Do, 15:08 Uhr
12.02.2009
Darwin zum 200. Geburtstag
Anlässlich des heutigen 200. Geburttages von Charles Darwin ist es dem Schlossmuseum zu verdanken, dass es eine Würdigung dieses großen Wissenschaftlers gab. Vom gestrigen Vortrag schildert unser Leser Hans-Jürgen Schmidt seine Eindrücke und Gedanken...
Vortrag zu Darwin (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Charles Robert Darwin, englischer Wissenschaftler, begründete die moderne Evolutionstheorie mit seiner Erklärung, dass der Artenwandel und die Entstehung neuer Arten durch natürliche Selektion realisiert werde. Seine Arbeiten beeinflussten Biologie und Geologie grundlegend und gewannen auch Bedeutung für das moderne Denken. Dieser Grundgedanke hatte die Leitung des Schlossmuseums wohl im Auge als sie im Rahmen einer Vortragsreihe des Förderkreises Schloss & Museum Sondershausen e.V. unter dem Motto Treffs für Neugierige 2009 zu einem Vortrag unter dem Aspekt Darwins Lehre – nur eine Episode einlud. Über 30 Teilnehmer hörten aufmerksam zu, als Dr. Dietrich von Knorre (Foto) der Leiter des Phyletischen Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema referierte.
Eigentlich war Darwin nicht der Erste der Gedanken der Evolutionstheorie entwickelte. Sein Großvater Erasmus Darwin und Alfred Russel hatten ähnliches gedacht, aber keiner konnte die Evolution so brillant erklären wie er. Wenn in der biblischen Schöpfungsgeschichte stand am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, so war klar, dass viele im religiösen Glauben den Ideengut Darwins unversöhnlich gegenüber standen. Hier hat sich ein Wandel vollzogen, bedingt durch die Entwicklung der Genetik. Selbst der Papst zweifelt die Evolution nicht mehr an. Wie es bei anderen Religionen sich verhält, konnte Dr. Knorren nicht sagen.
Was ist nun der Kerngedanke der Evolution? Evolution ist die Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation. Diese Merkmale sind in Form von Genen kodiert, die bei der Fortpflanzung kopiert und an den Nachwuchs weitergegeben werden. Durch Mutationen entstehen unterschiedliche Varianten dieser Gene, die veränderte oder neue Merkmale verursachen können.. Natürliche Selektion tritt auf, weil Individuen mit Merkmalen, die für das Überleben und die Fortpflanzung vorteilhaft sind, mehr Nachwuchs produzieren können als Individuen ohne diese Merkmale. Daher werden sie mehr Kopien ihrer vererbbaren Merkmale in die nächste Generation einbringen.
Schlossmuseusmsdirektorin Christa Hirschler im Gespräch mit Dr. Dietrich von Knorre
Dies führt dazu, dass vorteilhafte Merkmale im Laufe der Zeit häufiger werden, während unvorteilhafte seltener werden. Durch diesen Prozess können über viele Generationen unterschiedliche Anpassungen an Umweltbedingungen entstehen. Diese Theorie der Evolution durch natürliche Selektion wurde erstmals ausführlich von Charles Darwin in seinem 1859 erschienenen Buch The Origin of Species (Die Entstehung der Arten) dargestellt. In den 1930er Jahren wurde die von Darwin herausgestellte natürliche Selektion mit den mendelschen Regeln zur Vererbung verbunden, daraus entstand die Synthetische Theorie der Evolution. Mit ihrer außerordentlichen erklärenden und vorhersagenden Kraft wurde diese Theorie zum zentralen organisierenden Prinzip der modernen Biologie. Sie liefert die Erklärung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde.
Seine Theorie konnte Darwin entwickeln, da sein Lebenslauf außergewöhnlich war .Darwin war das fünfte Kind einer wohlhabenden und gebildeten Landarztfamilie und wurde am 12.2.1809 geboren Sein Großvater mütterlicherseits war ein erfolgreicher Geschäftsmann, sein väterlicher Großvater der bekannte Naturwissenschaftler Erasmus Darwin. Nach einer weniger erfolgreichen Schulzeit begann Darwin in Edinburgh Medizin zu studieren. Nach zwei Jahren musste er das Studium abbrechen. An der Universität in Cambridge begann er Theologie zu studieren . Hier begegneten ihm zwei wichtige Persönlichkeiten: dem Geologen Adam Sedgwick (1785-1873) und dem Biologen John Stevens Henslow (1795-1861). Henslow half Darwin, sein angeschlagenes Selbstvertrauen wiederherzustellen und brachte ihm genaue Beobachtung bei und wies ihn an bei der Erstellung von Sammlungen. Mit 22 Jahren schloss Darwin seine Studien in Cambridge ab. Es wurde ihm - durch die hilfreiche Vermittlung von Henslow - das attraktive Angebot gemacht, mit dem englischen Forschungsschiff HMS Beagle eine Weltreise zu unternehmen. Während der fünfjährigen Weltreise hatte Darwin die Gelegenheit, geologische Formationen der verschiedenen Kontinente und zahlreiche Fossilien und lebende Tiere zu untersuchen.
Was Darwin am meisten beeindruckte, waren die Wirkungen der natürlichen Kräfte, welche die Erdoberfläche verändert haben. Im Jahre 1882 ist er verstorben. Er ist somit der Begründer der modernen Evolutionstheorie. Man kann zusammenfassend sagen, dass der Abend im Rosa Saal des Schlossmuseum als gelungen zu betrachten ist. Der Beifall am End der Ausführungen war ein Beweis dafür.
Sicherlich wird der nächste Vortrag Nepalreise 2008. Ein Reisebericht am 11.3.2009 genau so interessant.
Bilder und Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bild 1: Charles Darwin in jungen und alten Jahren (von einer Folie fotografiert)
Bild 2: Aufmerksame Zuschauer
Bild 3: Museumsmitarbeiterin Hannelore Kutscha beim Überreichen der Blumen
Bild 4: Darstellung zur Selektion (von einer Folie fotografiert)
Bild 5: Buch der kath. Kirche zu Darwin
Nachtrag von der Redaktion:
In einem heutigen Gespräch mit Hannelore Kutscha erfuhr kn, dass es auf Grund des begeisternden Vortrags, eine Fortführung zu diesem Thema geben soll. Der Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.
Autor: khh
Vortrag zu Darwin (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Charles Robert Darwin, englischer Wissenschaftler, begründete die moderne Evolutionstheorie mit seiner Erklärung, dass der Artenwandel und die Entstehung neuer Arten durch natürliche Selektion realisiert werde. Seine Arbeiten beeinflussten Biologie und Geologie grundlegend und gewannen auch Bedeutung für das moderne Denken. Dieser Grundgedanke hatte die Leitung des Schlossmuseums wohl im Auge als sie im Rahmen einer Vortragsreihe des Förderkreises Schloss & Museum Sondershausen e.V. unter dem Motto Treffs für Neugierige 2009 zu einem Vortrag unter dem Aspekt Darwins Lehre – nur eine Episode einlud. Über 30 Teilnehmer hörten aufmerksam zu, als Dr. Dietrich von Knorre (Foto) der Leiter des Phyletischen Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema referierte.Eigentlich war Darwin nicht der Erste der Gedanken der Evolutionstheorie entwickelte. Sein Großvater Erasmus Darwin und Alfred Russel hatten ähnliches gedacht, aber keiner konnte die Evolution so brillant erklären wie er. Wenn in der biblischen Schöpfungsgeschichte stand am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, so war klar, dass viele im religiösen Glauben den Ideengut Darwins unversöhnlich gegenüber standen. Hier hat sich ein Wandel vollzogen, bedingt durch die Entwicklung der Genetik. Selbst der Papst zweifelt die Evolution nicht mehr an. Wie es bei anderen Religionen sich verhält, konnte Dr. Knorren nicht sagen.
Was ist nun der Kerngedanke der Evolution? Evolution ist die Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation. Diese Merkmale sind in Form von Genen kodiert, die bei der Fortpflanzung kopiert und an den Nachwuchs weitergegeben werden. Durch Mutationen entstehen unterschiedliche Varianten dieser Gene, die veränderte oder neue Merkmale verursachen können.. Natürliche Selektion tritt auf, weil Individuen mit Merkmalen, die für das Überleben und die Fortpflanzung vorteilhaft sind, mehr Nachwuchs produzieren können als Individuen ohne diese Merkmale. Daher werden sie mehr Kopien ihrer vererbbaren Merkmale in die nächste Generation einbringen.
Schlossmuseusmsdirektorin Christa Hirschler im Gespräch mit Dr. Dietrich von Knorre
Dies führt dazu, dass vorteilhafte Merkmale im Laufe der Zeit häufiger werden, während unvorteilhafte seltener werden. Durch diesen Prozess können über viele Generationen unterschiedliche Anpassungen an Umweltbedingungen entstehen. Diese Theorie der Evolution durch natürliche Selektion wurde erstmals ausführlich von Charles Darwin in seinem 1859 erschienenen Buch The Origin of Species (Die Entstehung der Arten) dargestellt. In den 1930er Jahren wurde die von Darwin herausgestellte natürliche Selektion mit den mendelschen Regeln zur Vererbung verbunden, daraus entstand die Synthetische Theorie der Evolution. Mit ihrer außerordentlichen erklärenden und vorhersagenden Kraft wurde diese Theorie zum zentralen organisierenden Prinzip der modernen Biologie. Sie liefert die Erklärung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde.
Seine Theorie konnte Darwin entwickeln, da sein Lebenslauf außergewöhnlich war .Darwin war das fünfte Kind einer wohlhabenden und gebildeten Landarztfamilie und wurde am 12.2.1809 geboren Sein Großvater mütterlicherseits war ein erfolgreicher Geschäftsmann, sein väterlicher Großvater der bekannte Naturwissenschaftler Erasmus Darwin. Nach einer weniger erfolgreichen Schulzeit begann Darwin in Edinburgh Medizin zu studieren. Nach zwei Jahren musste er das Studium abbrechen. An der Universität in Cambridge begann er Theologie zu studieren . Hier begegneten ihm zwei wichtige Persönlichkeiten: dem Geologen Adam Sedgwick (1785-1873) und dem Biologen John Stevens Henslow (1795-1861). Henslow half Darwin, sein angeschlagenes Selbstvertrauen wiederherzustellen und brachte ihm genaue Beobachtung bei und wies ihn an bei der Erstellung von Sammlungen. Mit 22 Jahren schloss Darwin seine Studien in Cambridge ab. Es wurde ihm - durch die hilfreiche Vermittlung von Henslow - das attraktive Angebot gemacht, mit dem englischen Forschungsschiff HMS Beagle eine Weltreise zu unternehmen. Während der fünfjährigen Weltreise hatte Darwin die Gelegenheit, geologische Formationen der verschiedenen Kontinente und zahlreiche Fossilien und lebende Tiere zu untersuchen.
Was Darwin am meisten beeindruckte, waren die Wirkungen der natürlichen Kräfte, welche die Erdoberfläche verändert haben. Im Jahre 1882 ist er verstorben. Er ist somit der Begründer der modernen Evolutionstheorie. Man kann zusammenfassend sagen, dass der Abend im Rosa Saal des Schlossmuseum als gelungen zu betrachten ist. Der Beifall am End der Ausführungen war ein Beweis dafür.
Sicherlich wird der nächste Vortrag Nepalreise 2008. Ein Reisebericht am 11.3.2009 genau so interessant.
Bilder und Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bild 1: Charles Darwin in jungen und alten Jahren (von einer Folie fotografiert)
Bild 2: Aufmerksame Zuschauer
Bild 3: Museumsmitarbeiterin Hannelore Kutscha beim Überreichen der Blumen
Bild 4: Darstellung zur Selektion (von einer Folie fotografiert)
Bild 5: Buch der kath. Kirche zu Darwin
Nachtrag von der Redaktion:
In einem heutigen Gespräch mit Hannelore Kutscha erfuhr kn, dass es auf Grund des begeisternden Vortrags, eine Fortführung zu diesem Thema geben soll. Der Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.





