Do, 07:01 Uhr
23.04.2009
Bilderschlachten
Eine interessante Ausstellung in der Friedensstadt Osnabrück mit dem Thema "BILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg" beschäftigt sich u.a. mit der Schlacht bei Bad Frankenhausen (15.Mai 1525), einer der bedeutendsten Schlachten des Deutschen Bauernkrieges...
Vor rund fünfhundert Jahren fand im thüringischen Kyffhäuserkreis eine der bedeutendsten Schlachten des Deutschen Bauernkrieges statt: die Schlacht bei Frankenhausen. Am 15. Mai 1525 kämpften hier die aufständischen Bauern unter dem Revolutionär Thomas Müntzer gegen das Fürstenheer. Mit der Niederlage der Bauern wurde das Ende der Bauernkriege eingeläutet. Das Thema "Nachrichten aus dem Krieg" wird in diesem Jahr in einer großen Ausstellung in Osnabrück aufgegriffen. Vom 22. April bis zum 4. Oktober beschäftigt sich "BILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg" auch mit den Ereignissen während des Bauernkrieges. So zeigt das Museum für Industriekultur, einer der drei Ausstellungsorte, einen Holzschnitt von 1525 mit einer Flugschrift aus dem Bauernkrieg. Dieses Titelblatt steht im Zusammen-hang mit der Veröffentlichung der "Zwölf Artikel". Diese gelten als die erste Niederschrift von Menschenrechten in Europa.
Bildunterschrift: Bauern; Holzschnitt 1525 mit Flugschrift aus dem Bauernkrieg
Im Ersten Weltkrieg ermöglichte die Luftbildfotografie den sogenannten "Teufelsblick" - den Blick von oben auf das Schlachtfeld. Heute ist man als Fernsehzuschauer live im Kampfgebiet dabei. Die Ausstellung "Bilderschlachten" zeigt erstmals, wie seit 2000 Jahren Nachrichten aus dem Krieg übermittelt werden: vom reitenden Boten zur Flugschrift, vom Telegrafen zum ersten Fernseher - und heute sogar interaktiv. Aktuelle Medienkunst macht dabei auf den Konsum- und Lifestyle-Charakter der Kriegsbilder aufmerksam.
Das Geschäft mit der Information wird seit jeher von den Kriegsparteien, den Regierungen und den Militärs bestimmt. Sie zensieren Nachrichten und versuchen, Journalisten zu instrumentalisieren. Psychologische Kriegsführung gehört zum Krieg, und die Medien sind ein Teil davon. Auch was wir heute aus aktuellen Krisen- und Kriegsgebieten erfahren, stammt oft von Journalisten, die in militärische Strukturen wie Transporte ins Kampfgebiet, Schutz oder Verpflegung "eingebettet" sind.
Oberbürgermeister Boris Pistorius: "Für die Friedensstadt Osnabrück ist diese Ausstellung ein ambitioniertes Projekt, weil vier kulturelle Einrichtungen der Stadt gemeinsam einen Bogen von der Varusschlacht in die Gegenwart schlagen. Auf diese Weise wird die Mediengeschichte der vergangenen 2000 Jahre sichtbar." Die Ausstellung präsentiert Technik - Medien - Kunst. Das Museum für Industriekultur widmet sich den Nachrichten aus dem Krieg von der Antike bis zum Ersten Weltkrieg. In der Kunsthalle Dominikanerkirche können sich die Besucherinnen und Besucher über die Entwicklungen im 20. und 21. Jahrhundert informieren. Im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum wird die aktuelle Lage beleuchtet. Die vom European Media Art Festival ausgewählten internationalen Künstlerinnen und Künstler reagieren kritisch, ironisch oder auch sehr persönlich auf die Kriegsdarstellungen der Medien und befragen deren suggestiven und manipulatives Potential.
Die Ausstellung "BILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg" wird von Mittwoch, 22. April bis Sonntag, 4. Oktober, in der Kunsthalle Dominikanerkirche, im Museum Industriekultur Osnabrück und im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum gezeigt.
Öffnungszeiten in allen Häusern: dienstags bis sonntags 10 - 18 Uhr. Weitere Informationen finden Sie unter www.bilderschlachten.de.
Autor: khhVor rund fünfhundert Jahren fand im thüringischen Kyffhäuserkreis eine der bedeutendsten Schlachten des Deutschen Bauernkrieges statt: die Schlacht bei Frankenhausen. Am 15. Mai 1525 kämpften hier die aufständischen Bauern unter dem Revolutionär Thomas Müntzer gegen das Fürstenheer. Mit der Niederlage der Bauern wurde das Ende der Bauernkriege eingeläutet. Das Thema "Nachrichten aus dem Krieg" wird in diesem Jahr in einer großen Ausstellung in Osnabrück aufgegriffen. Vom 22. April bis zum 4. Oktober beschäftigt sich "BILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg" auch mit den Ereignissen während des Bauernkrieges. So zeigt das Museum für Industriekultur, einer der drei Ausstellungsorte, einen Holzschnitt von 1525 mit einer Flugschrift aus dem Bauernkrieg. Dieses Titelblatt steht im Zusammen-hang mit der Veröffentlichung der "Zwölf Artikel". Diese gelten als die erste Niederschrift von Menschenrechten in Europa.
Bildunterschrift: Bauern; Holzschnitt 1525 mit Flugschrift aus dem Bauernkrieg
Im Ersten Weltkrieg ermöglichte die Luftbildfotografie den sogenannten "Teufelsblick" - den Blick von oben auf das Schlachtfeld. Heute ist man als Fernsehzuschauer live im Kampfgebiet dabei. Die Ausstellung "Bilderschlachten" zeigt erstmals, wie seit 2000 Jahren Nachrichten aus dem Krieg übermittelt werden: vom reitenden Boten zur Flugschrift, vom Telegrafen zum ersten Fernseher - und heute sogar interaktiv. Aktuelle Medienkunst macht dabei auf den Konsum- und Lifestyle-Charakter der Kriegsbilder aufmerksam.
Das Geschäft mit der Information wird seit jeher von den Kriegsparteien, den Regierungen und den Militärs bestimmt. Sie zensieren Nachrichten und versuchen, Journalisten zu instrumentalisieren. Psychologische Kriegsführung gehört zum Krieg, und die Medien sind ein Teil davon. Auch was wir heute aus aktuellen Krisen- und Kriegsgebieten erfahren, stammt oft von Journalisten, die in militärische Strukturen wie Transporte ins Kampfgebiet, Schutz oder Verpflegung "eingebettet" sind.
Oberbürgermeister Boris Pistorius: "Für die Friedensstadt Osnabrück ist diese Ausstellung ein ambitioniertes Projekt, weil vier kulturelle Einrichtungen der Stadt gemeinsam einen Bogen von der Varusschlacht in die Gegenwart schlagen. Auf diese Weise wird die Mediengeschichte der vergangenen 2000 Jahre sichtbar." Die Ausstellung präsentiert Technik - Medien - Kunst. Das Museum für Industriekultur widmet sich den Nachrichten aus dem Krieg von der Antike bis zum Ersten Weltkrieg. In der Kunsthalle Dominikanerkirche können sich die Besucherinnen und Besucher über die Entwicklungen im 20. und 21. Jahrhundert informieren. Im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum wird die aktuelle Lage beleuchtet. Die vom European Media Art Festival ausgewählten internationalen Künstlerinnen und Künstler reagieren kritisch, ironisch oder auch sehr persönlich auf die Kriegsdarstellungen der Medien und befragen deren suggestiven und manipulatives Potential.
Die Ausstellung "BILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg" wird von Mittwoch, 22. April bis Sonntag, 4. Oktober, in der Kunsthalle Dominikanerkirche, im Museum Industriekultur Osnabrück und im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum gezeigt.
Öffnungszeiten in allen Häusern: dienstags bis sonntags 10 - 18 Uhr. Weitere Informationen finden Sie unter www.bilderschlachten.de.