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So, 07:02 Uhr
30.11.2008

Gleislose Förderung ab 1966

In unserer Reihe Geschichte der Kaliindustrie erinnert unser Leser Hans-Jürgen Schmidt an die Umstellung auf gleislose Förderung im Jahre 1966 im Kaliwerk „Glückauf Sondershausen“...

Im Jahre 1966 gab es einen neuen technologischen Schub im Kaliwerk in Sondershausen. Die Seilbahn, die seit 1924 in der Streckenförderung dominierend war, wurde schrittweise auf gleislose Förderung umgestellt. Der Schrapperbetrieb wurde durch Tiefschaufellader (ST 8) ersetzt.

Begonnen wurde mit der Umstellung im Südfeld der Grube V. Umfangreiche Vorbereitungen waren notwendig. Als erstes waren die Männer gefordert, die Bauteile der Großgeräte einhängen mussten. Es war eine neue Herausforderung, die Bauteile durch die Schachtröhre zu jonglieren. Unter Tage mussten dann die Großgeräte zusammen gebaut werden. Am Anfang war das Scherzeug gefragt. Es war aus heutiger Sicht primitiv. Doch es mussten Erfahrungen gesammelt werden.

Erst in späterer Zeit wurde ein Truckwerkstatt aufgefahren, wo eine Krananlage installiert wurde. Das war die technische Seite. Doch es wurden jetzt Bergleute gefragt, welche die Geräte bedienen konnten. Der Schrapperfahrer, der Bergmann der Maschinen – und Elektrotechnik musste sich ein neues Wissen aneignen. Technische Dienste wurden eingeführt, um entsprechende Wartungsarbeiten durchzuführen. Das begann bei der Kontrolle der Ölstände und endete beim sogenannten 3. technischen Dienst in der Werkstatt.

Vorher gab es Schulungen und dies zu meist an Sonntagen. Zum anderen musste man sich Gedanken machen, wie in den Strecken die Fahrbahn so gestaltet wurden, um zu gewähren, dass ein Truck problemlos zum Füllort fahren konnte. Mischanlagen wurden aufgebaut, um einen Fahrbahnbelag aus Magnesia und Steinsalz zu gestalten. In spätere Zeit gab es eine elegantere Lösung. Eine Sohlenfräse, entwickelt im Forschungsbereich der Kaliindustrie, übernahm die Fahrbahngestaltung. Dies war in Summe gesehen eine gewaltige Umstellung, die in den Jahren danach fortgesetzt wurde.

Der Hauer musste sich mit einem Sprenglochbohrwagen vertraut machen. Die Sicherheit wurde erhöht, in dem Beraubemaschinen und Ankerbohrwagen eingesetzt wurden. Ein neuer Industriebereich im Kombinat Kali wurde mit der Gründung des Kombinates eingerichtet. Es war der sogenannte Rationalisierungsmittelbau in Dietlas. In eigener Regie des Kalikombinates wurden Trucks, Tiefschaufellader (ST 8, S 10.000), Sprenglochbohrwagen, Ankerbohrwagen, Beraubemaschinen gebaut. Man kann sagen eine neue Ära im Kalibergbau der DDR wurde eingeleitet, welche die Arbeit der Bergleute wesendlich erleichterte. Erinnert sei nur daran, dass kein Bergmann mehr vom Schacht zum Revier laufen musste. Mannschaftstransportfahrzeuge übernahmen die Fahrung ins Revier. Die folgenden Bilder soll an die Umstellung erinnern.

Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt

Bildtexte:

Bild 1: Die erste Garde der Großgerätefahrer auf Grube V: Von links: Hans-Jürgen Esser, Dieter Schröder, Fred Haß, Lothar Mathes, Peter Gerullis, Franz Süßemilch, Horst Lindner, Paul Wielsch, Günter Michel, Fred Roman, Bernhard Lack. Das Bild zeigt die Bergleute nach absolvierten Großgerätelehrgang. Dieter Schröder war der Erste der im Südfeld der
Grube V einen St 8 zum Einsatz brachte.

Bild 2: Paul Wielsch kippt den Inhalt des Trucks im Füllort der Grube V auf die Brecheranlage.

Bild 3: Das Bild zeigt einen Truck (STF 1), gebaut in Dietlas.

Bild 4: Das erste Mannschaftstransportfahrzeug auf Grube V.

Bild 5: Die Mischanlage für den Fahrbahnbau, bevor später die Sohlenfräse zum Einsatz kam.

Bild 6: Die Truckwerkstatt , Grube V. Beim Auffahren mussten Hunderte Tonnen von Steinsalz versetzt werden. Die geschah mit Trucks, meist an Sonntagen.

Bild 7: Die Beraubemaschine, hier im Jahr 1978. Mit dieser Technik erhöhte sich die Sicherheit erheblich.

Bild 8: Truckfahrer Manfred Grüneberg im Gespräch mit dem AGL-Vorsitzenden der
Grube V Harry Walther, im Jahre 1974.

Bild 9: Tiefschaufellader ST 8. Damit konnten 8 t in die Schaufel aufgenommen werden.
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Gleislose Förderung im Kaliwerk Sondershausen (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

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