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Do, 19:22 Uhr
22.10.2009

nnz-jukebox: Wie ein Vulkanausbruch

Die Färöer Inseln haben gerade mal 50.000 Einwohner. Darunter befinden sich mehrere erstaunliche Sängerinnen. Eine davon hat jetzt mit ihrer Band ein neues Album vorgestellt. Olaf Schulze hat für die nnz reingehört.

Valravn
„Koder pa snor“
(Westpark Music)




Selten sind sich Musikkritiker so einig gewesen und schrieben nahezu identische Sätze, dass man meint, sie hätten voneinander abgeschrieben. „Die spielen die Sterne vom Himmel“ schrieb ein verzückter Holländer schon zum Debütalbum der Band Valravn, das 2007 für Furore sorgte.

Nun legten die Dänen mit ihrer Färöer Sängerin Anna Katrin Egilströd mit „Koder pa snor“ auf dem Kölner Label Westpark Music eindrucksvoll nach.
Es ist schlicht ausgedrückt sensationell, was da in neun Titel verpackt auf die Hörer niedergeht. Nordische Folktunes, vorgetragen auf uralten traditionellen Instrumenten wie der Hurdy Gurdy, der Maultrommel und der Fiddel treffen auf gesampelte Beats, die aufputschend und treibend den perfekten Klangteppich bieten für die grandiose Stimme der charismatischen Frontfrau, die gern mit Björk oder Sinead O’Connor verglichen wird. Anna Katrin singt mystische Balladen und wilde Geschichten mal elfenhaft hauchend, dann wieder ekstatisch schreiend. Immer aber mitreißend und Gänsehaut erzeugend. Das ist kein einfacher Gesang, das sind Inszenierungen. Ihre Musikerkollegen wechseln von stampfenden Dub-Rhythmen in filigrane Volkslieder, von instrumentaler Virtuosität in wilden Punk und zurück. Mühelos, spielerisch, perfekt in Sound und Stimmung gesetzt. Rau und ungezügelt, ursprünglich und artifiziell zugleich rollen die Songs wie windgepeitschte Nordkap-Wellenberge aus den Boxen.

Valravn packt uns an den Ohren und taucht uns tief in ein Jahrtausende altes nordisches Lebensgefühl, voller Wildheit, Wunder und kalter Schönheit. Besser als dieses Album ist nur noch eins: Valravn live im Konzert. Und weil wir das nicht alle Tage haben können, gibt es diese wunderschöne CD hier.

Live in Leipzig im UT Connewitz am 14. November.


OLAF SCHULZE
Autor: nnz

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