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So, 07:01 Uhr
18.10.2009

Trip nach Albanien

Nicht gerade ein typische Urlaubsziel ist die Region, in der unserer Leser Hans-Jürgen Schmidt war. Über eine Fahrt nach Albanien mit der antiken Stadt Butrinti berichtet er...

Wir hatten Urlaub auf Korfu (Griechenland) gemacht. Es bot sich ein Fahrt nach Albanien an. Mit dem Schiff ging es ca. 1,5 Stunden von der Stadt Korfu bis zur Stadt Saranda in Albanien. Die Zollfomalitäten waren harmlos. In Saranda standen Busse bereit. Die Schilder an den Bussen mit der Aufschrift "Deutsch", "English" und "Französische" gab dem den Hinweis, wo man einsteigen musste. Unser Reisleiter KLODIAN VELIKO hatte in Tirana Germanistik studiert und erzählte auf der Fahrt nach Butrinti über Land und Leute in Albanien. Die Ausweichmanöver auf der schmalen Straße mutetet zum Teil recht abenteuerlich an. Doch wohlbehalten sind wir in der antiken Stadt Butrinti angekommen. Über diese Stadt, die aus Schlamm und Morast ausgegraben wurde, soll jetzt berichtet werden:

Butrinti erstreckt sich im Südosten der Halbinsel Ksamil. Im Osten bildet der See ihre Grenze und im Süden der Vivarkanal, durch den die Seegewässer zur Ebbezeit ins Meer fluten und bei Flut wieder in den See zurückfließen. Dieser Kanal trennt die Halbinsel vom Hinterland, so dass die Stadt eine sehr geschützte natürliche Lage innehat. Sie gewährte ebenfalls die Möglichkeit, Butrinti als Hafen zu nutzen, was von Wissenschaftern des 3. Jahrhunderts erwähnt wurde. Durch Butrinti führte auch die Küstenstraße von Dyrrahum und Aulona nach Nikopol und weiterfort.

Die umliegenden Ländereien, die Kestrina? Ebene (Vrina) und die grünen Hügel sicherten Butrint reiche Ernten und gute Viehwirtschaft. Der an Fischen und Muscheln reiche See bildete ebenfalls eine ständige Nahrungsmittelreserve. Diese Bedingungen ermöglichten, dass in Butrinti bereits in der Vorgeschichte eine Wohnstätte entstand, die sich allmählich vergrößerte, sich erweiterte und erstarkte.

Zu Beginn der Eisenzeit wurde auf der flachen Hügelkuppe eine Mauer aus großen ungehauenen Felsblöcken angelegt. Das war die erste Befestigung, die gleichzeitig den Anfang zur künftigen Stadt legte.

Die erste identifizierbare Stadt, die in schriftlichen Quellen vom Geographen des 6. Jh. vor Christus, Hekateum, erwähnt wurde, ist Butrinti. Die Stadt erstreckt sich nunmehr über die gesamte Hügeloberfläche. Nach 5 Jahrhunderten stößt man erneut auf ihren Namen. Taukri von Kisikus berichtet von einer alten Legende, demzufolge Äneas, der Schwiegersohn von Priamos, bei einer Schifffahrt von Troja nach dem Westen einen Stier für die Einreise in den Epirus opferte. Der verwundete Stier durchschwamm das Meer bis zu einer Bucht, wo er an der Küste eines Landes zusammenbrach und krepierte. Er legte dies als eine Weissagung aus und bezeichnete die Stelle als "Buthrotos."

Die Schönheiten und die Legende von Butrinti haben Dichter und Schriftsteller aus verschiedenen Jahrhunderten inspiriert. Ganze Seiten sind in Vergils Hauptwerk, der Äneide, gewidmet. In Butrinti spielten sich die Ereignisse der Andromache von Rasini ab. Entkleidet man die Legende vom Phantastischen, kann man folgendes sagen: Butrint war architektonisch eine sehr alte und entwickelte Stadt, deren Ursprung weit in die Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung lagen. Die Stadt war keine Kolonie. Doch betrachten wir die geschichtliche Entwicklung:
  • 7./6. Jh. v. Chr. Siedlungsgründung
  • 5. Jh. v. Chr. Stadterweiterung und Bau des Löwentores
  • 4. Jh. v. Chr. Bau einer 650 m langen, 10 m breiten und 5 m hohen Festungsmauer am Nordwestufer des Butrintsees
  • 3. Jh. v. Chr. Stadterweiterung, 2,5 km lange Stadtmauer, Amphitheater
  • 2. Jh. v. Chr. Eroberung durch die Römer; unter Caesar und Augustus Ansiedlung römischer Veteranen
  • 42 v. Chr. Gab es unter Cäsar ein wichtiges Getreidelager in der Stadt. 4 Jahrzehnte später wurde die Wasserleitung gebaut. Sie war 3 km lang.
  • 5./6. Jh. christliche Kultbauten, u. a. Basilika (31 x 22,5 m) unterhalb der Akropolis
  • 1081 bis 1084 wird Butrinit zum Kriegsschauplatz zwischen Byzanz und den Normannen
  • 13. Jh. Festungsbau am Kanal
  • 1386 Eroberung durch Venedig
  • ab 15. Jh. Niedergang durch Versumpfung des Umlandes
  • 1926-41 archäologische Grabungen
  • 1996/97 teilweise Zerstörung bei Bürgerkriegsunruhen

Die Bilder sollen dokumentieren, wie es einmal ausgesehen haben könnte - siehe Bilder mit den Bildtexten.
Text und Fotos: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
  • Bild 1: Einfahrt in den Hafen von Saranda (Albanien).Man sieht oberhalb viel "Betonskelette"(nicht fertig gestellte Häuser)
  • Bild 2: Blick aus dem Flieger auf die Halbinsel Ksamil, den Vivarkanal und den Butrintsee (Fotografiert auf dem Heimflug, Start war Korfu)
  • Bild 3: Zeigt eine Karte, die nach der Eroberung durch Venedig erstellt wurde.
  • Bild 4: Beschriftung vom Bild 2.
  • Bild 5: Es wird gezeigt, wie Butrinti zur Zeit der Römer aus gesehen haben soll. Ein Viadukt (Wasserleitung) versorgte die Stadt mit dem notwendigen Wasser.
  • Bild 6: So soll die Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. ausgesehen haben.
  • Bild 7: Steinblöcke aus der Eisenzeit. Sie wogen 4 bis 5 Tonnen.
  • Bild 8: Teil des Zentrums von Butrinti.
  • Bild 9: Ein Brunnen
  • Bild 10: Hinweisschild zum Äskulap-Tempel
  • Bild 11: Der Äskulap- Tempel aus 1.bis 2. Jahrhundert n. Chr.
  • Bild 12: Theater aus dem 3. Jahrhundert vor Chr. Es bot Platz für 1500 Zuschauer.
  • Bild 13: Das Theater mit dem Autor dieses Artikels
  • Bild 14: Teil eines Bades. Man seiht wie der Dampf unter den Fußboden geleitet wurde.
  • Bild 15: Das Bapisterium - eine Taufkirche zu Beginn der Christlichen Zeit.
  • Bild 16: Mosaik aus dem Bapisterium.
  • Bild17: Das Gymnasium. Diente im 1. bis 2.Jahrhundert zum Unterricht und körperlichen Stählung der Stadtjugend
  • Bild 18: Eine Basilika aus dem 4.Jahrhundert. Dies Kirche kann man dem Mittelalter zu rechnen.
  • Bild 19: Das Löwentor aus dem 4. Jahrhundert vor Chr.
  • Bild 20: Das Seetor ebenfalls aus dem 4.Jahrhundert vor Chr. Man sieht auf dem Fußboden 2 Podeste, wo jeweils eine Wachesoldat stand. Man konnte also nur einzeln eintreten.
  • Bild 21: Reiseleiter KLODIN VELIKO aus Albanien. Er hat Tirana Germanistik studiert.

Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Trip nach Albanien (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

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