Mo, 07:01 Uhr
11.05.2009
Seltene und nie gehörte Klavierwerke
Das bot der Klavierabend mit Boris Cepeda im Achteckhaus von Sondershausen. Das Max Reger Forum setzte am Samstagabend seine Konzertreihe zu Ehren Hugo Riemanns mit einem äußerst reizvollen Programm fort...
Im Mittelpunkt dabei, Boris Cepeda. Der Interpret aus Berlin stellte sich dabei gleich in zweierlei Hinsicht großen Herausforderungen:
Boris Cepeda (Foto: Albert Pöllath)
Zum einen den anspruchvollen Intermezzi von Brahms und Reger, zum anderen der wahrscheinlich ersten öffentlichen Aufführung eines Klavierwerks von Hugo Riemann. Das dreisätzige Klavierwerk "Vult und Walt" (Jeanpauliana) op. 14 hatte Prof. Schubert, Leiter des Hindemith-Instituts in Frankfurt, in einer Bibliothek entdeckt. Der Titel bezieht sich auf den Roman "Flegeljahre" von Jean Paul aus dem Jahre 1805, in dem die Geschichte der Zwillingsbrüder Vult und Walt erzählt wird. Riemann zeichnet in seiner Komposition offensichtlich Episoden des Romans nach.
Der erste Satz ist geprägt von euphorischen Auf- und Abwärtsbewegungen, gefolgt vom nachdenklich stimmenden zweiten Satz. Im dritten Satz dominiert ein Walzerthema, unterbrochen von durchaus dramatisch-düsteren Gedanken. Entstanden ist das Werk um 1890, als Reger Riemanns Schüler war. Was hat er, falls er es kannte, davon wohl gehalten?
Reger komponierte seine sechs Intermezzi op.45 1900 in Weiden, also kurz nach seiner Loslösung von Riemann in Wiesbaden. Hier bricht wahrlich ein anderes Zeitalter der Musik an, wie Reger es bereits in einem Brief 1891 an Adalbert Lindner forderte. Boris Cepeda meisterte diesen Anspruch des "Aufbruchs in die Moderne" meisterhaft und krönte den Abend mit der souveränen Darbietung Regers Spezialstudien für die linke Hand. Bravo, man vermisste die rechte Hand zu keiner Zeit. Riemann hatte es geahnt, als er bereits 1891 in einem Brief schrieb: Der Reger wird einmal ein bedeutender Kerl werden.
Albert Pöllath
www.proreger.de - Bild: Albert Pöllath
Autor: khhIm Mittelpunkt dabei, Boris Cepeda. Der Interpret aus Berlin stellte sich dabei gleich in zweierlei Hinsicht großen Herausforderungen:
Boris Cepeda (Foto: Albert Pöllath)
Zum einen den anspruchvollen Intermezzi von Brahms und Reger, zum anderen der wahrscheinlich ersten öffentlichen Aufführung eines Klavierwerks von Hugo Riemann. Das dreisätzige Klavierwerk "Vult und Walt" (Jeanpauliana) op. 14 hatte Prof. Schubert, Leiter des Hindemith-Instituts in Frankfurt, in einer Bibliothek entdeckt. Der Titel bezieht sich auf den Roman "Flegeljahre" von Jean Paul aus dem Jahre 1805, in dem die Geschichte der Zwillingsbrüder Vult und Walt erzählt wird. Riemann zeichnet in seiner Komposition offensichtlich Episoden des Romans nach.Der erste Satz ist geprägt von euphorischen Auf- und Abwärtsbewegungen, gefolgt vom nachdenklich stimmenden zweiten Satz. Im dritten Satz dominiert ein Walzerthema, unterbrochen von durchaus dramatisch-düsteren Gedanken. Entstanden ist das Werk um 1890, als Reger Riemanns Schüler war. Was hat er, falls er es kannte, davon wohl gehalten?
Reger komponierte seine sechs Intermezzi op.45 1900 in Weiden, also kurz nach seiner Loslösung von Riemann in Wiesbaden. Hier bricht wahrlich ein anderes Zeitalter der Musik an, wie Reger es bereits in einem Brief 1891 an Adalbert Lindner forderte. Boris Cepeda meisterte diesen Anspruch des "Aufbruchs in die Moderne" meisterhaft und krönte den Abend mit der souveränen Darbietung Regers Spezialstudien für die linke Hand. Bravo, man vermisste die rechte Hand zu keiner Zeit. Riemann hatte es geahnt, als er bereits 1891 in einem Brief schrieb: Der Reger wird einmal ein bedeutender Kerl werden.
Albert Pöllath
www.proreger.de - Bild: Albert Pöllath
