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Mo, 15:38 Uhr
12.01.2009

Ausgeschlagene Zähne

Auf dem Tisch im Wohnzimmer von Véronique und Michel Houillé stehen frische Tulpen, extra am Vormittag vom Markt geholt - frisch aus Holland, zehn Euro für einen Arm voll, fünfzig Stück, schwärmt Véronique. So in etwa müssen sie sich die nächsten Premiere am Nordhäuser Theater vorstellen...

Premiere in Nordhausen (Foto: Scholz) Premiere in Nordhausen (Foto: Scholz)

Es sieht nach Besuch aus, nach Besuch, den das Ehepaar noch nicht kennt. Es ist eine eher unfreiwillige Begegnung mit Annette und Alain Reille. Geschuldet dem Benehmen der Söhne der beiden Paare. Denn die 11jährigen haben einen Streit ausgefochten, bei dem Ferdinand Reille seinen Kontrahenten Bruno Houillé mit einem Stock so derb in das Gesicht schlug, dass ihm danach zwei Schneidezähne fehlten.

Dieses Ereignis lässt nun die Eltern zusammenkommen, um darüber zu debattieren, wie sich die Sprösslinge wieder vertragen könnten und der Schaden wettgemacht werden könnte, auch finanziell. So sitzen sie sich im Wohnzimmer zunächst gegenüber und beschnuppern sich und die Situation als solches. Dann kommt es, wie es kommen muss, ein Wort gibt das andere, die Paare beginnen untereinander zu streiten, bis die Situation außer Kontrolle gerät …

Das eigentliche Thema macht Alltäglichem Platz, zumindest zwischendurch. So versucht Alain Reille, der Rechtsanwalt ist, eine sich anbahnende Debatte um ein Medikament zwischen Pharmazie und Patienten per Handy im Wohnzimmer der Houillés zu regeln und stört das eigentliche Gespräch.

Die Runde heizt sich auch an anderen Themen auf. Bald steht Vater Michel im Mittelpunkt, angegriffen, weil er den Hamster seines Sohnes auf die Straße gesetzt hat. „Ihr Sohn verprügelt Bruno, und mir geht man wegen einem Hamster auf den Senkel?“ beschwert er sich lauthals bei den Gästen.

Mit „Der Gott des Gemetzels“ hat die Autorin Yasmina Reza ein Werk geschaffen, das auf amüsante Weise eine ganz alltägliche Geschichte auf die Bühne bringt – witzig, satirisch und treffend.

Das Thüringer Landestheater Rudolstadt bringt dieses Schauspiel im Rahmen der Kooperation ins Theater Nordhausen. Die Nordhäuser Premiere wird am kommenden Freitag, 16. Januar 2009, um 19.30 Uhr gefeiert.

Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz/kn

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