Di, 13:47 Uhr
20.10.2009
Positive Bilanz gezogen
Das Netzwerkprojekt PROJob Nordthüringen zieht eine positive Zwischenbilanz, so die Information vom Kreisjugendring , gegenüber kn...
In den vergangenen Monaten wurde bereits über das Netzwerkprojekt "PROJob Nordthüringen", einem Projekt zur arbeitsmarktlichen Integration von Migranten (speziell Flüchtlingen mit Aufenthaltserlaubnis im Asylverfahren) berichtet. Fünf Projektpartner, zu denen der Verein Starthilfe Sondershausen, der Kreisjugendring Kyffhäuserkreis, die Lift gGmb Nordhausen und die Landratsämter des Kyffhäuserkreises und des Landkreises Nordhausen gehören, haben sich zusammen geschlossen, um mit ihren Angeboten und Maßnahmen Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt darin zu unterstützen, sich dauerhaft sozial und beruflich in der Region zu integrieren.
Das Projekt "PROJob" gehört in das Bundesprogramm "Arbeitsmarktrechtliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt". Das Programm wird aus dem Europäischen Sozialfond für Deutschland finanziert und durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gesteuert. Diese Programmplattform soll die EU-weiten Anstrengungen, Diskriminierungen und Ausgrenzungen spezifischer Bevölkerungsgruppen auf dem ersten Arbeitsmarkt abzubauen, unterstützen und befördern. Bundesweit sollen insgesamt 3.000 Personen aus der Zielgruppe in eine auf Dauer angelegte Erwerbstätigkeit vermittelt werden. Im Kyffhäuserkreis leben derzeit knapp 100 Menschen (überwiegend aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien), die dieser Zielgruppe entsprechen.
Nach zehnmonatiger Projektarbeit ziehen die Netzwerkpartner trotz einiger Schwierigkeiten eine positive Bilanz.
Zur Weiterbildung und Qualifizierung der Akteure des Netzwerkes wurden in der Anfangsphase Seminare zu theoretischen Grundlagen durchgeführt. Welche Aufenthaltstitel gibt es? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit überhaupt ein Zugang zum Arbeitsmarkt besteht? Welche Sonderregelungen gelten in Bezug auf die Bleiberechtsregelung? All diese und ähnliche Fragen wurden dabei besprochen.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Thematik und die Interkulturelle Öffnung von Firmen und Betrieben. Ein Meilenstein war dabei der Fachtag am 2. April 2009 im Marstall Sondershausen, an der über 70 Gäste aus den verschiedensten beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen und Vertreter/innen der Landes- und Bundespolitik teilnahmen.
Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt gestaltet sich schwierig, ist jedoch nicht unmöglich. Viele schaffen es allein. Bei Anderen bedarf es verschiedenster Unterstützungsangebote. Hier setzen die Projektträger mit ihren jeweiligen Erfahrungen an. Drei Mitarbeiter/innen bei Starthilfe Sondershausen sind erste Ansprechpartner/innen und organisieren und vermitteln individuelle Hilfsangebote. Für viele der Migrantinnen und Migranten stellt nach wie vor das Nichtbeherrschen der deutschen Sprache eine große Hürde dar. Auch ist es nicht für Jede/Jeden dieser Zielgruppe selbstverständlich, dass sie in ihren Herkunftsländern lesen und schreiben gelernt haben. Hier konnte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule ein entsprechender Alphabetisierungs- und Sprachkurs organisiert werden. Ergänzend werden berufliche Qualifizierungen, Praktika, Trainings in verschiedenen Berufsfeldern, Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, Berufsberatung oder die Begleitung bei Amtswegen zur grundlegenden Anerkennung von Berufsabschlüssen angeboten.
Im Rahmen der Arbeitsfelderkundung wurde eine Besichtigung der Opel-Werke in Eisenach organisiert. Dabei konnten sich die Teilnehmer/innen über die einzelnen Produktionsschritte des modernen Fahrzeugbaus informieren, die Fertigung der Karosserie und die so genannte "Hochzeit", das Zusammenbringen der Karosserie mit dem vormontierten Motor/Getriebe, bis hin zur Endmontage hautnah miterleben.
Das wichtigste Ergebnis des Projektes sind jedoch die erfolgreichen Vermittlungen. An verschiedenen Standorten konnten bereits mehrere Personen in Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Im Hinblick auf die derzeitige wirtschaftliche Situation und die Rahmenbedingungen in der Region Nordthüringen sind diese Vermittlungen als besonderer Erfolg zu werten.
"Vielfalt als Chance zu begreifen bedeutet nicht, die Augen vor bestehenden Herausforderungen zu verschließen", erklärte die ehemalige Staatsministerin Maria Böhmer in einem Pressegespräch. Diese Herausforderung anzunehmen, ist jedoch erklärtes Ziel der Projektpartner. Eine Hauptaufgabe wird deshalb perspektivisch in der (weiteren) Gewinnung relevanter Arbeitsmarktakteure als Kooperationspartner/innen liegen.
Dabei sollen im Rahmen der Zusammenarbeit die Wirtschaftsvertreter/innen und Unternehmer/innen einerseits ein Bewusstsein für die Zielgruppe und deren spezifische Situationen entwickeln, andererseits sollen die Chancen und Möglichkeit interkultureller Einflüsse und verschiedener Arbeitshintergründe aufgezeigt werden.
Kontakt für Infos
Nähere Informationen zu PROJob Nordthüringen erhalten Sie u. a. beim Kreisjugendring Kyffhäuserkreis e.V. unter 03632 - 541941 oder info@kjr-kyffhaeuserkreis.de.
Autor: khhIn den vergangenen Monaten wurde bereits über das Netzwerkprojekt "PROJob Nordthüringen", einem Projekt zur arbeitsmarktlichen Integration von Migranten (speziell Flüchtlingen mit Aufenthaltserlaubnis im Asylverfahren) berichtet. Fünf Projektpartner, zu denen der Verein Starthilfe Sondershausen, der Kreisjugendring Kyffhäuserkreis, die Lift gGmb Nordhausen und die Landratsämter des Kyffhäuserkreises und des Landkreises Nordhausen gehören, haben sich zusammen geschlossen, um mit ihren Angeboten und Maßnahmen Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt darin zu unterstützen, sich dauerhaft sozial und beruflich in der Region zu integrieren.
Das Projekt "PROJob" gehört in das Bundesprogramm "Arbeitsmarktrechtliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt". Das Programm wird aus dem Europäischen Sozialfond für Deutschland finanziert und durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gesteuert. Diese Programmplattform soll die EU-weiten Anstrengungen, Diskriminierungen und Ausgrenzungen spezifischer Bevölkerungsgruppen auf dem ersten Arbeitsmarkt abzubauen, unterstützen und befördern. Bundesweit sollen insgesamt 3.000 Personen aus der Zielgruppe in eine auf Dauer angelegte Erwerbstätigkeit vermittelt werden. Im Kyffhäuserkreis leben derzeit knapp 100 Menschen (überwiegend aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien), die dieser Zielgruppe entsprechen.
Nach zehnmonatiger Projektarbeit ziehen die Netzwerkpartner trotz einiger Schwierigkeiten eine positive Bilanz.
Zur Weiterbildung und Qualifizierung der Akteure des Netzwerkes wurden in der Anfangsphase Seminare zu theoretischen Grundlagen durchgeführt. Welche Aufenthaltstitel gibt es? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit überhaupt ein Zugang zum Arbeitsmarkt besteht? Welche Sonderregelungen gelten in Bezug auf die Bleiberechtsregelung? All diese und ähnliche Fragen wurden dabei besprochen.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Thematik und die Interkulturelle Öffnung von Firmen und Betrieben. Ein Meilenstein war dabei der Fachtag am 2. April 2009 im Marstall Sondershausen, an der über 70 Gäste aus den verschiedensten beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen und Vertreter/innen der Landes- und Bundespolitik teilnahmen.
Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt gestaltet sich schwierig, ist jedoch nicht unmöglich. Viele schaffen es allein. Bei Anderen bedarf es verschiedenster Unterstützungsangebote. Hier setzen die Projektträger mit ihren jeweiligen Erfahrungen an. Drei Mitarbeiter/innen bei Starthilfe Sondershausen sind erste Ansprechpartner/innen und organisieren und vermitteln individuelle Hilfsangebote. Für viele der Migrantinnen und Migranten stellt nach wie vor das Nichtbeherrschen der deutschen Sprache eine große Hürde dar. Auch ist es nicht für Jede/Jeden dieser Zielgruppe selbstverständlich, dass sie in ihren Herkunftsländern lesen und schreiben gelernt haben. Hier konnte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule ein entsprechender Alphabetisierungs- und Sprachkurs organisiert werden. Ergänzend werden berufliche Qualifizierungen, Praktika, Trainings in verschiedenen Berufsfeldern, Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, Berufsberatung oder die Begleitung bei Amtswegen zur grundlegenden Anerkennung von Berufsabschlüssen angeboten.
Im Rahmen der Arbeitsfelderkundung wurde eine Besichtigung der Opel-Werke in Eisenach organisiert. Dabei konnten sich die Teilnehmer/innen über die einzelnen Produktionsschritte des modernen Fahrzeugbaus informieren, die Fertigung der Karosserie und die so genannte "Hochzeit", das Zusammenbringen der Karosserie mit dem vormontierten Motor/Getriebe, bis hin zur Endmontage hautnah miterleben.
Das wichtigste Ergebnis des Projektes sind jedoch die erfolgreichen Vermittlungen. An verschiedenen Standorten konnten bereits mehrere Personen in Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Im Hinblick auf die derzeitige wirtschaftliche Situation und die Rahmenbedingungen in der Region Nordthüringen sind diese Vermittlungen als besonderer Erfolg zu werten.
"Vielfalt als Chance zu begreifen bedeutet nicht, die Augen vor bestehenden Herausforderungen zu verschließen", erklärte die ehemalige Staatsministerin Maria Böhmer in einem Pressegespräch. Diese Herausforderung anzunehmen, ist jedoch erklärtes Ziel der Projektpartner. Eine Hauptaufgabe wird deshalb perspektivisch in der (weiteren) Gewinnung relevanter Arbeitsmarktakteure als Kooperationspartner/innen liegen.
Dabei sollen im Rahmen der Zusammenarbeit die Wirtschaftsvertreter/innen und Unternehmer/innen einerseits ein Bewusstsein für die Zielgruppe und deren spezifische Situationen entwickeln, andererseits sollen die Chancen und Möglichkeit interkultureller Einflüsse und verschiedener Arbeitshintergründe aufgezeigt werden.
Kontakt für Infos
Nähere Informationen zu PROJob Nordthüringen erhalten Sie u. a. beim Kreisjugendring Kyffhäuserkreis e.V. unter 03632 - 541941 oder info@kjr-kyffhaeuserkreis.de.

