Mi, 14:19 Uhr
28.10.2009
IHK warnt vor Pleitewelle
Das Thüringer Verkehrsgewerbe leidet besonders schwer unter der Wirtschaftskrise, berichtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt im Ergebnis einer Befragung von rund 100 Unternehmen der Branche in Nord- und Mittelthüringen. Alle wichtigen Indikatoren blinkten im Minus und so rangierten die Transportfirmen als konjunkturelles Schlusslicht. In zahlreichen Betrieben würden Entlassungen drohen.
Flaute und Resignation – die Wirtschaftskrise hat das Transportgewerbe kalt erwischt. Zahlreiche Betriebe arbeiten am finanziellen Limit. Von Januar bis Juli haben sich die Insolvenzen nahezu verdoppelt, äußert sich Erfurts IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser besorgt. Im Güterverkehr berichte fast jeder Zweite von miserablen Geschäften und dramatischen Gewinneinbrüchen.
Neben der Anfang des Jahres in Kraft getretenen Mauterhöhung von sechs bis acht Prozent, kämpften die Spediteure zudem mit niedrigeren Preisen und schwachen Auftragszahlen. In vielen Firmen schrillen die Alarmglocken. Fast jeder Zweite muss weitere Mitarbeiter entlassen, erklärt der IHK-Chef. Ausdrücklich unterstütze er die Pläne der schwarz-gelben Koalition in Berlin, die Erhöhung der Lkw-Maut in dieser Legislaturperiode auszusetzen.
Der gestaffelte Mautzuschlag führe neben der finanziellen Belastung zu einer buchhalterischen Abwertung der Fahrzeugflotten, da ältere Lastwagen mit der Schadstoffklasse 3 weder wirtschaftlich zu betreiben noch zu verkaufen wären. Mit einem abgewerteten Fuhrpark aber gebe es auch keine Kredite für neue Lkw.
Trotz dieser unsicheren Zukunftsaussichten schaue die Logistikbranche mit etwas mehr Optimismus auf den weiteren Jahresverlauf. Die Hoffnung der Firmenchefs auf eine Trendwende wachse. Sobald wieder mehr investiert und produziert werde, müsse auch das Transportvolumen steigen.
Keine Entwarnung gebe es dagegen an der Taxifront. Die Unternehmer würden seit Jahren unter enormem Konkurrenzdruck sowie der hohen Arbeitslosigkeit und geringen Kaufkraft ihrer Kunden leiden. Nun verfolgten sie mit bangen Blicken die steigenden Preise für Benzin und Diesel. Fazit: Das Thüringer Verkehrsgewerbe bleibt bis auf weiteres auf der Schattenseite der Konjunktur.
Autor: nnz/knFlaute und Resignation – die Wirtschaftskrise hat das Transportgewerbe kalt erwischt. Zahlreiche Betriebe arbeiten am finanziellen Limit. Von Januar bis Juli haben sich die Insolvenzen nahezu verdoppelt, äußert sich Erfurts IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser besorgt. Im Güterverkehr berichte fast jeder Zweite von miserablen Geschäften und dramatischen Gewinneinbrüchen.
Neben der Anfang des Jahres in Kraft getretenen Mauterhöhung von sechs bis acht Prozent, kämpften die Spediteure zudem mit niedrigeren Preisen und schwachen Auftragszahlen. In vielen Firmen schrillen die Alarmglocken. Fast jeder Zweite muss weitere Mitarbeiter entlassen, erklärt der IHK-Chef. Ausdrücklich unterstütze er die Pläne der schwarz-gelben Koalition in Berlin, die Erhöhung der Lkw-Maut in dieser Legislaturperiode auszusetzen.
Der gestaffelte Mautzuschlag führe neben der finanziellen Belastung zu einer buchhalterischen Abwertung der Fahrzeugflotten, da ältere Lastwagen mit der Schadstoffklasse 3 weder wirtschaftlich zu betreiben noch zu verkaufen wären. Mit einem abgewerteten Fuhrpark aber gebe es auch keine Kredite für neue Lkw.
Trotz dieser unsicheren Zukunftsaussichten schaue die Logistikbranche mit etwas mehr Optimismus auf den weiteren Jahresverlauf. Die Hoffnung der Firmenchefs auf eine Trendwende wachse. Sobald wieder mehr investiert und produziert werde, müsse auch das Transportvolumen steigen.
Keine Entwarnung gebe es dagegen an der Taxifront. Die Unternehmer würden seit Jahren unter enormem Konkurrenzdruck sowie der hohen Arbeitslosigkeit und geringen Kaufkraft ihrer Kunden leiden. Nun verfolgten sie mit bangen Blicken die steigenden Preise für Benzin und Diesel. Fazit: Das Thüringer Verkehrsgewerbe bleibt bis auf weiteres auf der Schattenseite der Konjunktur.