Mo, 11:39 Uhr
22.12.2008
nnz-jukebox: Zeugen des Verfalls
Wer seine Langspielplatte "Zeugen des Verfalls" nennt, ist entweder komplett bescheuert oder strotzt vor Selbstbewusstsein. Und weil es sich hierbei um die auch in Nordhausen nicht unbekannte Gruppe HISS handelt, tendiert unser Rezensent Olaf Schulze eher zur zweiten Variante.
Hiss
Zeugen des Verfalls
(Eigenvertrieb)
Glücklicherweise sind die Albentitel der Gruppe Hiss nicht wörtlich zu nehmen oder sie meinen Dinge, die sich unserer Kenntnis entziehen. Wir dankbaren Konsumenten werden jedenfalls nicht zu Zeugen des Verfalls, wenn die neuste Veröffentlichung der schwäbischen Speed-Polka-Experten aus den Boxen tänzelt und stampft. Vom ersten Ton an sind die Männer um Stefan Hiss in Hochform.
Sie könnten längst auf jedem Jazzfest bestehen und nehmen uns wieder an die Hand zu einer polkaträchtigen Reise um die Welt. Mit Haltestellen in den Karpaten, im Mississippi-Delta, an der Donau oder in der mexikanischen Kaktuswüste. Als musikalisch bestens eingespieltes und schlachterprobtes Ensemble ziehen Hiss alle Register und lassen in 12 neuen Titeln ihrer unbändigen Spiellust freien Lauf.
Mit Schöner Mann findet sich erneut eine Cover-Version aus einem früheren Album (Tut Buße!) auf der Scheibe, die schön die Entwicklung vom simplen Polka’n’Roll hin zur ausgefeilten Weltmusik zeigt. Und Canta, Canta, Canta als 14. Track auf dem Album ist eine Verbeugung an den großen mexikanischen Volkssänger José Alfredo Jiminez.
Textlich beschäftigen Stefan Hiss relativ viele kulinarische Probleme (was uns Lieder wie Suppe oder Lunge, Darm, Herz beweisen), aber auch die unverwüstliche Trucker-, Tramper- Beatnik-Romantik des ständigen on-the-road-Seins und die schon auf T-Shirts liebevoll illustrierte und durchaus ernst gemeinte Aufforderung der Musiker: Tanzt! prägen die Lyrik des Albums.
Wer übrigens mal einen Hiss-Titel nachspielen oder all die hintersinnigen und höchst witzigen Texte der Band nachlesen möchte, für den wurde jetzt im Wintrup Musikverlag das Liederbuch Lieder und Legenden aufgelegt. Mit Zeugen des Verfalls haben Hiss ein würdiges und folgerichtiges neues Album vorgelegt, dass nahtlos an Vorgänger wie Tränen, Tabak und Tequila und Polka für die Welt anschließt.
Titel wie Zeugen des Verfalls, Tanzt an meinem Grab und Männer in der Nacht haben jede Menge Hitpotential und werden uns in den zahlreichen Konzerten der Süddeutschen mit Sicherheit wieder begegnen.
OLAF SCHULZE
Autor: nnzHiss
Zeugen des Verfalls
(Eigenvertrieb)
Glücklicherweise sind die Albentitel der Gruppe Hiss nicht wörtlich zu nehmen oder sie meinen Dinge, die sich unserer Kenntnis entziehen. Wir dankbaren Konsumenten werden jedenfalls nicht zu Zeugen des Verfalls, wenn die neuste Veröffentlichung der schwäbischen Speed-Polka-Experten aus den Boxen tänzelt und stampft. Vom ersten Ton an sind die Männer um Stefan Hiss in Hochform.
Sie könnten längst auf jedem Jazzfest bestehen und nehmen uns wieder an die Hand zu einer polkaträchtigen Reise um die Welt. Mit Haltestellen in den Karpaten, im Mississippi-Delta, an der Donau oder in der mexikanischen Kaktuswüste. Als musikalisch bestens eingespieltes und schlachterprobtes Ensemble ziehen Hiss alle Register und lassen in 12 neuen Titeln ihrer unbändigen Spiellust freien Lauf.
Mit Schöner Mann findet sich erneut eine Cover-Version aus einem früheren Album (Tut Buße!) auf der Scheibe, die schön die Entwicklung vom simplen Polka’n’Roll hin zur ausgefeilten Weltmusik zeigt. Und Canta, Canta, Canta als 14. Track auf dem Album ist eine Verbeugung an den großen mexikanischen Volkssänger José Alfredo Jiminez.
Textlich beschäftigen Stefan Hiss relativ viele kulinarische Probleme (was uns Lieder wie Suppe oder Lunge, Darm, Herz beweisen), aber auch die unverwüstliche Trucker-, Tramper- Beatnik-Romantik des ständigen on-the-road-Seins und die schon auf T-Shirts liebevoll illustrierte und durchaus ernst gemeinte Aufforderung der Musiker: Tanzt! prägen die Lyrik des Albums.
Wer übrigens mal einen Hiss-Titel nachspielen oder all die hintersinnigen und höchst witzigen Texte der Band nachlesen möchte, für den wurde jetzt im Wintrup Musikverlag das Liederbuch Lieder und Legenden aufgelegt. Mit Zeugen des Verfalls haben Hiss ein würdiges und folgerichtiges neues Album vorgelegt, dass nahtlos an Vorgänger wie Tränen, Tabak und Tequila und Polka für die Welt anschließt.
Titel wie Zeugen des Verfalls, Tanzt an meinem Grab und Männer in der Nacht haben jede Menge Hitpotential und werden uns in den zahlreichen Konzerten der Süddeutschen mit Sicherheit wieder begegnen.
OLAF SCHULZE