Sa, 15:15 Uhr
09.05.2009
Sondershausen ehrte Hugo Riemann
Mit einem bemerkenswerten Konzert ehrte gestern Sondershausen den Musikwissenschaftler Hugo Riemann mit Aufführungen seiner Kompositionen...
Das diesjährige Max Reger Forum Leipzig veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Landesmusikakademie Thüringen eine besondere Konzertreihe in Gedenken an den aus Sonderhausen stammenden Musikwissenschaftler Hugo Riemann. Er wurde vor 160 Jahren in Groß-Merla bei Sondershausen geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte, und starb vor 90 Jahren in Leipzig. Sein umfangreiches wissenschaftliches Werk ist auch heute noch bekannt, vor allem bedingt durch sein berühmtes Musiklexikon. Kaum bekannt, außer in Spezialistenkreisen, ist Riemanns kompositorisches Schaffen.
Leider wurde sein Nachlass 1943 bei Bombenangriffen in Leipzig vernichtet, wie Prof. Seibert aus Bremen in seiner Konzerteinführung berichtete. Glücklicherweise sind seine Kompositionen der Nachwelt erhalten geblieben, welche nun wohl erstmals wieder erklingen.
Das Auftaktkonzert am Freitagabend im Achteckhaus des Schlosses Sondershausen stellte der Öffentlichkeit Klavierlieder von Hugo Riemann vor, vorgetragen von dem Bariton Jörn Dopfer und der Pianistin Wenke Messmer. Riemanns Lieder wurden kombiniert mit Stücken von Max Reger, Johannes Brahms und Hans Pfitzner. Frau Messmer moderierte
das Konzert.
Wenke Messmer und Jörn Dopfer.
Kurze Lesungen aus Briefen der Komponisten durch Jörn Dopfer ergänzten den informativen Liederabend, welcher den Werdegang Riemanns nachzeichnete:
Max Reger wurde Riemanns Schüler in Sondershausen, und folgte ihm nach Wiesbaden. Dort nahm auch Hans Pfitzner Unterricht bei Riemann. In seiner Hamburger Zeit stand Riemann in Kontakt mit Johannes Brahms. Die Konzertfolge spannte einen romantischen Bogen von Melancholie bis hin zu den beschwingten Spielmannsliedern von Riemann.
Im Zentrum stand Brahms mit einem seiner schönsten Lieder aus op.32: Wie bist du meine Königin. Ingesamt wurden elf Lieder von Riemann vorgetragen, die dank der gelungenen Interpretation durch die beiden Künstler die hohe Musikalität Riemanns unter Beweis stellten.
Eine besondere Überraschung erlebten die Besucher nach dem Konzert: Aus Berlin waren zu diesem Anlass auf Einladung der Akademie Urenkelin und Urenkel von Hugo Riemann angereist. Herr Tord Robert Riemann berichtete von der früher vernachlässigten Erinnerung an den berühmten Vorfahren durch seine Familie. Dies habe er nun durch Veröffentlichung der Autobiographie seines Großvaters Robert Riemann korrigiert.
Veranstalter, Interpreten und Besucher waren sich einig, dass man ein einmaliges Konzertereignis gemeinsam erleben durfte. Eine Neuauflage ist dringend zu empfehlen!
Bilder und Text: Albert Pöllath
www.proreger.de
Autor: khhDas diesjährige Max Reger Forum Leipzig veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Landesmusikakademie Thüringen eine besondere Konzertreihe in Gedenken an den aus Sonderhausen stammenden Musikwissenschaftler Hugo Riemann. Er wurde vor 160 Jahren in Groß-Merla bei Sondershausen geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte, und starb vor 90 Jahren in Leipzig. Sein umfangreiches wissenschaftliches Werk ist auch heute noch bekannt, vor allem bedingt durch sein berühmtes Musiklexikon. Kaum bekannt, außer in Spezialistenkreisen, ist Riemanns kompositorisches Schaffen.
Leider wurde sein Nachlass 1943 bei Bombenangriffen in Leipzig vernichtet, wie Prof. Seibert aus Bremen in seiner Konzerteinführung berichtete. Glücklicherweise sind seine Kompositionen der Nachwelt erhalten geblieben, welche nun wohl erstmals wieder erklingen.
Das Auftaktkonzert am Freitagabend im Achteckhaus des Schlosses Sondershausen stellte der Öffentlichkeit Klavierlieder von Hugo Riemann vor, vorgetragen von dem Bariton Jörn Dopfer und der Pianistin Wenke Messmer. Riemanns Lieder wurden kombiniert mit Stücken von Max Reger, Johannes Brahms und Hans Pfitzner. Frau Messmer moderierte
das Konzert.
Wenke Messmer und Jörn Dopfer.
Kurze Lesungen aus Briefen der Komponisten durch Jörn Dopfer ergänzten den informativen Liederabend, welcher den Werdegang Riemanns nachzeichnete:
Max Reger wurde Riemanns Schüler in Sondershausen, und folgte ihm nach Wiesbaden. Dort nahm auch Hans Pfitzner Unterricht bei Riemann. In seiner Hamburger Zeit stand Riemann in Kontakt mit Johannes Brahms. Die Konzertfolge spannte einen romantischen Bogen von Melancholie bis hin zu den beschwingten Spielmannsliedern von Riemann.
Im Zentrum stand Brahms mit einem seiner schönsten Lieder aus op.32: Wie bist du meine Königin. Ingesamt wurden elf Lieder von Riemann vorgetragen, die dank der gelungenen Interpretation durch die beiden Künstler die hohe Musikalität Riemanns unter Beweis stellten.
Eine besondere Überraschung erlebten die Besucher nach dem Konzert: Aus Berlin waren zu diesem Anlass auf Einladung der Akademie Urenkelin und Urenkel von Hugo Riemann angereist. Herr Tord Robert Riemann berichtete von der früher vernachlässigten Erinnerung an den berühmten Vorfahren durch seine Familie. Dies habe er nun durch Veröffentlichung der Autobiographie seines Großvaters Robert Riemann korrigiert.
Veranstalter, Interpreten und Besucher waren sich einig, dass man ein einmaliges Konzertereignis gemeinsam erleben durfte. Eine Neuauflage ist dringend zu empfehlen!
Bilder und Text: Albert Pöllath
www.proreger.de

