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Mo, 08:52 Uhr
27.04.2009

Richter Kropp: Schmierereien auf Gerichts-WC

Eigentlich sind Strafgerichte dafür da, Vergehen und Verbrechen an anderen Orten aufzuklären. Selten liegt der Tatort im Amtsgericht selbst. Anders jedoch im Amtsgericht Sondershausen. Hier kommt es schon einmal vor, dass sich Straftaten im Gerichtsflur ereignen...

So vor einigen Jahren, als ein Angeklagter den Belastungszeugen auf dem Flur verprügelte und sodann von Amtsrichter Christian Kropp sofort wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommen wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass der streitbare Amtsrichter wieder im Mittelpunkt einer Straftat stand – auch wieder in den Räumlichkeiten des Amtsgerichts Sondershausen. Folgendes hatte sich zugetragen:

Am 18.06.2008 hielt sich der spätere Angeklagte Bodo R. (Name geändert) in den Räumlichkeiten des Amtsgerichts Sondershausen auf, wo er als Angeklagter einen Gerichtstermin wegen Unterschlagung hatte. Aus Frust hatte er sich zuvor auf die Herrentoilette des Gerichtsgebäudes begeben und mit Filzstift die Worte: “Alle beamten sind alle schwul und fiecken sich!“ und „Scheiß auf das Gesetz“ geschrieben.

Jugendrichter Christian Kropp verewigte er in Form einer Fratze mit Brille, drei Haaren und zwei Zähnen. Auch die üblichen SS-Runen erhielten auf diese Weise einen gebührenden Platz. Als er auf diese Tat von Richter Kropp angesprochen wurde, lenkte er den Verdacht auf einen Dritten und erhoffte sich so bessere Karten in dem gegen ihn anstehenden Strafverfahren.
Wegen Beleidigung, Sachbeschädigung, falscher Verdächtigung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen hatte sich jetzt der 20jährige Arterner im Sondershäuser Amtsgericht zu verantworten.

Vor Jugendrichter Gerald Fierenz hatte dann einen uneinsichtigen Angeklagten vor sich, der zunächst vor der Polizei ein Geständnis abgelegt hatte, dieses dann aber wegen angeblichen Drucks der Beamten widerrufen hatte. Überführt wurde der Angeklagte durch sein ursprüngliches Geständnis, an dem er festgehalten wurde. Hierin hatte er Wissen wiedergegeben, das nur der Täter haben konnte, wie etwa die Art des Filzstiftes und die Form der Schmierereien.

Jugendrichter Gerald Fierenz zeigte kein Verständnis für die Schmierereien auf der Gerichtstoilette und verurteilte den vorbestraften Bodo R. zu 6 Monaten Jugendstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Hierbei hat er 120 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten.
Es bleibt zu hoffen, dass nunmehr wieder Ordnung auf der Gerichtstoilette im Sonderhäuser Amtsgericht herrscht.

Amtsrichter Christian Kropp nahm das Ganze eher mit Humor: „Ich habe zwar nicht mehr ganz so viele Haare, dafür aber noch alle Zähne“ kommentierte er die künstlerischen Ergüsse des angehenden Malers. Der Angeklagte hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.
Autor: nnz/kn

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