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Do, 12:59 Uhr
29.10.2009

IHK: Kündigungsschutz reformieren

Da staunen selbst die Wirtschaftsexperten im Freistaat: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt erstaunlich stabil. Und trotzdem soll der Kündigungsschutz reformiert werden...


120.448 Arbeitslose – 5.361 weniger als im September – meldete heute die Agentur für Arbeit für Thüringen. Die Arbeitslosenquote beträgt 10,1 Prozent. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres (9,9 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit allerdings um 1.624 gestiegen...

„Die Zahlen machen Mut. Einen erdrutschartigen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt wird es auch im Winterhalbjahr nicht geben. So viel kann man heute schon mit einiger Sicherheit vorhersagen“, erklärt Erfurts IHK-Haupt-geschäftsführer Gerald Grusser. Dennoch müsste damit gerechnet werden, dass in den nächsten Monaten weitere Arbeitsplätze verloren gehen, selbst wenn ein kräftiges Wachstum unterstellt würde.

„Ohne Kurzarbeit sähen die Zahlen wesentlich schlechter aus. Aber dies kann keine Dauerlösung bei langfristig ausbleibenden Aufträgen sein, weil Kurzarbeit für die Unternehmen nicht zum Nulltarif zu haben ist“, so der IHK-Chef.

Ein Grund zum Jubeln bestehe also nicht. Die Krise habe ihre volle Wirkung auf dem Arbeitsmarkt bisher noch nicht entfaltet. Dazu könne es jedoch kommen, falls die Firmen gezwungen seien, den Beschäftigungsüberhang aus den starken Wirtschaftsjahren abzubauen.

Aktuell geht in Thüringen die Zahl der Erwerbstätigen weiter zurück. Im 2. Vierteljahr 2009 hatten im Durchschnitt 1.011.800 Personen einen Arbeitsplatz im Freistaat. Das waren 15.000 Personen bzw. 1,5 Prozent weniger als im Vorjahresvergleich.

Grusser hofft, dass der bisher glücklose Verteidigungsminister Franz Josef Jung die gewaltigen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt bewältigt. „Die regionale Wirtschaft erwartet klare Aufbruchsignale in diesem wichtigen Schlüsselressort.“

Nach der jüngsten IHK-Analyse seien für jeden zweiten Unternehmer ein flexibler Kündigungsschutz und die Senkung der Sozialbeiträge ganz entscheidend für die Schaffung neuer Jobs. Insbesondere für kleinere Firmen, die sich keine Personal- oder Rechtsabteilung leisten könnten, wären die Kosten des Kündigungsschutzes und der bürokratische Aufwand existenzgefährdend.

„Vom Jobverlust sind vor allem Menschen mit keiner oder geringer Qualifikation betroffen. Zwei Drittel der Unternehmen, die Stellenkürzungen beabsichtigen, wollen Mitarbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung entlassen“, so der IHK-Chef. Je höher der Bildungsstand, umso niedriger sei das Risiko, den Job zu verlieren.
Autor: nnz/kn

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