Fr, 07:03 Uhr
03.04.2009
Hindernisse stören (2)
Mit einem gestrigen Beitrag von kn zum Thema Hindernisse für Behinderte befasst sich dieser Leserbrief und weißt gleichzeitig auf einen wichtigen Termin im Mai hin...
Der Beitrag "Hindernisse stören" macht auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam: Wir werden unsere Umwelt erst wirklich barrierefrei gestalten, wenn das Problem im Kopf klar ist. Die Stufen an einem Weg, der erst vor kurzem hergerichtet wurde, brauchten wahrscheinlich nicht zu sein, wenn man vor den Arbeiten richtig nachgedacht hätte. Dabei wäre es völlig fehl am Platze, jemand Böswilligkeit zu unterstellen. Dem Rollstuhlfahrer wäre aber geholfen und er brauchte keine Umwege zu fahren.
Solche Beispiele finden wir sicherlich in allen Orten unseres Kreises. Aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Sozialverband VdK weiß ich, dass die Sondershäuser Stadtväter und Stadtverwaltung den Fragen der Barrierefreiheit recht aufgeschlossen gegenüber stehen und es gerade in den letzten Jahren viele gute Beispiele gibt.
Doch ein zweiter wichtiger Gedanke wurde im besagten Beitrag geäußert. Durch das Konjunkturpaket II werden in den nächsten Monaten umfangreiche Maßnahmen in Angriff genommen, sicherlich wichtige Aufgaben, die zugleich der Wirtschaft helfen Arbeitsplätze zu erhalten. Sicherlich muss jetzt alles schnell gehen. Doch man sollte trotzdem überlegt zu Werke gehen, denn oftmals können dabei ohne sonderlichen Mehraufwand Barrieren für Menschen mit Behinderungen beseitigt oder gar nicht ersterrichtet (und dabei zugleich auch für andere wie ältere Menschen, junge Eltern mit Kinderwegen) verbesserte Bedingungen geschaffen werden. Das erfordert keine besonderen Programme, nicht unbedingt mehr Mittel, nur etwas mehr Überlegung.
Darauf weist der Sozialverband VdK seit Wochen hin. Man sollte den Hinweis ernst nehmen.
Im Kyffhäuserkreis bildet die Sanierung der Schulen einen wichtigen Schwerpunkt des Konjunkturprogrammes und darüber hinaus. Hat man dabei diese Problematik auch mit im Blick? In Wahlprogrammen ist die Rede von integrativen Kindertagesstätten sowie gemeinsamen Lernern behinderter und nicht behinderter Kinder. Denkt man daran, im Rahmen dieses umfassenden Sanierungsprogrammes dafür die Voraussetzungen zu schaffen? Oder bleiben diese Wahlprogramme nur ein Stück totes Papier?
Der VdK-Kreisverband Nordthüringen führt auch in diesem Jahr aus Anlass des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen um den 5. Mai eine Reihe Aktionen und Veranstaltungen durch. Ganz gewiss wird man dort den gegenwärtigen Verantwortungsträgern und jenen, die sich für ein Amt bewerben, diese Fragen stellen.
Klaus Henze
Zum Ursprungsartikel
Autor: khhDer Beitrag "Hindernisse stören" macht auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam: Wir werden unsere Umwelt erst wirklich barrierefrei gestalten, wenn das Problem im Kopf klar ist. Die Stufen an einem Weg, der erst vor kurzem hergerichtet wurde, brauchten wahrscheinlich nicht zu sein, wenn man vor den Arbeiten richtig nachgedacht hätte. Dabei wäre es völlig fehl am Platze, jemand Böswilligkeit zu unterstellen. Dem Rollstuhlfahrer wäre aber geholfen und er brauchte keine Umwege zu fahren.
Solche Beispiele finden wir sicherlich in allen Orten unseres Kreises. Aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Sozialverband VdK weiß ich, dass die Sondershäuser Stadtväter und Stadtverwaltung den Fragen der Barrierefreiheit recht aufgeschlossen gegenüber stehen und es gerade in den letzten Jahren viele gute Beispiele gibt.
Doch ein zweiter wichtiger Gedanke wurde im besagten Beitrag geäußert. Durch das Konjunkturpaket II werden in den nächsten Monaten umfangreiche Maßnahmen in Angriff genommen, sicherlich wichtige Aufgaben, die zugleich der Wirtschaft helfen Arbeitsplätze zu erhalten. Sicherlich muss jetzt alles schnell gehen. Doch man sollte trotzdem überlegt zu Werke gehen, denn oftmals können dabei ohne sonderlichen Mehraufwand Barrieren für Menschen mit Behinderungen beseitigt oder gar nicht ersterrichtet (und dabei zugleich auch für andere wie ältere Menschen, junge Eltern mit Kinderwegen) verbesserte Bedingungen geschaffen werden. Das erfordert keine besonderen Programme, nicht unbedingt mehr Mittel, nur etwas mehr Überlegung.
Darauf weist der Sozialverband VdK seit Wochen hin. Man sollte den Hinweis ernst nehmen.
Im Kyffhäuserkreis bildet die Sanierung der Schulen einen wichtigen Schwerpunkt des Konjunkturprogrammes und darüber hinaus. Hat man dabei diese Problematik auch mit im Blick? In Wahlprogrammen ist die Rede von integrativen Kindertagesstätten sowie gemeinsamen Lernern behinderter und nicht behinderter Kinder. Denkt man daran, im Rahmen dieses umfassenden Sanierungsprogrammes dafür die Voraussetzungen zu schaffen? Oder bleiben diese Wahlprogramme nur ein Stück totes Papier?
Der VdK-Kreisverband Nordthüringen führt auch in diesem Jahr aus Anlass des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen um den 5. Mai eine Reihe Aktionen und Veranstaltungen durch. Ganz gewiss wird man dort den gegenwärtigen Verantwortungsträgern und jenen, die sich für ein Amt bewerben, diese Fragen stellen.
Klaus Henze
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Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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