So, 14:28 Uhr
05.04.2009
Jobchance für Flüchtlinge in Nordthüringen (2)
Im zweiten Teil öffentliche Veranstaltung zum Thema Jobchancen in Nordthüringen mit der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Kathrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) Dr. Michael Heister, Referatsleiter GS 2 im Bundesministerium für Arbeit, geht es auch um die anschließende Podiumsdiskussion...
Zur Rückerinnerung: Im Rahmen des Bundesprogrammes Xenos wurde im Kyffhäuserkreis und im Kreis Nordhausen das Projekt ProJob Nordthüringen aus der Taufe gehoben. Die Laufzeit des Projekts ist auf zwei Jahre festgelegt. Ziel ist es, Flüchtlinge und Asylbewerber eine Chance auf dem regionalen Arbeitsmarkt oder Ausbildungsmarkt zu geben. Die Veranstaltung sollte sich an Betroffene, Beteiligte und potentielle Arbeitgeber wenden. Träger des Projekts "ProJob Nordthüringen" sind Starthilfe Sondershausen e.V., LIFT GmbH, Kreisjugendring Kyffhäuserkreis e.V., Landratsamt Nordhausen und Landratsamt Sondershausen, kn hatte bereits berichtet.
Mit Dr. Michael Heister, Referatsleiter GS 2 im Bundesministerium für Arbeit waren auch zentrale Behörden stark vertreten. In seinen Ausführungen gab er erstaunliche Zahlen zum Besten. Im Bundesprogramm Xenos, dass sich zum Ziel gesetzt hat Flüchtlingen eine reale Jobchance zu vermitteln und für eine Integration zu sorgen, ist mit rund 9 Milliarden Euro, mit Kofinanzierung gar mit 16 Milliarden bis 2013 (auslaufend 2015) nicht gerade schwach bestückt. Die Mittel stammen aus dem europäischen Sozialfonds. Durch 43 Netzwerke, davon 2 in Thüringen, will man ca. 3.000 Bleibeberechtigte Flüchtlinge in Arbeit bringen. Diese 43 Netzwerke treffen sich ca. drei bis vier mal im Jahr zum Erfahrungsaustausch. Mehr zum europäischen Sozialfonds gibt es unter www.esf.de.
Auch wenn sich einige Redner, so Jürgen Rauschenbach, Geschäftsführer des sozialen Trägers Starthilfe Sonderhausen e.V. , Franco Bergmann und Stephanie Tippelmann (beide Nordhausen) und Kornelia Morino (Kyffhäuserkeis) Mühe gaben, ihre Projekte vorzustellen, zeigten sich aber eben auch die Grenzen des Projektes. In einer Region, wo es durch wenig Arbeitsplatzangebot und hoher Arbeitsbereitschaft der hiesigen Arbeitslosen Arbeit anzunehmen, hat man einfach Grenzen bei der Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen.
Kathrin Göring-Eckardt, Dr. Michael Heister, Eckehard Peters (Ausländerbeauftragter der Thüringer Landesregierung), Jürgen Rauschenbach, Stephanie Tippelmann, Steffen Dittes, Moderator Christian Standali
Die Forderung von Göring-Eckardt, lasst doch die Flüchtlinge arbeiten, damit sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können, anstatt für sie Transferleistungen zu zahlen, ist wohl doch nicht so leicht umzusetzen. Das zeigte sich vor allem in der sich an die Veranstaltung anschließenden Podiumsdiskussion. Dabei war der Vorsitzende das Flüchtlingsrates Thüringens (www.fluechtlingsrat-thr.de), Steffen Dittes, insbesondere den Bundesagenturen für Arbeit vor, zu wenig für die Flüchtlinge bei der Vermittlung zu tun, was naturgemäß bei Dr. Michael Heister nicht so gut ankam.
Göring-Eckardt prophezeite auch, dass in den nächsten Jahren der Flüchtlingsansturm noch größer werden wird. Dabei müssen immer mehr Armutsflüchtlinge und auch Flüchtlinge die aus überfluteten Gebieten (Klimaerwärmung) ihre Heimat verlassen müssen. Dabei geht es ihr nicht darum, nur die Tür Deutschland weit aufzumachen, sondern es gehe darum eine gezielte Einwanderung zu erreichen. Unter anderem auch verbunden mit dem Blick demografischer Wandel und dem Ausgleich des Fachkräftemangels.
Im Pressegespräch vor der Podiumsdiskussion hatte Göring-Eckardt vor allem die CDU und die Linke angegriffen, sie hätten die Flüchtlingsveranstaltung nicht ernst genug genommen und würden Angst um Wählerstimmen zu haben. Warum sie dabei die SPD, die FDP und die Freien Wähler rausließ, muss man wohl unter Wahlkampf abhaken. Und vorschnell war Göring-Eckardt auch noch, war es doch gerade Steffen Dittes, der auch im Namen der Linken sprach, und besonders in der Podiumsdiskussion sehr aktiv war. Deshalb sollte man abschließend feststellen, dass das Thema Flüchtlinge viel zu brisant ist, als das man damit Wahlkampf betreiben sollte.
Autor: khhZur Rückerinnerung: Im Rahmen des Bundesprogrammes Xenos wurde im Kyffhäuserkreis und im Kreis Nordhausen das Projekt ProJob Nordthüringen aus der Taufe gehoben. Die Laufzeit des Projekts ist auf zwei Jahre festgelegt. Ziel ist es, Flüchtlinge und Asylbewerber eine Chance auf dem regionalen Arbeitsmarkt oder Ausbildungsmarkt zu geben. Die Veranstaltung sollte sich an Betroffene, Beteiligte und potentielle Arbeitgeber wenden. Träger des Projekts "ProJob Nordthüringen" sind Starthilfe Sondershausen e.V., LIFT GmbH, Kreisjugendring Kyffhäuserkreis e.V., Landratsamt Nordhausen und Landratsamt Sondershausen, kn hatte bereits berichtet.
Mit Dr. Michael Heister, Referatsleiter GS 2 im Bundesministerium für Arbeit waren auch zentrale Behörden stark vertreten. In seinen Ausführungen gab er erstaunliche Zahlen zum Besten. Im Bundesprogramm Xenos, dass sich zum Ziel gesetzt hat Flüchtlingen eine reale Jobchance zu vermitteln und für eine Integration zu sorgen, ist mit rund 9 Milliarden Euro, mit Kofinanzierung gar mit 16 Milliarden bis 2013 (auslaufend 2015) nicht gerade schwach bestückt. Die Mittel stammen aus dem europäischen Sozialfonds. Durch 43 Netzwerke, davon 2 in Thüringen, will man ca. 3.000 Bleibeberechtigte Flüchtlinge in Arbeit bringen. Diese 43 Netzwerke treffen sich ca. drei bis vier mal im Jahr zum Erfahrungsaustausch. Mehr zum europäischen Sozialfonds gibt es unter www.esf.de.
Auch wenn sich einige Redner, so Jürgen Rauschenbach, Geschäftsführer des sozialen Trägers Starthilfe Sonderhausen e.V. , Franco Bergmann und Stephanie Tippelmann (beide Nordhausen) und Kornelia Morino (Kyffhäuserkeis) Mühe gaben, ihre Projekte vorzustellen, zeigten sich aber eben auch die Grenzen des Projektes. In einer Region, wo es durch wenig Arbeitsplatzangebot und hoher Arbeitsbereitschaft der hiesigen Arbeitslosen Arbeit anzunehmen, hat man einfach Grenzen bei der Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen.
Kathrin Göring-Eckardt, Dr. Michael Heister, Eckehard Peters (Ausländerbeauftragter der Thüringer Landesregierung), Jürgen Rauschenbach, Stephanie Tippelmann, Steffen Dittes, Moderator Christian Standali
Die Forderung von Göring-Eckardt, lasst doch die Flüchtlinge arbeiten, damit sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können, anstatt für sie Transferleistungen zu zahlen, ist wohl doch nicht so leicht umzusetzen. Das zeigte sich vor allem in der sich an die Veranstaltung anschließenden Podiumsdiskussion. Dabei war der Vorsitzende das Flüchtlingsrates Thüringens (www.fluechtlingsrat-thr.de), Steffen Dittes, insbesondere den Bundesagenturen für Arbeit vor, zu wenig für die Flüchtlinge bei der Vermittlung zu tun, was naturgemäß bei Dr. Michael Heister nicht so gut ankam.
Göring-Eckardt prophezeite auch, dass in den nächsten Jahren der Flüchtlingsansturm noch größer werden wird. Dabei müssen immer mehr Armutsflüchtlinge und auch Flüchtlinge die aus überfluteten Gebieten (Klimaerwärmung) ihre Heimat verlassen müssen. Dabei geht es ihr nicht darum, nur die Tür Deutschland weit aufzumachen, sondern es gehe darum eine gezielte Einwanderung zu erreichen. Unter anderem auch verbunden mit dem Blick demografischer Wandel und dem Ausgleich des Fachkräftemangels.
Im Pressegespräch vor der Podiumsdiskussion hatte Göring-Eckardt vor allem die CDU und die Linke angegriffen, sie hätten die Flüchtlingsveranstaltung nicht ernst genug genommen und würden Angst um Wählerstimmen zu haben. Warum sie dabei die SPD, die FDP und die Freien Wähler rausließ, muss man wohl unter Wahlkampf abhaken. Und vorschnell war Göring-Eckardt auch noch, war es doch gerade Steffen Dittes, der auch im Namen der Linken sprach, und besonders in der Podiumsdiskussion sehr aktiv war. Deshalb sollte man abschließend feststellen, dass das Thema Flüchtlinge viel zu brisant ist, als das man damit Wahlkampf betreiben sollte.
