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Sa, 11:16 Uhr
19.09.2009

Im kleinen Rahmen (2)

Im zweiten Teil unseres Berichtes beleuchtet kn mal, was die Diskutierenden zum Thema Integration Behinderter und zu einem wunden Punkt bei den Fördermittel gesagt haben. Dabei wurde die Bundestagskandidaten direkt angesprochen. Aber auch der Humor kam nicht zu kurz...

Bevor es noch zum Thema Fördermittel kam, rege ein Zuhörer aus dem Publikum das Thema Behinderte an. Auch hier gibt es durchaus teilweise erheblich Probleme bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Jörg Kubitzki (Die Linke) verwies dabei auf das recht erfolgreiche Mainzer Modell, bei der eine Ausgleichsabgabe für Behinderte für zusätzlich Fördermittel sorgt. Für Michael Backhaus (Jugendberufshilfe Thüringen e.V.) stehen die Behinderten zu wenig im Fokus der Öffentlichkeit. Backhaus rechnet aber damit, dass im Zuge des demografischen Wandels, der Arbeitskräftemangel an qualifiziertem Personal dazu führen wird, dass Unternehmen von selbst auf behinderte Werktätige zurückgreifen werden.

Patrick Kurth (FDP) erinnerte in der Diskussion daran, dass gut 87 % der Betriebe Thüringens nur 10 oder weniger Beschäftigte haben. Es ist kein böser Wille dieser Firmen, dass es diesen kleinen Firmen schon wegen der Flexibilität im Unternehmen gelingt, behinderte Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren.

Das bei allem Ernst in der Diskussion der Humor nicht zu kurz kam, bewiesen Jörg Kubitzki und Joachim Selle (CDU). Als Kubitzki in der Diskussion einwarf, „ich muss auch mal die alten Landesregierung loben“, kam von Selle der spontane Einwurf, „dass hätten Sie mal vor der Wahl sagen müssen“. Worum ging es da Kubitzki? Bis zur Einschulung und Klassenstufe vier funktioniere die Eingliederung Behinderter noch, erst danach gäbe es Probleme.

Moderator Stefan Werner provozierte dann mal die Diskussionsrunde mit der Frage, Ist der Dschungel in den Fördermitteln noch überschaubar? Er traf dabei einen Punkt, über den man einen ganzen Abend hätte diskutieren können und müssen. Aber einige Kernpunkte seien gesagt.

Bundestagskandidat Steffen Lemme (SPD) sagte, man finde sich in dem Förderdschungel kaum noch zurecht. Er als DGB-Chef Thüringens müsste es von Berufswegen schon wissen. Auch Kubitzki sagt, er könne das Wort Projekte kaum noch hören. Er forderte mehr Nachhaltigkeit bei den Projekten. Was nützt es, so Kibitzki, wenn nach drei Jahren einfach wieder Schluss ist. Einwurf aus der Runde: Auch dann waren eben drei Jahre die Leute beschäftigt.

Dem widersprach Jürgen Rauschenbach (Starthilfe e.V.), nicht zu viel, aber zu unkoordiniert. Dabei sprach er einen ganz wunden Punkt an. Es sei schon soweit dass man sich schon um die Teilnehmer für die einzelnen Projektteilnehmer zankt, was von einigen Anwesenden mit zustimmendem Kopfnicken quittiert wurde. Rauschenbach forderte die Bundestagskandidaten auf, egal wer in den Bundestag einzieht, diese Problematik mit nach Berlin zu nehmen. Er stellte aber trotzdem mit Befriedigung fest, dass nach seiner Meinung fast alle Förderprogramme in der einen oder anderen Form im Kyffhäuserkreis zur Anwendung kommen.

Michael Backhaus warnte vor einem anderen Problem, Wenn die Förderprogramme des EU-Sozialfonds ab 2010 auslaufen, was wird dann aus einigen Pflichtaufgaben der Kreise, die bisher über diese Schiene finanziert wurden?

Patrick Kurth warf ein, die vielen Förderprogramme helfen oft nicht den vielen Bedürftigen, sondern nur denen, die sich am findigsten durch diesen Dschungel kämpfen. Steffen Lemme forderte ganz klar, es müsse mehr in die Bildung investiert werden.

Letzter Diskussionspunkt war die Abwanderung. Backhaus forderte, die Abwanderung zu stoppen. Die Leute kämen sogar in ihre Heimat zurück, wenn sie nur die richtigen Bedingungen vorfinden würden. Patrick Kurth bezeichnete die Abwanderung als strukturelles Problem. Man dürfe aber keine Zuwendungen für Programme auflegen, die den Zuzug steigern sollen. Das würden in Thüringen die meisten Leute nicht verstehen. Der sitzt der Frust viel zu tief!

Auch Johannes Selle warnte, die Abwanderung nicht durch Zuwanderung lösen zu wollen. Steffen Lemme sagte, die Abwanderung kann nur durch mehr Arbeit gestoppt werden. Mit Blick auf den Kyffhäuserkreis zog er auch eine erste Bilanz seiner vielen Firmenbesuche in der letzten Zeit. Im Kyffhäuserkreis müsse man mehr in das Marketing stecken, um voran zu kommen.

Bleibt abschließend nur zu sagen, in einem Punkt waren sich alle Teilnehmer einige, es müssen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Aber die Krux an dem Ganzen ist, dass keiner der Teilnehmer wirklich ein schlüssiges Konzept aufzeigen konnte, wie es passieren soll, und das vielleicht gar noch im Kyffhäuserkreis. Aus dieser Diskussion konnte es kn nicht entdecken. Leider. Aber es gibt ja sicher noch viele Veranstaltungen dieser Art.
Autor: khh

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