Do, 13:54 Uhr
09.07.2009
Open Air in der Halle!
Wem gebührt für Rock meets Classic die Krone gestern am Abend? Den Organisatoren und der Bundeswehr, den Klasse Künstlern oder den Virtuosen bei der Tontechnik? Aber lesen Sie selbst...
Das Wetter gestern in Sondershausen war die grottenschlecht, und die Progose für den Abend noch schlechter. Also machten sich die Organisatoren schon am Morgen Gedanken, wie soll abends das Konzert im Schlosshof über die Bühne gehen. Also wendete man sich an den Kommandeur des Raketenartilleriebataillon 132, Oberstleutnant Klaus-Günther Glaab, denn er hat ja die schöne große Bundeswehrhalle. Und die Bitte wurde erhört. Der Boden der eigentlichen Turn- und Sporthalle wurde mit einer Art Teppichbaden ausgelegt, auch Stühle, selbst Gartenstühle waren darunter, als allen Richtungen der Stadt herangebracht. Am Ende hatten über 700 Besucher ihren Sitzplatz.
Und auch die Organisation klappte, dass alle Besucher, die noch zum Schlosshof unterwegs waren wurden rechtzeitig vor Ort gelotst, ohne dass es einen nennenswerten großen Zeitverlust gab. Aber auch die Arbeitsplätze für die vielen Musiker musste ja noch eingerichtet werden.
Anspruchsvolle Musik in einer einfachen Sporthalle, wie soll das klingen? Mit High-Tech vom Feinsten hatten allen Besucher, egal ob erste oder letzte Reihe eine sagenhafte Klangqualität. Lars Tietje, Intendant und Geschäftsführer des Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH, erläuterte warum. Die Halle wurde vor dem Konzert ausgemessen, und die Daten zu einer komplizierten Software nach Amerika geschickt, und von dort kamen die Daten zurück, und die Tontechnik wusste dann, welcher Lautsprecher wohin in welcher Höhe gestellt werden musste, und auch, wie die Lautstärke sein musste. Augen zu und man wusste nicht, ob man in einer Sporthalle oder einem Konzertsaal sich befand. Das war Spitze.
Und die vielen Besucher mussten ihr Kommen nicht bereuen. Für Rock meets Classic wechselten die Mitglieder des Lohorchesters die Rollen, tauschten Opernmusik mit Hits vergangener Rockjahrzehnte und entsprechendem Outfit dazu. Dazu kam ein weiteres Highlight – das Zusammenspiel mit einer Rockband, die sich eigens für dieses Konzert zusammengefunden hatten (Felix Franzke (Gitarre), Benjamin Hohlfeld (Bass), Geza Huba (Drums), André Bauer (Saxophon) und Kai Tietje (Keybord)) und das Loh-Orchester mit den Instrumenten einer Rockformation mit E-Gitarre, E-Bass, Drums und Saxophon ergänzt.
Auf der Bühne standen Alec Otto, Sandra Schütt, Daniela Wagner und Marcos Liesenberg.
Die besondere Beziehung und die Gegensätze zwischen Rockband und Orchester werden besonders deutlich bei drei Sätzen aus der Peer-Gynt Suite von Edvard Grieg, die – wie auch andere Nummern des Abends – als kleines Konzert (im Sinne von Wetteifern) zwischen der großen und der kleinen Gruppe neu instrumentiert sind. Es erklangen Songs von Queen und aha, dargeboten von Marcos Liesenberg, gefühlvolle Titel wie In the Ghetto mit Alec Otto, der auch Hits von Tom Jones sang. Anja Daniela Wagner beeindruckte mit Tina Turners Hit Private Dancer und der Habanera aus Carmen und Sandra Schütt mit Diamonds are a Girl’s Best Friend von Marilyn Monroe und Dream a little Dream. Das sind nur einige der Höhepunkte, welche die Konzertbesucher zu hören bekamen.
Die Beifallsstürme waren in dieser Form bei einem Konzertpublikum in Sondershausen wohl kaum schon mal gewesen. Da flossen am Ende der Veranstaltung sogar einig Wehmutstränen, als sich Alec Otto vom Publikum verabschiedete, denn er wird wohl nur noch zwei Vorstellungen im Weißen Rössl geben und dann ein neues Engagement in einer anderen Stadt antreten.
Der musikalische Leiter und Arrangeur des gesamten Abend, Kai Tietje, hatte klare Vorstellungen von dem, was von der Bühne aufs Publikum treffen sollte. Deshalb verlangten die Proben sowohl von den Musikern als auch Solisten in einem veränderten musikalischen Stil einiges ab, um den Vorstellungen Kai Tietjes nachzukommen. Wie Kai Tietje verriet, hatte er alle Arrangements selbst und zum großen Teil auch speziell für das Konzert geschrieben, und auch die Moderation erledigte er gleich selbst. Am Ende des Konzertes dankte Kai Tietjes den vielen Helfern, die den Abend ermöglichten, und besonders der Tontechnik um Matthias Bormann.
Der Beifall des Publikums in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle dürfte wohl Leiter als auch Akteure für alle Mühen entlohnt haben. Bleibt nur noch die Frage: Kann man so etwas noch steigern, und wenn ja mit was? Auch Oberstleutnant Klaus-Günther Glaab fragte in der Pause schon, wann wird denn das nochmals wiederholt? Wir geben die Frage hier gern weiter. Es war jeden falls ein Konzertabend, bei dem eigentlich kaum jemand nach Hause wollte. Wie viele Zugaben das Publikum einforderte? Keine Ahnung. Habe nur noch zugehört und nicht mehr mitgeschrieben.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khhDas Wetter gestern in Sondershausen war die grottenschlecht, und die Progose für den Abend noch schlechter. Also machten sich die Organisatoren schon am Morgen Gedanken, wie soll abends das Konzert im Schlosshof über die Bühne gehen. Also wendete man sich an den Kommandeur des Raketenartilleriebataillon 132, Oberstleutnant Klaus-Günther Glaab, denn er hat ja die schöne große Bundeswehrhalle. Und die Bitte wurde erhört. Der Boden der eigentlichen Turn- und Sporthalle wurde mit einer Art Teppichbaden ausgelegt, auch Stühle, selbst Gartenstühle waren darunter, als allen Richtungen der Stadt herangebracht. Am Ende hatten über 700 Besucher ihren Sitzplatz.
Und auch die Organisation klappte, dass alle Besucher, die noch zum Schlosshof unterwegs waren wurden rechtzeitig vor Ort gelotst, ohne dass es einen nennenswerten großen Zeitverlust gab. Aber auch die Arbeitsplätze für die vielen Musiker musste ja noch eingerichtet werden.
Anspruchsvolle Musik in einer einfachen Sporthalle, wie soll das klingen? Mit High-Tech vom Feinsten hatten allen Besucher, egal ob erste oder letzte Reihe eine sagenhafte Klangqualität. Lars Tietje, Intendant und Geschäftsführer des Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH, erläuterte warum. Die Halle wurde vor dem Konzert ausgemessen, und die Daten zu einer komplizierten Software nach Amerika geschickt, und von dort kamen die Daten zurück, und die Tontechnik wusste dann, welcher Lautsprecher wohin in welcher Höhe gestellt werden musste, und auch, wie die Lautstärke sein musste. Augen zu und man wusste nicht, ob man in einer Sporthalle oder einem Konzertsaal sich befand. Das war Spitze.
Und die vielen Besucher mussten ihr Kommen nicht bereuen. Für Rock meets Classic wechselten die Mitglieder des Lohorchesters die Rollen, tauschten Opernmusik mit Hits vergangener Rockjahrzehnte und entsprechendem Outfit dazu. Dazu kam ein weiteres Highlight – das Zusammenspiel mit einer Rockband, die sich eigens für dieses Konzert zusammengefunden hatten (Felix Franzke (Gitarre), Benjamin Hohlfeld (Bass), Geza Huba (Drums), André Bauer (Saxophon) und Kai Tietje (Keybord)) und das Loh-Orchester mit den Instrumenten einer Rockformation mit E-Gitarre, E-Bass, Drums und Saxophon ergänzt.
Auf der Bühne standen Alec Otto, Sandra Schütt, Daniela Wagner und Marcos Liesenberg.
Die besondere Beziehung und die Gegensätze zwischen Rockband und Orchester werden besonders deutlich bei drei Sätzen aus der Peer-Gynt Suite von Edvard Grieg, die – wie auch andere Nummern des Abends – als kleines Konzert (im Sinne von Wetteifern) zwischen der großen und der kleinen Gruppe neu instrumentiert sind. Es erklangen Songs von Queen und aha, dargeboten von Marcos Liesenberg, gefühlvolle Titel wie In the Ghetto mit Alec Otto, der auch Hits von Tom Jones sang. Anja Daniela Wagner beeindruckte mit Tina Turners Hit Private Dancer und der Habanera aus Carmen und Sandra Schütt mit Diamonds are a Girl’s Best Friend von Marilyn Monroe und Dream a little Dream. Das sind nur einige der Höhepunkte, welche die Konzertbesucher zu hören bekamen.
Die Beifallsstürme waren in dieser Form bei einem Konzertpublikum in Sondershausen wohl kaum schon mal gewesen. Da flossen am Ende der Veranstaltung sogar einig Wehmutstränen, als sich Alec Otto vom Publikum verabschiedete, denn er wird wohl nur noch zwei Vorstellungen im Weißen Rössl geben und dann ein neues Engagement in einer anderen Stadt antreten.
Der musikalische Leiter und Arrangeur des gesamten Abend, Kai Tietje, hatte klare Vorstellungen von dem, was von der Bühne aufs Publikum treffen sollte. Deshalb verlangten die Proben sowohl von den Musikern als auch Solisten in einem veränderten musikalischen Stil einiges ab, um den Vorstellungen Kai Tietjes nachzukommen. Wie Kai Tietje verriet, hatte er alle Arrangements selbst und zum großen Teil auch speziell für das Konzert geschrieben, und auch die Moderation erledigte er gleich selbst. Am Ende des Konzertes dankte Kai Tietjes den vielen Helfern, die den Abend ermöglichten, und besonders der Tontechnik um Matthias Bormann.
Der Beifall des Publikums in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle dürfte wohl Leiter als auch Akteure für alle Mühen entlohnt haben. Bleibt nur noch die Frage: Kann man so etwas noch steigern, und wenn ja mit was? Auch Oberstleutnant Klaus-Günther Glaab fragte in der Pause schon, wann wird denn das nochmals wiederholt? Wir geben die Frage hier gern weiter. Es war jeden falls ein Konzertabend, bei dem eigentlich kaum jemand nach Hause wollte. Wie viele Zugaben das Publikum einforderte? Keine Ahnung. Habe nur noch zugehört und nicht mehr mitgeschrieben.
Karl-Heinz Herrmann




















