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Mo, 12:40 Uhr
12.01.2009

Düstere Zeiten

Der Mittelstand sieht sich in stürmischem Gewässer und rechnet mit einer schlechteren Geschäftslage und weniger Neueinstellungen in 2009, sagt Volker Beiersdorf vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Hintergrund seiner Aussage ist das Mittelstands-Barometer...


Die Ergebnisse des Deutschen Mittelstands-Barometers, kurz DMB, zeigen, dass neben der Steuerlast und dem andauernden Fachkräftemangel insbesondere die Bürokratie und Regulierung die Stimmung im Mittelstand weiter trüben. Zudem hat sich das Gründungsklima deutlich verschlechtert. Das DMB, für das über 2.400 mittelständische Unternehmer befragt wurden, ist ein Kooperationsprojekt der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Philipps-Universität Marburg gemeinsam mit der BDO Deutsche Warentreuhand AG und dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).

Besonders prekär ist die Einschätzung der befragten Unternehmer zum Konjunkturklima. Dieses wird mit 45,62 Punkten um 13 Punkte schlechter beurteilt als im Vorjahr. Vor allem die Branchen Einzelhandel und Handwerk leiden unter der konjunkturellen Entwicklung und bewerten ihre Lage als sehr schlecht. Ebenfalls negativ entwickelt sich die Finanzierungsproblematik im Mittelstand.

Nach einer deutlichen Entspannung im vergangenen Jahr leiden insbesondere Mini- und Kleinstunternehmen an einer rigiden Finanzierungspolitik und bekommen damit die Auswirkungen der Bankenkrise deutlich zu spüren. Zudem beurteilen Kleinunternehmen mit unter neun Mitarbeitern das deutsche Arbeitsrecht als äußerst problematisch, da sie angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage dringend flexiblere Lösungen zur Kapazitätsanpassung benötigen.

Insgesamt sanken alle erhobenen Faktoren: Das Barometer zeigt damit einen deutlichen Abschwung an, der seit Jahresmitte 2008 anhält. Verhalten optimistisch stimmt aber, dass über 60 Prozent der Teilnehmer planen, die Zahl ihrer Arbeitsplätze stabil zu halten. Nur knapp 7 Prozent denken über eine Verringerung ihrer Beschäftigtenzahl nach. „Der Mittelstand wird somit auch 2009 seiner beschäftigungspolitischen Verantwortung gerecht“, betont Beiersdorf, der für den Landkreis Nordhausen und den Kyffhäuserkreis seitens des Wirtschaftsverbandes zuständig ist.

Die Bundesregierung sollte die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für Klein- und Mittelbetriebe verbessern. Diesem Ziel dienen insbesondere eine generelle Steuerfreistellung einbehaltener Gewinne, die Stundung von Steuern und Sozialabgaben bei Liquiditätsengpässen, der sofortige Verzicht auf den Gesundheitsfonds sowie eine schrittweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags bis Ende 2009.
Autor: nnz/kn

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