Mi, 13:47 Uhr
14.01.2009
Die neuen Frauen kommen!
Europäische Künstlerinnen im Aufbruch zur Moderne. Dargestellt in einem Literarisch-musikalisches Programm in Bad Frankenhausen. Hier ist kn mit den Einzelheiten...
Geboten werden Textausschnitte aus Werken und Briefen u.a. von Rosa Luxemburg, Paula Modersohn-Becker, Milena Jesenska, Marina Zwetajewa, Else Lasker-Schüler, Virginia Woolf, Gertrude Stein und Gitarrenkompositionen des späten 19. Jahrhunderts und der Moderne, u.a. von Francisco Tarrega, Leo Brower und Christian Rosenau.
Ulrike Müller (Weimar) Moderation, Texte
Christian Rosenau (Weimar) Gitarre
Zum Einstieg ins Neue Jahr 2009 möchte das Regionalmuseum Bad Frankenhausen am 20. Januar, um 19.30 Uhr zu einem literarisch-musikalischen Programm einladen. Vor 90 Jahren, im Jahr 1919, wurde in Weimar die erste deutsche Republik gegründet, einige Monate später die neue Hochschule für Kunst und Handwerk, das Bauhaus. Frauen hatten nun endlich Wahl- und Lehrfreiheit. Im ersten Semester bewarben sich mehr Frauen als Männer am Bauhaus, lange genug hatten sie auf ihre Chance gewartet. Frauen erprobten sich in der Kunst, und ernteten dafür nicht nur Beifall, sondern auch Kopfschütteln und Kritik. Zum Jubiläumsjahr lohnt der Blick auf Lebensgeschichten- und Leistungen bedeutender Frauen im Aufbruch zur Moderne. Dabei gehört das, was Frauenrechtlerinnen, wie etwa Hedwig Dohm, die gestrenge Schwiegergroßmama von Thomas Mann oder Rosa Luxemburg als Anwältin der Armen schon Ende des 19. Jahrhunderts politisch forderten und erreichten, eng mit dem zusammen, was Künstlerinnen Ende des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts auf die Beine und auf die Bühne stellten. Paula Moderssohn-Becker riss nach Paris aus, um dort Malerei zu studieren.
Else Lasker-Schüler rezitierte als morgenländischer Prinz verkleidet expressionistische Lyrik in Berliner Caféhäusern. Milena Jesenska badete mit einer Horde wild gewordener junger Leute nackt in der Moldau und wurde eine der ersten großen europäischen Journalistinnen. Die Russin Marina Zetwajewa besang sich selbst als unsterblichen Dichter und verfasste Liebesbriefe an Rilke. Die Engländerin Virigina Woolf forderte für Frauen "Ein Zimmer für sich allein" und die Amerikanerin Gertrude Stein fuhr mit schnellen Autos durch Paris und benutzte erstmalig die Zeitlupe als Mittel zum Ausdruck von Langsamkeit in ihren avantgardistischen Texten. Die Moderne hatte begonnen, und hielt auch am Bauhaus Einzug.
Dr. Ulrike Müller, Autorin und Kulturwissenschaftlerin aus Weimar, die schon mehrfach in Bad Frankenhausen zu Gast war, wird den Gästen einen kurzweiligen und nachhaltigen Eindruck in eine bewegte Zeit geben, deren Impulse uns heute noch begeistern können. Auch in der Musik gab es neue Entwicklungen, die uns der Weimarer Gitarrist Christian Rosenau ‚live' zu Gehör bringen wird. Dazu gehört auch eine eigene Komposition.
In der Pause wird es Zeit zum Plaudern und für ein Gläschen Wein geben. Frau Dr. Ulrike Müller wird weitere ihrer Bücher vorstellen. Wir freuen uns auf einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Abend.
Autor: khhGeboten werden Textausschnitte aus Werken und Briefen u.a. von Rosa Luxemburg, Paula Modersohn-Becker, Milena Jesenska, Marina Zwetajewa, Else Lasker-Schüler, Virginia Woolf, Gertrude Stein und Gitarrenkompositionen des späten 19. Jahrhunderts und der Moderne, u.a. von Francisco Tarrega, Leo Brower und Christian Rosenau.
Ulrike Müller (Weimar) Moderation, Texte
Christian Rosenau (Weimar) Gitarre
Zum Einstieg ins Neue Jahr 2009 möchte das Regionalmuseum Bad Frankenhausen am 20. Januar, um 19.30 Uhr zu einem literarisch-musikalischen Programm einladen. Vor 90 Jahren, im Jahr 1919, wurde in Weimar die erste deutsche Republik gegründet, einige Monate später die neue Hochschule für Kunst und Handwerk, das Bauhaus. Frauen hatten nun endlich Wahl- und Lehrfreiheit. Im ersten Semester bewarben sich mehr Frauen als Männer am Bauhaus, lange genug hatten sie auf ihre Chance gewartet. Frauen erprobten sich in der Kunst, und ernteten dafür nicht nur Beifall, sondern auch Kopfschütteln und Kritik. Zum Jubiläumsjahr lohnt der Blick auf Lebensgeschichten- und Leistungen bedeutender Frauen im Aufbruch zur Moderne. Dabei gehört das, was Frauenrechtlerinnen, wie etwa Hedwig Dohm, die gestrenge Schwiegergroßmama von Thomas Mann oder Rosa Luxemburg als Anwältin der Armen schon Ende des 19. Jahrhunderts politisch forderten und erreichten, eng mit dem zusammen, was Künstlerinnen Ende des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts auf die Beine und auf die Bühne stellten. Paula Moderssohn-Becker riss nach Paris aus, um dort Malerei zu studieren.
Else Lasker-Schüler rezitierte als morgenländischer Prinz verkleidet expressionistische Lyrik in Berliner Caféhäusern. Milena Jesenska badete mit einer Horde wild gewordener junger Leute nackt in der Moldau und wurde eine der ersten großen europäischen Journalistinnen. Die Russin Marina Zetwajewa besang sich selbst als unsterblichen Dichter und verfasste Liebesbriefe an Rilke. Die Engländerin Virigina Woolf forderte für Frauen "Ein Zimmer für sich allein" und die Amerikanerin Gertrude Stein fuhr mit schnellen Autos durch Paris und benutzte erstmalig die Zeitlupe als Mittel zum Ausdruck von Langsamkeit in ihren avantgardistischen Texten. Die Moderne hatte begonnen, und hielt auch am Bauhaus Einzug.
Dr. Ulrike Müller, Autorin und Kulturwissenschaftlerin aus Weimar, die schon mehrfach in Bad Frankenhausen zu Gast war, wird den Gästen einen kurzweiligen und nachhaltigen Eindruck in eine bewegte Zeit geben, deren Impulse uns heute noch begeistern können. Auch in der Musik gab es neue Entwicklungen, die uns der Weimarer Gitarrist Christian Rosenau ‚live' zu Gehör bringen wird. Dazu gehört auch eine eigene Komposition.
In der Pause wird es Zeit zum Plaudern und für ein Gläschen Wein geben. Frau Dr. Ulrike Müller wird weitere ihrer Bücher vorstellen. Wir freuen uns auf einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Abend.