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Mo, 14:59 Uhr
25.05.2009

Eine starke Geschichte

Ferdinand liebt Luise, und Luise liebt Ferdinand. Dennoch sind am Ende des Klassikers „Kabale und Liebe“ die beiden nicht glücklich, sondern tot. Denn Ferdinand ist adlig, Luise bürgerlich, und beide Elternpaare haben andere Pläne mit den jungen Leuten. Gestern ist das Stück in Nordhausen vorgestellt worden...

Kabale und Liebe (Foto: P. Scholz) Kabale und Liebe (Foto: P. Scholz)

„Das Stück lebt nicht von Effekten wie einer Pyroshow oder in der Gegend umherfliegendem Kartoffelsalat – das ist nicht meine Art Theater zu machen“, verriet am Sonntagvormittag der Intendant des Landestheaters Rudolstadt, Steffen Mensching, dessen Inszenierung von Schillers „Kabale und Liebe“ ab 5. Juni im Theater Nordhausen zu sehen ist. Am Sonntagvormittag stimmte er das Nordhäuser Publikum in einer Matinee auf die Inszenierung und das Stück ein.

Am Landestheater Rudolstadt hatte es bereits Premiere und traf den Geschmack des Publikums, auch der über 200 jungen Zuschauer, die sich die Inszenierung bereits angesehen haben.

Steffen Mensching ist nun sehr gespannt auf die Reaktion des Nordhäuser Publikums. Er zeigt das Stück „Kabale und Liebe“ in historischen Kostümen, der Zeit des 18. Jahrhunderts entsprechend. Da das Stück zwei Schauplätze brauche, so Steffen Mensching, es auf Grund der Größe der Bühne in Rudolstadt aber keine Drehbühne gibt, ist das Bühnenbild zum Teil abstrakt. Doch der Zuschauer wird weder auf den Palast noch auf die Wohnung der Millers verzichten müssen.

In der Matinee am Sonntag legte Steffen Mensching den Besuchern viele Parallelen politischer Konflikte dar, die auf dem Rücken einzelner Personen ausgetragen werden. Dass sie das Gefühl kennen, zwischen dem Streben nach Idealen und realistischer Weltsicht hin und her gerissen zu werden, macht dieses Stück schon für junge Leute interessant. Es geht um die Beziehung zweier Menschen, die nicht nur aus Standesdünkel scheitert, und deshalb zeitlos ist. Bei der Musik bedient sich Steffen Mensching nicht der Klassik. Hier provoziert er Reibung, indem er zeitgenössische Musik einsetzt, wie zum Beispiel HipHop. Das fasziniert auch das ältere Publikum, wie eine Besucherin am Vormittag in der Matinee zu berichten wusste.

Steffen Mensching, selber Dichter, äußerte sich voller Hochachtung über Schillers klar strukturierte Sprache, deren Text er dennoch – wie einst der große Theatermann Iffland – einkürzte. So dürfen sich die Schauspielfreunde auf rund zweieinhalb Stunden Schiller-Klassik freuen, auf eine Inszenierung, die vom Können der Schauspieler lebt.
Autor: nnz/kn

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