Di, 07:01 Uhr
12.05.2009
Das weiße Gold Nordthüringens
Von der Ausweitung der Steinsalzproduktion in Sondershausen wurde schon berichtet. Unser Leser Hans-Jürgen Schmidt hatte die Möglichkeit auch mal unter Tage zu schauen, was da so alles laufen muss...
Als im Jahre 1888 bei Kehmstedt eine Tiefbohrung nach Kalisalzen geteuft wurde, war sie von Erfolg gekrönt. Es wurde Hartsalz und Carnallitit erbohrt. Die Folge war ein Boom an Schächten, die das begehrte Kalisalz fördern wollten. Allein im heutigen Kyffhäuserkreis gab es Schächte unterhalb der Feuerkuppe (Schacht Immenrode), in Sondershausen -Stockhausen, in Berka, Hachelbich, Göllingen, Seega, Oldisleben, Oberheldrungen, Roßleben und Heygendorf. Allerdings wurden die Schächte in Berka, Hachelbich, Seega, Göllingen, Oldisleben, Oberheldrungen und Heygendorf entsprechen der Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz vom 22.10 1921 stillgelegt.
Einige Schächte wurden in Reserve gehalten, so die Schächte in Berka, Hachelbich und Schacht VI in Sondershausen. Gefördert wurde weiterhin auf Schacht I und V in Sondershausen und in Roßleben. Warum man nach der Abwicklung der Kaliindustrie im Südharz in Jahren nach 1990 nicht analog wie 1921 verfahren hatte und zum Beispiel die Schachtanlagen um Roßleben nicht in Reserve gehalten wurden, ist der politischen Situation um 1990 zu zuschreiben. Immerhin wurde festgeschrieben, dass in Sondershausen ab 1990 für 10 Jahre kein Kalisalz und Steinsalz gefördert werden durfte. Die Situation ändertet sich nach 2004. Angefangen hatte alles auf der Grube V. In der Nähe der Schachtanlage gab es fast lupenreines Steinsalz. Es wurde entsprechende Mahlanlagen unter Tage und über Tage ein Halle für eine Einlagerung geschaffen. 70 000 t wurden für den Winterdienst gefördert und verkauft.
Voraussetzung waren die Genehmigungen vom Bergamt. Dr. Sklenar von der Thüringischen Landesregierung hatte die entsprechende Urkunde übergeben. Mit der Auffahrung des Konzertsaals auf Grube I ,bei der viel Steinsalz angefallen ist, hatte Dr. Springer die Idee für die GSES ein weiteres "Standbein" aufzubauen. Endsprechende Planungen wurden in Auftrag gegeben. Ercos-Plan aus Erfurt hatte die Konstruktionen konzipiert. Auf Basis dieser Pläne ging es an den Aufbau. Die notwendigen Räume wurden bergmännisch unter Leitung von Bernd Adam mit Bravour geschaffen. Alte Bandanlagen aus DDR-Zeiten wurden demontiert und wieder aufgebaut. Ein Maschinenbetrieb aus Bernterode war dafür zuständig. Eine Magdeburger Maschinenfirma baute die Prallmühle auf. Weitere Firmen aus dem Bereich Bremen und Schleswig-Holzstein waren am Aufbau beteiligt.
Aus Sondershausen war es die Firma Lien mit dem Inhaber Siegfried Nebelung, der entsprechend der Konstruktionspläne von Ercos-Plan die Aufbereitungsanlagen aufbaute. Die Firma Cioch-Triemer aus Sondershausen war für den weiteren Stahlbau verantwortlich und erbringt noch heute Serviceleistungen. In Sondershausen wurde somit die Steinsalzproduktion wieder angekurbelt und das wahrlich weiße Gold aus der Lagerstätte wird nach 250 Millionen Jahren wieder nach über Tage gefördert, denn zu dieser Zeit ist aus dem damaligen Zechsteinmeer das Salz ausgefällt worden.
Die GSES hat sich die Steinsalzproduktion wieder gewidmet. Auf Schacht I oder dem Brügmanschacht werden wieder täglich bis zu 1200 t gefördert. Dafür waren Investitionen von 8,3 Mio. € notwendig. Die Steinsalzlagerstätte hat einen Umfangt 200 Mio. m³ und kann somit für weitere Jahrzehnte genutzt werden. Die Technologie der Bohr- und Sprengarbeit hat sich im Wesentlichen gegenüber den letzten Jahren des Abbaus von Hartsalz und Carnallitit nicht geändert. Die Abbaue haben eine Breite von.10 m und eine Höhe von 3 m. Im Einsatz sind dabei der Großloch - und Sprenglochbohrwagen und der Tiefschaufellader mit einer Schaufel, die 10 t fast. Transportiert wird das angefallene Haufwerk zu einem Walzenbecher, der die erste Zerkleinerung vornimmt. Dieser Brecher hat den Vorteil, dass der anfallende Salzstaub minimal ist. In weiteren Aufbereitungsprozessen wird das Steinsalz den Anforderungen der Kunden gemahlen.
Es werden 3 Produkte angeboten:
Dazu gibt es die entsprechenden Bunker aus den auf Anforderung über 800 m Bandanlagen des Salz transportiert wird. Vorher ist das Salz noch mit einem Antibackmittel (Natriumferrocyanid) versehen, um Verklumpungen zu vermeiden. Kurz vor dem Schacht ist noch ein Dosierband installiert, das dafür sorgt, dass der Skip genau mit 6 t bestückt wird.
Mit Hilfe des Skips wird das Salz durch den Schacht nach über Tage gefördert. Die Fördergeschwindigkeit beträgt 4 m/s. Mehr gibt die Fördermaschine gegenwärtig nicht her.
Über Tage gibt es dann 4 Silos, in den das Salz für den Abtransport mit dem LKW gespeichert wird.
Der Arbeitskräfteeinsatz ist dabei gering. Wenn man von den Arbeiten in den Abbauen absieht, sind es 2- 3 Arbeitskräfte. Ein wichtiger Mann sitzt in der Schaltzentrale, die allein 500 000 € gekostet hat. Hier wird mit Hilfe der Computertechnik der Salztransport gesteuert. In diesen Räumen gibt es auch eine Labortechnik, die Kontrollen über den Salzzustand ermöglicht.
Fragt man nach den Nachwuchs, so ist zu sagen, das bis zum Herbst ein Lehrrevier unter Tage aufgebaut wird, der es ermöglicht sich praktische Kenntnisse anzueignen. Damit wird auch eine Voraussetzung geschaffen, um vielleicht eines Tage wieder Kali im Südharz bzw. im Unstrut-Bereich zu fördern.
Bilder und Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
Autor: khhAls im Jahre 1888 bei Kehmstedt eine Tiefbohrung nach Kalisalzen geteuft wurde, war sie von Erfolg gekrönt. Es wurde Hartsalz und Carnallitit erbohrt. Die Folge war ein Boom an Schächten, die das begehrte Kalisalz fördern wollten. Allein im heutigen Kyffhäuserkreis gab es Schächte unterhalb der Feuerkuppe (Schacht Immenrode), in Sondershausen -Stockhausen, in Berka, Hachelbich, Göllingen, Seega, Oldisleben, Oberheldrungen, Roßleben und Heygendorf. Allerdings wurden die Schächte in Berka, Hachelbich, Seega, Göllingen, Oldisleben, Oberheldrungen und Heygendorf entsprechen der Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz vom 22.10 1921 stillgelegt.
Einige Schächte wurden in Reserve gehalten, so die Schächte in Berka, Hachelbich und Schacht VI in Sondershausen. Gefördert wurde weiterhin auf Schacht I und V in Sondershausen und in Roßleben. Warum man nach der Abwicklung der Kaliindustrie im Südharz in Jahren nach 1990 nicht analog wie 1921 verfahren hatte und zum Beispiel die Schachtanlagen um Roßleben nicht in Reserve gehalten wurden, ist der politischen Situation um 1990 zu zuschreiben. Immerhin wurde festgeschrieben, dass in Sondershausen ab 1990 für 10 Jahre kein Kalisalz und Steinsalz gefördert werden durfte. Die Situation ändertet sich nach 2004. Angefangen hatte alles auf der Grube V. In der Nähe der Schachtanlage gab es fast lupenreines Steinsalz. Es wurde entsprechende Mahlanlagen unter Tage und über Tage ein Halle für eine Einlagerung geschaffen. 70 000 t wurden für den Winterdienst gefördert und verkauft.
Voraussetzung waren die Genehmigungen vom Bergamt. Dr. Sklenar von der Thüringischen Landesregierung hatte die entsprechende Urkunde übergeben. Mit der Auffahrung des Konzertsaals auf Grube I ,bei der viel Steinsalz angefallen ist, hatte Dr. Springer die Idee für die GSES ein weiteres "Standbein" aufzubauen. Endsprechende Planungen wurden in Auftrag gegeben. Ercos-Plan aus Erfurt hatte die Konstruktionen konzipiert. Auf Basis dieser Pläne ging es an den Aufbau. Die notwendigen Räume wurden bergmännisch unter Leitung von Bernd Adam mit Bravour geschaffen. Alte Bandanlagen aus DDR-Zeiten wurden demontiert und wieder aufgebaut. Ein Maschinenbetrieb aus Bernterode war dafür zuständig. Eine Magdeburger Maschinenfirma baute die Prallmühle auf. Weitere Firmen aus dem Bereich Bremen und Schleswig-Holzstein waren am Aufbau beteiligt.
Aus Sondershausen war es die Firma Lien mit dem Inhaber Siegfried Nebelung, der entsprechend der Konstruktionspläne von Ercos-Plan die Aufbereitungsanlagen aufbaute. Die Firma Cioch-Triemer aus Sondershausen war für den weiteren Stahlbau verantwortlich und erbringt noch heute Serviceleistungen. In Sondershausen wurde somit die Steinsalzproduktion wieder angekurbelt und das wahrlich weiße Gold aus der Lagerstätte wird nach 250 Millionen Jahren wieder nach über Tage gefördert, denn zu dieser Zeit ist aus dem damaligen Zechsteinmeer das Salz ausgefällt worden.
Die GSES hat sich die Steinsalzproduktion wieder gewidmet. Auf Schacht I oder dem Brügmanschacht werden wieder täglich bis zu 1200 t gefördert. Dafür waren Investitionen von 8,3 Mio. € notwendig. Die Steinsalzlagerstätte hat einen Umfangt 200 Mio. m³ und kann somit für weitere Jahrzehnte genutzt werden. Die Technologie der Bohr- und Sprengarbeit hat sich im Wesentlichen gegenüber den letzten Jahren des Abbaus von Hartsalz und Carnallitit nicht geändert. Die Abbaue haben eine Breite von.10 m und eine Höhe von 3 m. Im Einsatz sind dabei der Großloch - und Sprenglochbohrwagen und der Tiefschaufellader mit einer Schaufel, die 10 t fast. Transportiert wird das angefallene Haufwerk zu einem Walzenbecher, der die erste Zerkleinerung vornimmt. Dieser Brecher hat den Vorteil, dass der anfallende Salzstaub minimal ist. In weiteren Aufbereitungsprozessen wird das Steinsalz den Anforderungen der Kunden gemahlen.
Es werden 3 Produkte angeboten:
- 1. Das Futtermittelsalz mit der geringsten Korngröße
- 2. Ein Streusalz für den Winterdienst für die Österreicher und Tschechen, mit einer Korngröße von 0,7 bis 3 mm.
- 3. Ein Streusalz für den Winterdienst für die deutschen Kunden mit einer Korngröße von 0,7 bis 5 mm.
Dazu gibt es die entsprechenden Bunker aus den auf Anforderung über 800 m Bandanlagen des Salz transportiert wird. Vorher ist das Salz noch mit einem Antibackmittel (Natriumferrocyanid) versehen, um Verklumpungen zu vermeiden. Kurz vor dem Schacht ist noch ein Dosierband installiert, das dafür sorgt, dass der Skip genau mit 6 t bestückt wird.
Mit Hilfe des Skips wird das Salz durch den Schacht nach über Tage gefördert. Die Fördergeschwindigkeit beträgt 4 m/s. Mehr gibt die Fördermaschine gegenwärtig nicht her.
Über Tage gibt es dann 4 Silos, in den das Salz für den Abtransport mit dem LKW gespeichert wird.
Der Arbeitskräfteeinsatz ist dabei gering. Wenn man von den Arbeiten in den Abbauen absieht, sind es 2- 3 Arbeitskräfte. Ein wichtiger Mann sitzt in der Schaltzentrale, die allein 500 000 € gekostet hat. Hier wird mit Hilfe der Computertechnik der Salztransport gesteuert. In diesen Räumen gibt es auch eine Labortechnik, die Kontrollen über den Salzzustand ermöglicht.
Fragt man nach den Nachwuchs, so ist zu sagen, das bis zum Herbst ein Lehrrevier unter Tage aufgebaut wird, der es ermöglicht sich praktische Kenntnisse anzueignen. Damit wird auch eine Voraussetzung geschaffen, um vielleicht eines Tage wieder Kali im Südharz bzw. im Unstrut-Bereich zu fördern.
Bilder und Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
- Bild 01- Die Silos über Tage
- Bild 02 - Das "weiße Gold" (Streusalz) für einen deutschen Kunden auf dem LKW, bevor es mit einen Plane abgedeckt wird.
- Bild 03 - Beladung eines LKW´S unter den Silos
- Bild 04 - Der Walzenbrecher
- Bild 05 - Der Tiefschaufellader
- Bild 06 - Firmenlogo der Firma in Dietlas, die unter anderem Tiefschaufellader herstellen
- Bild 07 - Das Bohrschema im Steinsalzabbau. Die Großbohrlöcher haben eine Tiefe von ca. 6 m.
- Bild 08 - Der Magnetabscheider an der Bandanlage. Er hat die Aufgabe alle Metallteile aus dem Salz herauszusortieren, so zum Beispiel Schießdraht.
- Bild 09 - Dipl. Bergingenieur Michael Trost, der den Autor freundlicher Weise geführt hat. Hier vor dem Speicher für das Antibackmittel.
- Bild 10 - Ronald Gäßlein von der Firma Cioch-Triemer bei einer Serviceleistung
- Bild 11 - Instandhaltungsmaßnahmen an einer Siebanlage
- Bild 12 - Labortechnik unter Tage
- Bild 13 - Die Schaltzentrale
- Bild 14 - Die Füllstandsanzeige am Computer in der Schaltzentrale
- Bild 15 - Die Korngröße des Salzes für das Futtermittel
- Bild 16 - Die Korngröße für das Salz ausländischer Kunden
- Bild 17 - Die Korngröße des Salzes für die deutschen Kunden
















