Do, 14:22 Uhr
28.05.2009
Noch keine Trendwende
Wir hatten heute bereits die neuesten Zahlen für den Nordthüringer Arbeitsmarkt veröffentlicht. Dazu liegt der Redaktion eine erste Stellungnahme aus der Wirtschaft vor...
Mit einiger Verspätung hat nun doch noch die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt. 140.853 Arbeitslose – 8.926 weniger als im April – verzeichnete die Agentur für Arbeit im Mai für den Freistaat Thüringen. Die Arbeitslosenquote beträgt 11,8 Prozent. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres (11,4 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit allerdings um 3.877 gestiegen. Von einer Trendwende kann deshalb noch nicht gesprochen werden.
Es ist durchaus erfreulich, dass sich der Arbeitsmarkt trotz Rezession stabilisieren kann, erklärt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Derzeit versuchten die Unternehmer noch Entlassungen zu verhindern. Die neu gestaltete Kurzarbeiterregelung trage dazu in nicht geringem Maße bei.
Allerdings ist es für eine Entwarnung noch viel zu früh, gibt Grusser zu bedenken. Man müsse die Daten realistisch sehen. Bereinigt um saisonale Sondereffekte sei die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr um 4.000 gestiegen. Auch in den kommenden Monaten müsse mit weiteren Stellenstreichungen gerechnet werden. Vor allem in der Industrie leuchten weiter die Alarmlampen, warnt der IHK-Chef. Die Aufträge seien im ersten Quartal 2009 abermals zurückgegangen. Die Auftragsdecke werde immer dünner. Auf einen baldigen Beschäftigungsaufbau könne daher nicht gehofft werden.
Laut jüngster IHK-Konjunkturumfrage (wir berichteten in dieser Woche) müssten insbesondere die Investitionsgüterproduzenten, zu denen der Fahrzeugbau und die Zulieferindustrie, der Maschinenbau sowie die Metallbearbeitung zählen, ihre Personal-
planungen erneut auf den Prüfstand stellen. Noch im Januar dieses Jahres beabsichtigten gerade einmal 30 Prozent der Unternehmer Mitarbeiter zu entlassen. Innerhalb der letzten fünf Monate hat sich die Zahl nahezu verdoppelt, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. Zwar versuchten die Manager ihre Fachkräfte so lange wie möglich zu behalten, irgendwann sei das Ende der Fahnenstange jedoch erreicht.
Autor: nnz/knMit einiger Verspätung hat nun doch noch die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt. 140.853 Arbeitslose – 8.926 weniger als im April – verzeichnete die Agentur für Arbeit im Mai für den Freistaat Thüringen. Die Arbeitslosenquote beträgt 11,8 Prozent. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres (11,4 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit allerdings um 3.877 gestiegen. Von einer Trendwende kann deshalb noch nicht gesprochen werden.
Es ist durchaus erfreulich, dass sich der Arbeitsmarkt trotz Rezession stabilisieren kann, erklärt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Derzeit versuchten die Unternehmer noch Entlassungen zu verhindern. Die neu gestaltete Kurzarbeiterregelung trage dazu in nicht geringem Maße bei.
Allerdings ist es für eine Entwarnung noch viel zu früh, gibt Grusser zu bedenken. Man müsse die Daten realistisch sehen. Bereinigt um saisonale Sondereffekte sei die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr um 4.000 gestiegen. Auch in den kommenden Monaten müsse mit weiteren Stellenstreichungen gerechnet werden. Vor allem in der Industrie leuchten weiter die Alarmlampen, warnt der IHK-Chef. Die Aufträge seien im ersten Quartal 2009 abermals zurückgegangen. Die Auftragsdecke werde immer dünner. Auf einen baldigen Beschäftigungsaufbau könne daher nicht gehofft werden.
Laut jüngster IHK-Konjunkturumfrage (wir berichteten in dieser Woche) müssten insbesondere die Investitionsgüterproduzenten, zu denen der Fahrzeugbau und die Zulieferindustrie, der Maschinenbau sowie die Metallbearbeitung zählen, ihre Personal-
planungen erneut auf den Prüfstand stellen. Noch im Januar dieses Jahres beabsichtigten gerade einmal 30 Prozent der Unternehmer Mitarbeiter zu entlassen. Innerhalb der letzten fünf Monate hat sich die Zahl nahezu verdoppelt, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. Zwar versuchten die Manager ihre Fachkräfte so lange wie möglich zu behalten, irgendwann sei das Ende der Fahnenstange jedoch erreicht.
