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Di, 07:01 Uhr
10.03.2009

Brenntage begonnen

Von manchen Kleingärtnern herbeigesehnt, um ihren teils erkrankten Baumschnitt los zu werden, von vielen anderen Bürgern als sehr lästig empfunden: Die Brenntage für den größten Teil des Kyffhäuserkreises haben begonnen, mit Ausnahme der Kernstadt Bad Frankenhausen...


Entsprechend § 4 der Thüringer Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen vom 09.03.1999 ist es gestattet, in der Zeit vom 09.03. - 22.03.2009 trockenen, unbelasteten Baum- und Strauchschnitt, der auf nicht gewerblich genutzten Grundstücken anfällt, zu verbrennen und die jeweils gültige Ordnungsbehördliche Verordnung der Städte und Gemeinden nichts Gegenteiliges festlegt.

Als letzten Herbst am Montag, den 20.10.2008 die Brenntage begannen, war die Unvernunft der Leute recht groß, und es wurde trotz sehr feuchter Witterung schon seit dem frühen Morgen die Feuer angezündet, mit dem Resultat, dass es an allen Ecken und Enden von Sondershausen nur so qualmte.

Brenntag (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Brenntag (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Entweder war nicht mehr genügend Brennmaterial vorhanden, oder die Leute waren heute etwas vernünftiger, und haben nach den Niederschlägen der Nacht nur wenige Feuer angezündet, wie oben im Östertal zur Mittagszeit. Und selbst das Feuer qualmte nicht so stark, wie es die Feuer im Herbst getan hatten.

Wenn im Freien gelagertes im Winter so richtig durchfriert, dann trocknet es so richtig aus, dass ist selbst bei stärkerer Nässe die Feuchtigkeit nicht so stark aufnimmt. Wer dann noch sein Brennmaterial abgedeckt hatte, und vor dem Verbrennen noch umgeschichtet hatte, damit versteckte Tiere nicht etwa im Brennmaterial den Feuertod sterben, der hat fast alles richtig gemacht.

Das Verbrennen von Baum- und Strauchschnitt bleibt umstritten. Dem starken Nachteil, der oft erheblichen Rauchbelästigung beim Verbrennen zu feuchtem Materials, steht aber auch der Vorteil gegenüber, dass nur so mit Sicherheit Krankheitserreger auch wirklich vernichtet werden, wenn befallener Baum und Strauchschnitt verbrannt wird. Auch kommerzielle Kompostieranlagen sind leider oft nicht in der Lage, Krankheitserreger mit Sicherheit abzutöten.

Oft ist es allerdings reine Bequemlichkeit, wenn selbst im Kleingarten leicht kompostierbares Material verbrannt wird, anstatt es als fast kostenlosen Dünger einzusetzen. Das allerdings die Kohlendioxidbelastung der Erde durch das Verbrennen steigt ist ein Gerücht. Wenn sich der Baum- und Strauchschnitt mal durch Verrottung völlig zersetzt wurde, dann entstand die gleich Menge Kohlendioxid, nur dass es wesentlich länger gedauert hatte.

Ein anderes Problem ist viel gravierender, nämlich das starre Festlegen der Brennzeiten. Da werden die Brenntage schon lange vorher festgelegt, bevor überhaupt feststeht ob die Witterung überhaupt annähernd geeignet ist. Die Witterung in den letzen Wochen war sehr feucht. Trotzdem wurde einfach nach schon seit langem festgelegten Brennfahrplan die Brenntage ausgerufen. Man sollte das Zeitfenster breiter setzen, und die Bürgermeister entscheiden lassen, wann sie denn ihre zwei Wochen Brenntage nutzen wollen.

Da könnte Jörg Steinmetz in seinem höher gelegenen Helbedündorf zu einem ganz anderen Ergebnis kommen, als sein Amtskollege Joachim Kreyer in Sondershausen, oder Bernd Karnstedt in der VG Kyffhäuser. Da dürfen die Bürgermeister teils über Millionen von Euro dirigieren, haben aber wenig Einfluss auf den Termin von ein paar Brenntagen. Das verstehe wer will.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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