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Fr, 11:41 Uhr
05.06.2009

Aufruf zur Teilnahme

Der Gemeinde- und Städtebund Thüringen ruft zur Teilnahme an den Kommunalwahlen am 07. Juni 2009 auf. Warum, erfahren Sie hier...


Der Gemeinde- und Städtebund Thüringen appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, am kommenden Sonntag ihre Stimmen zur Wahl des Gemeinde-/Stadtrates und des Kreistages abzugeben.

"In wirtschaftlich nicht einfachen Zeiten macht es ausgesprochen Mut, dass sich so viele Kandidatinnen und Kandidaten bereit gefunden haben, für kommunale Gremien zu kandidieren", sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Ralf Rusch. Dieses ehrenamtliche Engagement, das für ein funktionsfähiges Gemeinwesen unerlässlich sei, habe es verdient, unterstützt zu werden. "Mit einem Aufwand von etwa 2 Minuten erziele man eine Wirkung über mehrere Jahre", verdeutlicht Rusch zusätzlich die Relation.

"Kommunalwahlen sind aber auch unglaublich spannend", erläutert der Präsident des Verbandes, Michael Brychcy.

"Immer wieder wundern sich diejenigen, die zur Wahl gehen, wie viele bekannte Namen auf den Listen stehen. Nicht selten ist der Wähler überrascht, wenn er Namen von Bürgerinnen und Bürgern aus der unmittelbaren Nachbarschaft auf den Kandidatenlisten findet.

Die Wahlen sind im Übrigen ausgezeichnet vorbereitet und kein Bürger muss Befürchtungen haben, im Wahllokal etwas falsch zu machen. Für Fragen zur Durchführung der Wahl stehen die vielen ehrenamtlichen Wahlhelfer gerne zur Verfügung", versichert Präsident Brychcy.

Der Gemeinde- und Städtebund Thüringen wirbt für eine hohe Wahlbeteiligung und bittet die Bürgerinnen und Bürger darum, sich durch ihre Wahl auch deutlich gegen Rechtsextremismus zu positionieren.
Autor: khh

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Kommentare
Real Human
06.06.2009, 09:55 Uhr
Wer erkennt sich wieder?
Die Wahlesel

Die Freiheit hat man satt am End,
und die Republik der Tiere
begehrte, dass ein einziger Regent
sie absolut regiere.

Jedwede Tiergattung versammelte sich,
Wahlzettel wurden geschrieben;
Parteisucht wütete fürchterlich,
Intrigen wurden getrieben.

Das Komitee der Esel ward
von Alt-Langohren regieret;
sie hatten die Köpfe mit einer Kokard,
die schwarz-rot-gold, verzieret.

Es gab eine kleine Pferdepartei,
doch wagte sie nicht zu stimmen;
sie hatte Angst vor dem Geschrei
der Alt-Langohren, der grimmen.

Als einer jedoch die Kandidatur
des Rosses empfahl, mit Zeter
ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr,
und schrie: Du bist ein Verräter!

Du bist ein Verräter, es fliesst in dir
kein Tropfen vom Eselsblute;
du bist kein Esel, ich glaube schier,
dich warf eine welsche Stute.

Du stammst vom Zebra vielleicht, die Haut
sie ist gestreift zebräisch;
auch deiner Stimme näselnder Laut
klingt ziemlich ägyptisch-hebräisch.

Und wärst du kein Fremdling, so bist du doch nur
Verstandesesel, ein kalter;
du kennst nicht die Tiefen der Eselsnatur,
dir klingt nicht ihr mystischer Psalter.

Ich aber versenkte die Seele ganz
in jenes süsse Gedösel;
ich bin ein Esel, in meinem Schwanz
ist jedes Haar ein Esel.

Ich bin kein Römling, ich bin kein Sklav;
ein deutscher Esel bin ich,
gleich meinen Vätern. Sie waren so brav,
so pflanzenwüchsig, so sinnig.

Sie spielten nicht mit Galanterei
frivole Lasterspiele;
sie trabten täglich, frisch-fromm-fröhlich-frei,
mit ihren Säcken zu Mühle.

Die Väter sind nicht tot! Im Grab
nur ihre Häute liegen,
die sterblichen Hüllen. Vom Himmel herab
schaun sie auf uns mit Vergnügen.

Verklärte Esel im Gloria-Licht!
Wir wollen euch immer gleichen
und niemals von dem Pfad der Pflicht
nur einen Fingerbreit weichen.

O welche Wonne, ein Esel zu sein!
Ein Enkel von solchen Langohren!
Ich möchte es von allen Dächern schrein:
ich bin als ein Esel geboren.

Der große Esel, der mich erzeugt,
es war von deutschem Stamme;
mit deutscher Eselsmilch gesäugt
hat mich die Mutter, die Mamme.

Ich bin ein Esel, und will getreu,
wie meine Väter, die Alten,
an der alten, lieben Eselei,
am Eseltume halten.

Und weil ich ein Esel, so rat ich euch,
den Esel zum König zu wählen;
wir stiften das große Eselreich,
wo nur die Esel befehlen.

Wir sind alle Esel! I-A! I-A!
Wir sind keine Pferdeknechte.
Fort mit den Rosen! Es lebe hurra!
Der König vom Eselsgeschlechte!

So spracht der Pariot. Im Saal
die Esel Beifall rufen.
Sie waren alle national,
und stampften mit den Hufen.

Sie haben des Redners Haupt geschmückt
mit einem Eichenkranze.
Er dankte stumm, und hochbeglückt
wedelt er mit dem Schwanze.

Autor: Ein schon mal „unbekannter Dichter“
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