Sa, 09:29 Uhr
14.03.2009
Die fahren sparsam und sicher
Der Frühling naht. Zeit für die Sommerreifen. Alle sieben Jahre sollten es neue sein. Selbst, wenn das Profil noch stimmt. Reifengummi altert nämlich. Die Stiftung Warentest und nnz/kn zeigen die besten Sommerreifen und gibt Tipps zum Kauf. Und Sie behalten ganz einfach den Überblick...
Zwischen Rollwiderstand und Griff
Sicher, spurtreu und stabil in Kurven: Gute Sommerreifen müssen einiges leisten. Auch bei Regen. Kurze Bremswege sind Pflicht. Leise abrollen soll der Reifen, Kraftstoff sparen und möglichst lange halten. Die Komposition ist stets ein Kompromiss: Ein geringer Rollwiderstand etwa reduziert den Kraftstoffverbrauch, bedeutet aber oft weniger Griff. Die Hersteller müssen ihre Reifen deshalb fein abstimmen. Zwischen optimalem Rollwiderstand und optimalem Griff.
35 Reifen im Test
Die Stiftung Warentest hat 35 Sommerreifen getestet. Gemeinsam mit dem ADAC und verschiedenen europäischen Partnern. Die Liste der Testdisziplinen ist lang: Regenkurs, Apuaplaningkanal, Hochgeschwindigkeitsparcour, Bremstest, Konvoifahrten, Rollenprüfstand und weitere Tests mehr. Im Test: 18 Reifen für Kleinwagen, Größe 185/60 R 14 H und 17 Reifen für Kompakt- und Mittelklasseautos, Größe und 205/55 R 16 W.
Kleinwagen: Michelin fährt vorn
Bester Kleinwagenreifen im Test ist der Michelin Energy Saver. Er überzeugt durch seine Abstimmung. Michelin vereint gute Fahreigenschaften und niedrigen Rollwiderstand. Ergebnis: rundum gute Noten. Der Energy Saver fährt sicher und spart Sprit. Außerdem hält der Reifen besonders lange. Verschleißfestigkeit: sehr gut. Weiterer Pluspunkt: Michelin produziert den Reifen ohne giftige Weichmacher. Qualitätsurteil gut, Note 2,1. Stückpreis etwa 71 Euro.
Gute Verfolger
Etwas billiger und in puncto Fahreigenschaften sogar besser sind die Kleinwagenreifen von Bridgestone und Continental. Sie punkten durch sehr guten Kurvengriff und perfektes Handling, selbst bei hohem Tempo. Urteil: sehr gut auf trockener Fahrbahn. Der Bridgestone Turanza ER300 kostet etwa 62 Euro, der Continental PremiumContact 2 rund 68 Euro pro Stück. Auch bei Regen sind diese Reifen gut. Besser sogar als der Testsieger von Michelin.
Halten nicht so lange
Dass Bridgestone und Continental trotzdem nur als zweite ins Ziel fahren, liegt an ihrer Abstimmung. Die Fahreigenschaften sind gut, die Umwelteigenschaften aber nur befriedigend. Turanza und PremiumContact halten nicht so lange wie der Testsieger Michelin Energy Saver. Verschleißfestigkeit: nur befriedigend.
Kumho günstig und gut
Der billigste gute Kleinwagenreifen im Test heißt Kumho Solus KH17. Stückpreis: etwa 49 Euro. Qualitätsurteil gut, Note 2,4. Einziger Schwachpunkt: Der Kumho enthält giftige Weichmacher. Nicht exorbitant viel, aber mehr als nötig. Die Laborprobe ergab 13 Milligramm PAK pro Kilogramm Reifengummi. Umwelteigenschaften deshalb nur befriedigend. Das Kürzel PAK steht für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. PAK können Krebs erzeugen. Es gibt ungiftige Alternativen: Weichmacher ohne PAK.
Mittelklasse: Goodyear vor Michelin
Bei den Kompakt- und Mittelklassereifen fährt der Goodyear OptiGrip knapp vor dem Michelin Primacy HP. Beide punkten mit guten Noten in allen Disziplinen. Der Goodyear OptiGrip ist ab 87 Euro im Handel. Aber auch für 122 Euro. Mittlerer Preis etwa 100 Euro pro Stück. Der Michelin Primacy HP kostet in der Größe 205/55 R 16 rund 119 Euro pro Stück. Preise jeweils zuzüglich Felge und Montage. Ein Preisvergleich lohnt sich: Die Spanne im Handel ist groß. Wer sparen will, fragt nach günstigen Komplettpreisen für Reifensatz, Felgen und Montage
Autor: nnz/knZwischen Rollwiderstand und Griff
Sicher, spurtreu und stabil in Kurven: Gute Sommerreifen müssen einiges leisten. Auch bei Regen. Kurze Bremswege sind Pflicht. Leise abrollen soll der Reifen, Kraftstoff sparen und möglichst lange halten. Die Komposition ist stets ein Kompromiss: Ein geringer Rollwiderstand etwa reduziert den Kraftstoffverbrauch, bedeutet aber oft weniger Griff. Die Hersteller müssen ihre Reifen deshalb fein abstimmen. Zwischen optimalem Rollwiderstand und optimalem Griff.
35 Reifen im Test
Die Stiftung Warentest hat 35 Sommerreifen getestet. Gemeinsam mit dem ADAC und verschiedenen europäischen Partnern. Die Liste der Testdisziplinen ist lang: Regenkurs, Apuaplaningkanal, Hochgeschwindigkeitsparcour, Bremstest, Konvoifahrten, Rollenprüfstand und weitere Tests mehr. Im Test: 18 Reifen für Kleinwagen, Größe 185/60 R 14 H und 17 Reifen für Kompakt- und Mittelklasseautos, Größe und 205/55 R 16 W.
Kleinwagen: Michelin fährt vorn
Bester Kleinwagenreifen im Test ist der Michelin Energy Saver. Er überzeugt durch seine Abstimmung. Michelin vereint gute Fahreigenschaften und niedrigen Rollwiderstand. Ergebnis: rundum gute Noten. Der Energy Saver fährt sicher und spart Sprit. Außerdem hält der Reifen besonders lange. Verschleißfestigkeit: sehr gut. Weiterer Pluspunkt: Michelin produziert den Reifen ohne giftige Weichmacher. Qualitätsurteil gut, Note 2,1. Stückpreis etwa 71 Euro.
Gute Verfolger
Etwas billiger und in puncto Fahreigenschaften sogar besser sind die Kleinwagenreifen von Bridgestone und Continental. Sie punkten durch sehr guten Kurvengriff und perfektes Handling, selbst bei hohem Tempo. Urteil: sehr gut auf trockener Fahrbahn. Der Bridgestone Turanza ER300 kostet etwa 62 Euro, der Continental PremiumContact 2 rund 68 Euro pro Stück. Auch bei Regen sind diese Reifen gut. Besser sogar als der Testsieger von Michelin.
Halten nicht so lange
Dass Bridgestone und Continental trotzdem nur als zweite ins Ziel fahren, liegt an ihrer Abstimmung. Die Fahreigenschaften sind gut, die Umwelteigenschaften aber nur befriedigend. Turanza und PremiumContact halten nicht so lange wie der Testsieger Michelin Energy Saver. Verschleißfestigkeit: nur befriedigend.
Kumho günstig und gut
Der billigste gute Kleinwagenreifen im Test heißt Kumho Solus KH17. Stückpreis: etwa 49 Euro. Qualitätsurteil gut, Note 2,4. Einziger Schwachpunkt: Der Kumho enthält giftige Weichmacher. Nicht exorbitant viel, aber mehr als nötig. Die Laborprobe ergab 13 Milligramm PAK pro Kilogramm Reifengummi. Umwelteigenschaften deshalb nur befriedigend. Das Kürzel PAK steht für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. PAK können Krebs erzeugen. Es gibt ungiftige Alternativen: Weichmacher ohne PAK.
Mittelklasse: Goodyear vor Michelin
Bei den Kompakt- und Mittelklassereifen fährt der Goodyear OptiGrip knapp vor dem Michelin Primacy HP. Beide punkten mit guten Noten in allen Disziplinen. Der Goodyear OptiGrip ist ab 87 Euro im Handel. Aber auch für 122 Euro. Mittlerer Preis etwa 100 Euro pro Stück. Der Michelin Primacy HP kostet in der Größe 205/55 R 16 rund 119 Euro pro Stück. Preise jeweils zuzüglich Felge und Montage. Ein Preisvergleich lohnt sich: Die Spanne im Handel ist groß. Wer sparen will, fragt nach günstigen Komplettpreisen für Reifensatz, Felgen und Montage
So finden Sie den passenden Reifen
- Reifengröße Die Größe des Reifens ist auf die Reifenflanke geprägt. Beispiel: 185/60 R14 H. Dieser Reifen ist 185 Millimeter breit. Die 60 nach dem Schrägstrich zeigt das Verhältnis von Höhe zu Breite. Je kleiner die Zahl, desto flacher der Reifen. Kleine Zahlen sind typisch für Breitreifen. R kodiert die Reifenbauart und steht für Radialreifen = Gürtelreifen. 14 ist der Felgendurchmesser in Zoll. Der folgende Buchstabe kodiert die Geschwindigkeitsklasse, H = zugelassen bis 210 km/h.
- Fahrzeugschein Im neuen Fahrzeugschein wird seit Oktober 2005 nur noch eine Reifengröße genannt. Im allgemeinen der kleinste für das Fahrzeug zugelassene Sommerreifen. Beachten Sie die Bemerkungen und Ausnahmen im neuen Fahrzeugschein (Zeile 22). Dort können weitere zugelassene Reifengrößen verzeichnet sein.
- Zulassung Welche Reifen zugelassen sind, hängt von Motorleistung, Fahrzeuggewicht und Höchstgeschwindigkeit ab. Fragen Sie den Autohersteller, Ihre Vertragswerkstatt oder Ihren Reifenhändler.
- Konfigurator Auswahlprogramme im Internet helfen bei der Suche nach dem richtigen Reifen. Continental, Goodyear und Fulda bieten Konfiguratoren für ihr Reifenprogramm. Nutzen Sie die Links im Kasten Mehr Infos im Internet.
Darauf sollten Sie achten
- Geschwindigkeitsklasse Schnelle Autos brauchen sicheren Halt. Achten Sie beim Reifenkauf auf die richtige Geschwindigkeitsklasse. Sie wird mit Großbuchstaben bezeichnet. Folgende Klassen gibt es: Q: bis 160 km/h, S: bis 180 km/h, T: bis 190 km/h, H: bis 210 km/h, V: bis 240 km/h, W: bis 270km/h und Y: bis 300km/h und ZR: über 240 km/h.
- Bescheinigung Sie fahren einen Reifen, der nicht im Fahrzeugschein verzeichnet ist? Dann bitten Sie den Reifenhändler oder den Fahrzeughersteller um eine schriftliche Bestätigung, dass die montierten Reifen für Ihr Fahrzeug und Ihre Motorleistung zugelassen sind. Neuwagen werden seit Oktober 2005 mit einer so genannten COC-Bescheinigung geliefert. COC = Certification of Conformity. Bewahren Sie diese Bescheinigung im Auto auf. So beugen Sie Ärger bei Verkehrskontrollen vor.
- Preise vergleichen Ein guter Satz 185er-Sommerreifen kann 168 oder auch 344 Euro kosten. Billigstes gutes Angebot im Test: Kumho Solus KH17. Teuerstes Angebot: Michelin Energy Saver. Vergleichen Sie die Preise bei verschiedenen Händlern. Fragen Sie nach Komplettpreisen mit Montage, Auswuchten, Ventil und Altreifenentsorgung. Die Unterschiede sind groß.
- DOT-Nummer Reifengummi altert, auch wenn die Reifen nicht gefahren werden. Kaufen Sie deshalb möglichst neue Reifen: Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke zeigt das Herstellungsdatum. Die Hersteller nennen Kalenderwoche und Jahr. Beispiel: DOT 0809. Dieser Reifen wurde in der 8. Kalenderwoche 2009 produziert. Achten Sie beim Kauf auf die DOT-Nummer der Reifen. DOT steht übrigens für Department of Transportation, die amerikanische Zulassungsbehörde.
So bleiben Ihre Reifen lange fit
- Einfahren Eingefahrene Reifen haften besser. Das Walken des Reifens während der Fahrt hält das Gummi geschmeidig. Nach längerer Lagerung müssen auch gebrauchte Reifen wieder eingefahren werden.
- Luftdruck Kontrollieren Sie den Reifendruck alle 14 Tage. Fahren Sie nicht mit zu niedrigem Druck. Das frisst Sprit, belastet die Umwelt und strapaziert den Reifen. Schlappe Reifen laufen schneller heiß. Sie können platzen. Gefährlich: Vor allem bei hohem Tempo und auf langen Fahrten.
- Kalte Reifen Den richtigen Reifendruck finden Sie in der Betriebsanleitung zu Ihrem Auto. Der Wert gilt für kalte Reifen. Bei warmen Reifen steigt der Druck. Kontrollieren Sie den Reifendruck stets bei kalten Reifen. Lassen Sie keine Luft aus den Reifen, nur weil Ihnen der Luftdruck bei heißen Reifen zu hoch erscheint.
- Bordsteine Überfahren Sie Bordsteine und Einfassungen nur im Notfall. Wenn es sein muss, dann langsam und in stumpfem Winkel. Parken Sie nicht mit gegen den Bordstein gepressten Reifen.
- Markieren Markieren Sie die Position des Reifens beim Reifenwechsel mit Kreide: Vorne rechts und links, hinten rechts und links. Montieren Sie den Reifen in der nächsten Saison wieder an derselben Stelle, damit die Drehrichtung identisch bleibt.
- Richtig lagern Lagern Sie Ihre Reifen dunkel, trocken und kühl. 15 bis 20 Grad Celsius sind optimal. Nicht direkt neben dem Heizungskessel. Direkte Sonneneinstrahlung oder Kunstlicht mit hohem UV-Anteil schaden dem Reifengummi. Lagern Sie den Reifen möglichst sauber ein. Frei von Öl, Fett, Kraftstoff und anderen Chemikalien.
- Ohne Felge im Stehen Lagern Sie Reifen ohne Felge im Stehen. Drehen Sie die Reifen regelmäßig weiter, damit sie sich nicht verformen.
- Mit Felge im Liegen Lagern Sie Reifen mit Felge übereinandergestapelt oder hängen Sie die Reifen auf. Optimal sind ein Felgenbaum oder einzelne Wandaufhänger.
- Haltbarkeit Wie lange ein Autoreifen hält, ist auch bei Experten umstritten. Die Schätzungen liegen zwischen sechs und zehn Jahren. Mit der Zeit verliert das Reifengummi an Elastizität und damit an Haftung: Unabhängig von der Profiltiefe. Faustregel deshalb: Alle sieben Jahre sollten neue Reifen her.
- Profil Tauschen Sie Sommerreifen bei etwa drei Millimetern, Winterreifen spätestens bei vier Millimetern Restprofil aus. Das ist sicherer: obwohl das Gesetz nur 1,6 Millimeter Restprofil fordert.
Downloads:
- Hier der kompakte Überblick (170 kByte)