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Fr, 13:37 Uhr
08.05.2009

Junges Theater jetzt doppelt

Es gibt nicht viele deutsche Theater der Nordhäuser Größenordnung, die so viel an Nachwuchsarbeit zu bieten haben. Patenklassen, Werkstattangebote, professionelle Inszenierungen, das Jugendtheater und der Jugendzirkus. Heute stellten die Theatermacher die neue Spielzeit vor.

Daniela Zinner verstärkt ab Juli das Team um die Leiterin des Jugendtheaters Bianca Sue Henne. Die gebürtige Eberswalderin, die in Berlin studierte und unter anderem über eine Ausbildung zur Kindertanzpädagogin verfügt, wird dabei voll gefordert werden, denn was da in der Kollwitzstraße an künstlerischem und pädagogischen Angebot auf die Beine gestellt wird, ist enorm.

theater (Foto: theater) theater (Foto: theater)

Die Macher des Jungen Theaters haben gut lachen. 2. von rechts ist die Neue - Daniela Zinner

Die Zielgruppe beginnt bei den Zweijährigen, für die es ein Stück nach einem Bilderbuch gibt („Die Königin der Farben“). So sollen die allerjüngsten Kunstinteressierten schon für das Theater begeistert werden. Die kleine Meerjungfrau, Pinocchio und Moby Dick verkörpern die Klassiker der Kinderliteratur und im Frühjahr zum Kindertheaterfestival „Frühlingsrollen“ möchte Bianca Sue henne deutlich mehr Vorstellungen anbieten als noch in diesem Jahr.

Eine gute Idee ist der „Junges-Theater-Stammtisch“, der außer dem Besuch einer Vorstellung gleich die anschließende Diskussion mit den Künstlern beinhaltet. Intendant Laars Tietje setzt auf eine Strategie der Neugierde, will die Jugendlichen nicht mit kompletten Aufführungen interessieren, sondern mit kleine Häppchen anfüttern. So sehen die Schüler Ausschnitte der Inszenierungen und erhalten Einblicke in die Arbeit der Theatergewerke. Tietjes Theaterpädagoginnen werden mit Workshops, mobilen Lesungen und speziellen Projekten wie dem zu gestaltenden Schauspiel „Als ich fremd war“ im Rahmen des Bundesprojektes „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ neue Angebote schaffen. Derzeit kursiert in den Nordhäuser Schulen ein Fragebogen mit der Thematik „Fremdheit“, aus der dann die Inszenierung entstehen soll.
In der Orchesterwerkstatt stellen die Musiker des Loh-Orchesters ihre Arbeit vor und anhand der Werke „Don Quichote“ von Richard Strauß und „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokowjew werden Sondershäuser und Nordhäuser Schüler für die Orchestermusik sensibilisiert. Für die Schlossfestspiele 2010 konnte in Sondershausen eine Patenschule gewonnen werden, die über das gesamte Schuljahr an der Inszenierung der Mozartschen „Zauberflöte“ mitwirkt.

Der Theaterjugendclub wird mit drei Inszenierungen in Erscheinung treten. Im TuD gibt es ein Stück in kleiner Form, das sich mit den Problemen der Kinder beschäftigt („Nachsitzen“), im großen Haus wird Bianca Sue henne wieder ein großes Stück mit viel Engagement und Aufwand der jungen Leute inszenieren („Gefährliche Liebschaften“) und erstmals wird ein Puppentheaterprojekt in Kooperation mit der Jugendkunstschule erarbeitet, das dann in Nordhausens Partnerstadt Charleville-Mezieres beim dortigen Internationalen Marionettenfestival gezeigt werden kann.

Auch der Jugendzirkus Zappelini spielt wieder eine entscheidende Rolle und wir neben dem traditionellen „Stückwerk“ und der in Eigenregie der Zirkusmachenden „Sturmfreien Bude“ eine gro0e Veranstaltung auf der Bühne des Theaters Nordhausen haben. „Salto Mortale“ heißt es am 6. Februar 2010, wenn die Bühne zur Manege wird.

Jede Menge zu tun also für das Junge Theater, das immer mehr zur ansprechenden Ergänzung des Spielplans der „Großen“ wird. Möglich macht das eine aufgeschlossene Politik der Nordhäuser Theaterleitung, die inzwischen schon den einen oder anderen Schauspielstudente/in hervorgebracht hat. Im Herbst macht sich mit Nico Jantosch (momentan als Mackie Messer in der „Dreigroschenoper“ zu sehen) wieder einer auf die Reise an eine staatliche Schauspielschule.
Autor: nnz

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