Di, 15:22 Uhr
05.05.2009
Milch zum Schleuderpreis?
Tiefstpreise für Milch und Milcherzeugnisse im Handel bedrohen Existenz der Bauern, so Thüringens Landwirtschaftsminister Dr. Sklenar. Und was sagt die Basis?...
Die neuen Tiefstpreise für Milch und Milcherzeugnisse auf dem Milchmarkt bedrohen die Existenz der Bauern. Darauf macht der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar (CDU), aufmerksam.
Die Verantwortungslosigkeit und maßlose Gier des Handels, den Verbrauchern niedrigste Preise anzubieten, haben einen nicht unwesentlichen Anteil an den Liquiditätsproblemen der Landwirte. Die Differenz zwischen Milchpreis für den Bauern und Kosten für die Erzeugung von 1 Liter Milch kann auch die Politik nicht richten, so der Minister.
Der im Einzelhandel stattfindende Verdrängungswettbewerb geht zu Lasten der Milcherzeuger und Molkereien. Die Preisabschlüsse der letzten Tage zwischen Einzelhandel und Molkereien sind mehr als ruinös und unseriös.
Wenn Aldi und andere Einzelhandelsketten - wie heute verkündet - für Vollmilch 48 Cent/Liter und fettarme Milch für 42 Cent/Liter anbieten, ergibt sich die Frage, was für den Milcherzeuger davon noch übrig bleibt und wovon er leben soll. Ich bin maßlos enttäuscht von den Preisabschlüssen zwischen Handel und Molkereien, die im Ergebnis flächendeckend zu Milchauszahlungspreisen um die 20 Cent pro kg Milch führen werden und damit nur etwa 60 % der Produktionskosten decken, sagte Dr. Sklenar. Für die Milchbauern führen die andauernden Preissenkungen zu einem Überlebenskampf mit ungewissem Ausgang.
Im Agrarunternehmen Donndorf wollte die Geschäftsführerin, Cornelia Leißner, die vorgesehenen Milchpreis nicht mehr kommentieren. Da sei man einfach sprachlos. Im Vormonat konnte man pro Liter Milch schon nur noch 22,5 Cent pro Liter erlösen und der aktuelle Monat liegt mit 19,5 Cent pro Liter noch darunter. Dass es jetzt noch weiter nach unten im Preis gehen soll, so Leißner, da fehlen ihr einfach die Worte.
Schon vor gut einem Jahr (30.04.2008) beim Besuch von Dr. Sklenar im Unternehmen hatte damals Cornelia Leißner gesagt: "Bei den gestiegenen Preisen für Dünger und Kraftstoff ist bei einem Milchabnahmepreis von 32 Cent / Liter kaum noch rentabel zu produzieren, von notwendigen Investitionen ganz zu schweigen." Unter diesem Gesichtspunkt kann man die Sprachlosigkeit schon verstehen.
Autor: khhDie neuen Tiefstpreise für Milch und Milcherzeugnisse auf dem Milchmarkt bedrohen die Existenz der Bauern. Darauf macht der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar (CDU), aufmerksam.
Die Verantwortungslosigkeit und maßlose Gier des Handels, den Verbrauchern niedrigste Preise anzubieten, haben einen nicht unwesentlichen Anteil an den Liquiditätsproblemen der Landwirte. Die Differenz zwischen Milchpreis für den Bauern und Kosten für die Erzeugung von 1 Liter Milch kann auch die Politik nicht richten, so der Minister.
Der im Einzelhandel stattfindende Verdrängungswettbewerb geht zu Lasten der Milcherzeuger und Molkereien. Die Preisabschlüsse der letzten Tage zwischen Einzelhandel und Molkereien sind mehr als ruinös und unseriös.
Wenn Aldi und andere Einzelhandelsketten - wie heute verkündet - für Vollmilch 48 Cent/Liter und fettarme Milch für 42 Cent/Liter anbieten, ergibt sich die Frage, was für den Milcherzeuger davon noch übrig bleibt und wovon er leben soll. Ich bin maßlos enttäuscht von den Preisabschlüssen zwischen Handel und Molkereien, die im Ergebnis flächendeckend zu Milchauszahlungspreisen um die 20 Cent pro kg Milch führen werden und damit nur etwa 60 % der Produktionskosten decken, sagte Dr. Sklenar. Für die Milchbauern führen die andauernden Preissenkungen zu einem Überlebenskampf mit ungewissem Ausgang.
Im Agrarunternehmen Donndorf wollte die Geschäftsführerin, Cornelia Leißner, die vorgesehenen Milchpreis nicht mehr kommentieren. Da sei man einfach sprachlos. Im Vormonat konnte man pro Liter Milch schon nur noch 22,5 Cent pro Liter erlösen und der aktuelle Monat liegt mit 19,5 Cent pro Liter noch darunter. Dass es jetzt noch weiter nach unten im Preis gehen soll, so Leißner, da fehlen ihr einfach die Worte.
Schon vor gut einem Jahr (30.04.2008) beim Besuch von Dr. Sklenar im Unternehmen hatte damals Cornelia Leißner gesagt: "Bei den gestiegenen Preisen für Dünger und Kraftstoff ist bei einem Milchabnahmepreis von 32 Cent / Liter kaum noch rentabel zu produzieren, von notwendigen Investitionen ganz zu schweigen." Unter diesem Gesichtspunkt kann man die Sprachlosigkeit schon verstehen.