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Mi, 10:54 Uhr
04.02.2009

Richter Kropp: Gewalt in der Ehe

Gewalt in der Ehe ist immer wieder ein Thema vor den Thüringer Amtsgerichten. Vor einigen Jahren hatte der Gesetzgeber hierzu das Gewaltschutzgesetz geschaffen, um die Rechte der Betroffenen zu stärken. Meistens ist es die Frau, die den Angriffen ihres Mannes ausgesetzt ist – wie in einem Fall des Amtsgerichts Sondershausen.


Hier gab es im östlichen Kyffhäuserkreis Streit zwischen einem Ehepaar. Die Ehe der Parteien war seit längerem problembelastet. Körperliche Übergriffe waren an der Tagesordnung, so warf der Mann an einem Weihnachtsfest den Baum nach der Frau. Ohne seine Zustimmung durfte sie zudem nicht einkaufen oder Freunde besuchen. Als der Mann wieder einmal wütete, kam der Entschluss der Ehefrau, ihn zu verlassen.

Dies verkraftete der Mann wiederum nicht und belästigte seine nunmehr getrennt lebende Ehefrau mit SMS, teilweise im Minutentakt. Bitten und Drohungen waren dabei an der Tagesordnung. Der Terror des Mannes gipfelte dann in einer Anzeige in einer überregionalen Thüringer Tageszeitung, indem die Frau aufgefordert wurde, nach Hause zu ihm zurückzukommen. Als in dieser Zeitung auch noch ein Artikel mit dem Titel „Die Hoffnung noch nicht aufgeben“ erschien, reichte es der Ehefrau.

Sie reichte beim Sondershäuser Amtsgericht einen Antrag auf Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz ein. Danach soll dem Mann untersagt werden, sich ihr im Umkreis von 100 Metern zu nähern und Kontakt zu ihr aufzunehmen. „Ein typischer Fall aus dem Bereich des Gewaltschutzgesetzes“, so der zuständige Sondershäuser Familienrichter Christian Kropp. Nur die Wahl der Mittel in Form von Zeitungsanzeigen und –berichten sei ungewöhnlich. In der Praxis des Richters waren öffentliche Aushänge von Verunglimpfungen der Ehefrau bislang der Gipfel der ehelichen Auseinandersetzung.

Zu einer Verhandlung vor dem Sondershäuser Amtsgericht ist es dann überraschenderweise nicht mehr gekommen. Die Parteien haben sich versöhnt – heißt es. Es bleibt bei 22 Jahren Ehe zu hoffen, dass dies auch in den Krisenmomenten jeder Ehe hält.
Autor: nnz/kn

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