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Mo, 18:23 Uhr
18.05.2009

Wenig Hoffnung auf den Sommer

Die Wirtschaftskrise ist inzwischen auch im Thüringer Gastgewerbe angekommen. Während das Winterhalbjahr noch durchaus positiv verlief und der Schnee in den Thüringer Bergen vor allem Wintersportbegeisterte zu Tages- und Wochenendausflügen in die Region lockte, werden jetzt die Gäste in den Hotels und Gaststätten spürbar weniger. Auch Reisebüros und Busunternehmen klagen über starke Buchungsrückgänge...


Das ist das Ergebnis der Frühjahrsumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter 350 gastgewerblichen Unternehmen sowie Reisebüros und Busunternehmen Mittel- und Nordthüringens. „Rückblickend schätzen immerhin fast zwei Drittel der Unternehmen das vergangene Winterhalbjahr mit gut oder befriedigend ein“, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser zusammen. Dennoch sei die Zahl der Betriebe drastisch gestiegen, die über sinkende Umsätze klagen. 72 Prozent der Hotelbetreiber und sogar 82 Prozent der Gastronomen mussten Verluste im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Profitiert von der kalten Jahreszeit hätten lediglich die Wintersportgebiete und die größeren Städte mit attraktiven Weihnachtsmärkten.

„Mit wenig Optimismus schauen die Unternehmen im Gastgewerbe allerdings auf den Sommer 2009“, so Grusser. Der Klimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage als auch die Erwartungen und Pläne der Betriebe berücksichtige, würde mit 72 Punkten den schlechtesten Wert seit über zehn Jahren erreichen. Nur 11 Prozent der Betriebe rechneten in der bevorstehenden Sommersaison mit einem günstigeren Geschäftsverlauf gegenüber dem Sommer 2008. „Die negative Arbeitsmarktentwicklung und die schlechten Zukunftsprognosen setzen den privaten Haushalten zu und verunsichern die Verbraucher. Vor diesem Hintergrund rechnet die Hälfte der Firmen mit weiter rückläufigen Umsätzen und Erträgen“, erklärt der IHK-Chef.

Ein ähnliches Bild zeichne sich auch bei den Reisebüros und Busunternehmen ab. Der drei Wochen dauernde und langfristig gebuchte Urlaub sei eher die Ausnahme. Vor allem Flugreisen ins Ausland würden immer seltener nachgefragt. „Wer Angst um seinen Arbeitsplatz hat, gibt keine größere Summe für einen Trip in die Ferne aus“, gibt Grusser zu bedenken. Auch der Familienurlaub mit Kindern wäre auf dem Rückzug. Zwar würden viele nicht komplett darauf verzichten wollen, aufgrund des kleineren Budgets aber die Reisedauer verkürzen.

Die Krise könnte nach Ansicht des IHK-Chefs für die Thüringer Unternehmen der Branche durchaus auch eine Chance bedeuten. „Durch eine breite, attraktive Angebotspalette, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, Servicequalität und eine hochwertige Infrastruktur ist Thüringen gut aufgestellt, um im Wettbewerb mit anderen Urlaubsgebieten zusätzliche Gäste in den Freistaat zu locken“, ist sich Grusser sicher.

Angesichts der schwierigen Lage in der Branche, erhofften sich die Firmen auch Unterstützung bei ihrer Forderung nach einer ermäßigten Mehrwertsteuer für Hotellerie und Gastronomie. Die Unternehmen würden sich im Wettbewerb mit anderen europäischen Ländern benachteiligt sehen. Bereits jetzt wendeten 22 der 27 EU-Mitgliedstaaten reduzierte Steuersätze an. Die Absenkung der Mehrwertsteuer könnte die Spielräume für Investitionen erhöhen, Arbeitsplätze sichern und Preissenkungen ermöglichen.
Autor: nnz/kn

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