Fr, 07:05 Uhr
04.09.2009
Es brodelt in Großfurra
Der Radweg zwischen Großfurra (Heidehaus) und der Wohnsiedlung Neuheide wirft viele Fragen auf, und auch die Straßenausbaubeiträge kommen ins Spiel. Da gab es offensichtlich mehr als nur eine Panne...
Während sich gestern im Hauptausschuss der Stadt Sondershausen Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) entschuldigte, bei der Bearbeitung des Problem Radweg Großfurra sei es zu einem Problem bei der Information der Bürger gekommen, so sind kn gestern Abend weitere Details bekannt geworden. Daraus ergibt sich ein Bild, dass der Stadtverwaltung nicht gerade gut zu Gesicht steht.
Bisher hieß es aus der Stadtverwaltung, in einer Anliegerversammelung sei über den Ausbau des Verbindungsweges zwischen Großfurra (Heidehaus) und der Siedlung Neuheide informiert worden. In der Tat, in einer Versammlung wurde den Anwesenden erklärt, so die verlässliche Aussage gegenüber kn, dass dieser Weg nur aufgeschottert werden sollte. Erste böse Falle bei der ganzen Geschichte, die eigentlichen Eigentümer des Landes über den dieser Weg führt, waren zu dieser Versammlung überhaupt nicht geladen gewesen, so die Aussage eines der Eigentümer gegenüber kn!
Bleibt also schon mal zu klären bei der Stadtverwaltung, warum wurden die wirklich Betroffenen nicht eingeladen? Wenn also nicht mal die Eigentümer bei so einer Versammlung dabei waren, wieso kann es dann zu einer Auslösung des Bauauftrages kommen? Zählt Eigentum nichts mehr, fragt man sich da schwer besorgt.
Wie überrascht die Eigentümer waren zeigt die Tatsache, dass einer der Eigner sein angrenzendes Feld bis fast an den Weg ran schon wieder eingesät haben soll. Welcher Bauer schmeißt sein Saatgut auf ein Feld, wenn er weiß, dass die Bagger anrücken? Mit großer Sicherheit keiner.
Aber es kommt noch dicker. Im Verlauf der Bauarbeiten machte man wesentlich mehr. Erst als jemand sogar dem MDR-Fernsehen einen Tipp gab, rückte die Stadt mit der ganzen Wahrheit raus. Es wird kein geschotterter Weg gebaut, sondern ein gut asphaltierter kombinierter Rad- und Fußweg. Und weil dabei etwas versiegelt wird, wollte bzw. musste man einfach auch gleich daneben eine Ausgleichsfläche mit Büschen usw. anlegen, und das immer noch, ohne je mit den Eigentümern gesprochen zu haben.
Aus ursprünglich ca. 2 m Abtretung wurden jetzt fast 6 m Land, das abgetreten werden sollte. Dabei geht es aber nicht nur ein paar Meter Länge, sondern um fast 300 bis 400 m Länge. Da braucht ja heutzutage mancher Schüler einen Taschenrechner, um mit solchen hohen Zahlen arbeiten zu können, wenn man die Fläche ausrechnet.
Und für was fragen sich dabei die Anwohner. Über den Weg kommen pro Tag, wenn es hoch kommt, zwei bis drei Leute lang, und wenn es gut läuft, mal ein paar versprengte Wanderer (drei Wanderwege laufen bisher über den Pfad – die Redaktion kn). Und für die wenigen Leute empören sich die Eigner, sollen auch noch alle 50 m Laternen gesetzt werden. Wenn das so stimmt, fragt man sich wirklich, wem sollen die Laternen heimleuchten?
Die Vorwürfe eines der Eigner gehen dabei auch an die Stadträte. So eine Maßnahme kann doch nicht ohne deren Zutun beschlossen worden sein. Man muss doch die Verhältnismäßigkeit beachten, so der Vorwurf. In jedem Falle, so einer der Eigner, gibt es für nächste Woche Dienstag für die Beratung mit den Vertretern der Stadt sehr viel Diskussionsbedarf.
An dieser Stelle sei von der Redaktion kn eingefügt, dass es sicher sehr löblich ist, das man bei der Stadt daran gedacht hat, wenn schon die Straße ausgebaut wird, dann auch gleich richtig mit straßenbegleitendem Weg. Schließlich liegen ja berechtigte Forderungen vieler Radfahrer vor, endlich entlang der B 4 auch ein gefahrloses Fahren der Radfahrer zu ermöglichen. Nur darf man dann aber nicht versäumen, den Eignern an Anwohnern darzulegen, warum man schon langfristig an dieses Radwegenetz gedacht hat, und es offensichtlich nicht nur um den Anschluss von der Siedlung Neuheide geht. Auch aus dieser Richtung ist wohl Diskussionsbedarf nötig.
Aber nicht nur der Radweg ist ein Problem in Großfurra. In den Gesprächen zu diesem Thema wurde kn auch informiert, dass es auch ein nicht unerhebliches Problem beim Thema Straßenausbaubeiträge gibt. So sowohl einer der Bewohner einen Bescheid über 95.000 Euro bekommen haben, weil entlang seiner Grundstücksgrenze (ca. 350 m) auch ein Gehweg angelegt, bzw. ausgebaut werden soll. Ein Großfurraer sprach dabei spitz vom Gehweg mit der Goldkante, in Anlehnung eines Spruches aus der Werbung.
Wenn das Gespräch am Dienstag gelaufen ist, sollte die Stadtverwaltung Sondershausen sicher schnellsten eine Auswertung durchführen und auch die Öffentlichkeit informieren was da alles warum schiefgelaufen ist. Und vor allem sollte auch gesagt werden, wie so etwas bei anderen Maßnahmen verhindert werden kann. Denn so wie sich hier die Sache für kn darstellt, kann und darf man nicht mit Bürgern umgehen.
Autor: khhWährend sich gestern im Hauptausschuss der Stadt Sondershausen Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) entschuldigte, bei der Bearbeitung des Problem Radweg Großfurra sei es zu einem Problem bei der Information der Bürger gekommen, so sind kn gestern Abend weitere Details bekannt geworden. Daraus ergibt sich ein Bild, dass der Stadtverwaltung nicht gerade gut zu Gesicht steht.
Bisher hieß es aus der Stadtverwaltung, in einer Anliegerversammelung sei über den Ausbau des Verbindungsweges zwischen Großfurra (Heidehaus) und der Siedlung Neuheide informiert worden. In der Tat, in einer Versammlung wurde den Anwesenden erklärt, so die verlässliche Aussage gegenüber kn, dass dieser Weg nur aufgeschottert werden sollte. Erste böse Falle bei der ganzen Geschichte, die eigentlichen Eigentümer des Landes über den dieser Weg führt, waren zu dieser Versammlung überhaupt nicht geladen gewesen, so die Aussage eines der Eigentümer gegenüber kn!
Bleibt also schon mal zu klären bei der Stadtverwaltung, warum wurden die wirklich Betroffenen nicht eingeladen? Wenn also nicht mal die Eigentümer bei so einer Versammlung dabei waren, wieso kann es dann zu einer Auslösung des Bauauftrages kommen? Zählt Eigentum nichts mehr, fragt man sich da schwer besorgt.
Wie überrascht die Eigentümer waren zeigt die Tatsache, dass einer der Eigner sein angrenzendes Feld bis fast an den Weg ran schon wieder eingesät haben soll. Welcher Bauer schmeißt sein Saatgut auf ein Feld, wenn er weiß, dass die Bagger anrücken? Mit großer Sicherheit keiner.
Aber es kommt noch dicker. Im Verlauf der Bauarbeiten machte man wesentlich mehr. Erst als jemand sogar dem MDR-Fernsehen einen Tipp gab, rückte die Stadt mit der ganzen Wahrheit raus. Es wird kein geschotterter Weg gebaut, sondern ein gut asphaltierter kombinierter Rad- und Fußweg. Und weil dabei etwas versiegelt wird, wollte bzw. musste man einfach auch gleich daneben eine Ausgleichsfläche mit Büschen usw. anlegen, und das immer noch, ohne je mit den Eigentümern gesprochen zu haben.
Aus ursprünglich ca. 2 m Abtretung wurden jetzt fast 6 m Land, das abgetreten werden sollte. Dabei geht es aber nicht nur ein paar Meter Länge, sondern um fast 300 bis 400 m Länge. Da braucht ja heutzutage mancher Schüler einen Taschenrechner, um mit solchen hohen Zahlen arbeiten zu können, wenn man die Fläche ausrechnet.
Und für was fragen sich dabei die Anwohner. Über den Weg kommen pro Tag, wenn es hoch kommt, zwei bis drei Leute lang, und wenn es gut läuft, mal ein paar versprengte Wanderer (drei Wanderwege laufen bisher über den Pfad – die Redaktion kn). Und für die wenigen Leute empören sich die Eigner, sollen auch noch alle 50 m Laternen gesetzt werden. Wenn das so stimmt, fragt man sich wirklich, wem sollen die Laternen heimleuchten?
Die Vorwürfe eines der Eigner gehen dabei auch an die Stadträte. So eine Maßnahme kann doch nicht ohne deren Zutun beschlossen worden sein. Man muss doch die Verhältnismäßigkeit beachten, so der Vorwurf. In jedem Falle, so einer der Eigner, gibt es für nächste Woche Dienstag für die Beratung mit den Vertretern der Stadt sehr viel Diskussionsbedarf.
An dieser Stelle sei von der Redaktion kn eingefügt, dass es sicher sehr löblich ist, das man bei der Stadt daran gedacht hat, wenn schon die Straße ausgebaut wird, dann auch gleich richtig mit straßenbegleitendem Weg. Schließlich liegen ja berechtigte Forderungen vieler Radfahrer vor, endlich entlang der B 4 auch ein gefahrloses Fahren der Radfahrer zu ermöglichen. Nur darf man dann aber nicht versäumen, den Eignern an Anwohnern darzulegen, warum man schon langfristig an dieses Radwegenetz gedacht hat, und es offensichtlich nicht nur um den Anschluss von der Siedlung Neuheide geht. Auch aus dieser Richtung ist wohl Diskussionsbedarf nötig.
Aber nicht nur der Radweg ist ein Problem in Großfurra. In den Gesprächen zu diesem Thema wurde kn auch informiert, dass es auch ein nicht unerhebliches Problem beim Thema Straßenausbaubeiträge gibt. So sowohl einer der Bewohner einen Bescheid über 95.000 Euro bekommen haben, weil entlang seiner Grundstücksgrenze (ca. 350 m) auch ein Gehweg angelegt, bzw. ausgebaut werden soll. Ein Großfurraer sprach dabei spitz vom Gehweg mit der Goldkante, in Anlehnung eines Spruches aus der Werbung.
Wenn das Gespräch am Dienstag gelaufen ist, sollte die Stadtverwaltung Sondershausen sicher schnellsten eine Auswertung durchführen und auch die Öffentlichkeit informieren was da alles warum schiefgelaufen ist. Und vor allem sollte auch gesagt werden, wie so etwas bei anderen Maßnahmen verhindert werden kann. Denn so wie sich hier die Sache für kn darstellt, kann und darf man nicht mit Bürgern umgehen.