problematik des weiteren Bebra-Ausbaus wurde gestern der Hauptausschuss in einem Sachstandsbericht zum Planfeststellungsverfahren Bebraausbau in formiert. Vom Ingenieurbüro König Sondershausen machten dazu Gerald König und Ronald Axt erste Informationen über die bisher erfolgten Arbeiten. Zum Beispiel wurde in einem Niederschlagsabflussmodell für die Bebra ermittelt, welcher Stauraum benötigt wird, um ein stärkste in den nächsten 100 Jahren zu erwartendes Hochwasser abfangen zu können. Die Bebra entwässert immerhin ein 31,7 km2 großes Gebiet. Da kann bei einer Wasserhose schon einiges zusammenlaufen.

Nach diesem Modell wird ein Auffangraum von ca. 160.000 m3 benötigt. Dazu, wie und wo dieser Auffangraum errichtet werden könnte, wurden die Varianten A, B und C entwickelt. Wobei die Betonung ausdrücklich auf könnte liegt, denn noch sind es nur Modelle die entwickelt werden. Deshalb legte Bürgermeister Kreyer sehr viel Wert auf die Feststellung, hier nicht schon in Aktionismus zu verfallen. Man sich der Tatsache bewusst, dass hier schwierige Entscheidungen vor der Stadt und den Stadträten liegen. In einem noch zu erarbeitenden Planfeststellungsverfahren können die Bürger ihre Mitspracherecht ausüben. Bisher ist aber noch keine Entscheidung gefallen, mit welchem der bisher drei Modell in das Planfeststellungsverfahren gegangen werden soll.

Aus diesem Grund sollen an dieser Stelle auch nur die drei Modelle im Groben vorgestellt werden:
  • Variante A: Mit 163.000 m3 Stauvolumen wird ein Damm in Höhe Sportplatz Bebra gebaut werden. Betroffene Grundstückseigentümer: 46.
  • Variante B: Erhöhung des Wasserspiegels im Hochwasserfall der Bebraer Teiche um zwei Meter. Bei 159.000 m3 wären 30 Grundstückseigentümer betroffen.
  • Variante C: Eine Kombination von Variante A und B mit 111.000 und 52.000 m3 und 49 betroffenen Grundstückseigentümern.


Bei allen drei Varianten, so Gerald König, wird kein Wohngebäude in einem der möglichen Überflutungsgebiete stehen, auch nicht deren Keller. Allerdings wird es in diesen Gebieten später auch keine Wohnbebauung mehr geben können, weil auch der Flächennutzungsplan geändert werden wir. In Summe stehen schwere Entscheidungen an, um die Unterstadt von Sondershausen vor einem Jahrhundert-Hochwasser zu schützen. Man muss aber auch deutlich sagen, wenn es kein Jahrhundert-Hochwasser gibt, werden alle betroffenen Flächen weiter wie bisher genutzt werden können. Es ist bei so einem vorbeugendem Hochwasserschutz viel wenn, hätte und aber dabei. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Fall in Sondershausen nicht erst eintritt.
Autor: khh

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